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Upskirting: Endlich gibt es Strafen für Spanner-Fotos

von Maike Schwinum Erstellt am 6. Juli 2020
Upskirting: Endlich gibt es Strafen für Spanner-Fotos© Getty Images

Das sogenannte "Upskirting" – also das heimliche Fotografieren unterm Rock – gilt zukünftig als Straftat. Das beschloss der Bundestag mit einem neuen Gesetz.

Der Bundestag beschloss am vergangenen Freitag eine Gesetzesverschärfung, die schon lange überfällig war: "Upskirting" ist künftig eine Straftat. Als Upskirting bezeichnet man das heimliche Fotografieren unter dem Rock oder Kleid.

Diese Art der sexuellen Belästigung ist kein neues Phänomen. In England beispielsweise wurde ein ähnliches Gesetz bereits vor zwei Jahren verabschiedet. Hierzulande galt Upskirting aber bisher nur als Ordnungswidrigkeit, oder wurde teils überhaupt nicht geahndet.

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Nun droht bei einem solchen Übergriff eine höhere Geldstrafe und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärt Upskirting als "nicht hinnehmbar" und sagt außerdem: "Einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren, ist eine schamlose Verletzung ihrer Intimsphäre."

Upskirting: Reaktionen im Netz

Insbesondere auf Twitter wurde das Thema Upskirting nach dem Beschluss des Bundestags am Freitag noch ausführlich diskutiert. User begrüßten die Gesetzesverschärfung zwar, doch kritisierten auch, dass es so lang gedauert hat, um Upskirting als sexuelle Belästigung einzustufen.

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Beispielsweise schreib die Autorin Kathrin Weßling: "Dass wir das erst 2020 hinkriegen fuckt mich dermaßen ab und zeigt so eindrucksvoll, wie viel Rechte von Frauen wert sind, wenn es Jahrzehnte braucht, um so etwas unter Strafe zu stellen."

Auch ein weiterer Twitter-Nutzer findet: "Es hat bis Mitte 2020 gedauert, dass #Upskirting verboten wird. Schon traurig, oder?"

Eine andere Userin meint: "Dass es dafür überhaupt erst ein Gesetz braucht, ist erschreckend. Noch erschreckender ist es, dass sich einige dadurch in ihrem Freiheitsrecht beschränkt fühlen."

Eine Petition gab den Anstoß

Das neue Upskirting-Gesetz wurde – wie schon das Gesetz zu Konversionstherapien in diesem Jahr – dank einer Online-Petition auf den Weg gebracht. Ida Marie Sassenberg (27) und Hanna Seidel (29) riefen bereits im April 2019 die Petition "Verbietet #Upskirting in Deutschland" ins Leben.

Auf der Plattform 'Change.org' sammelten die beiden Frauen so insgesamt 109.024 Unterschriften. Im September 2019 übergaben sie diese Unterschriften dann an Justizministerin Lambrecht, die einen entsprechenden Gesetzentwurf ankündigte.

Heute können sich Ida und Hanna über ihren Erfolg freuen. Im Gespräch mit dem 'WDR' sagt Ida: "Wir hatten einfach eine Idee und waren bereit, Arbeit und Leidenschaft reinzustecken. Wenn irgendjemand also eine Idee hat, für die es sich lohnt zu kämpfen, mach es."