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50-30-20-Regel: So geht Geld sparen ganz leicht

von Inga Back Erstellt am 3. Februar 2020
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50-30-20-Regel: So geht Geld sparen ganz leicht© Getty Images

Geld sparen und sogar Geld anlegen funktioniert nicht erst ab einem hohen Gehalt. Mit der 50-30-20-Regel kann jeder Geld sparen – auch mit kleinem Einkommen.

Mehr Geld ist etwas, das sich sehr viele Menschen wünschen. Ein Weg, um das zu erreichen, ist mehr Geld zu verdienen. Der andere Weg ist, sein vorhandenes Einkommen anders zu nutzen. Genau an dieser Stelle kommt die 50-30-20-Regel zum Einsatz.

Bei der 50-30-20-Regel wird das Netto-Einkommen in drei Teile aufgeteilt: Ein großer Batzen, der 50 Prozent des Einkommens ausmacht, für Dinge, die man braucht. Ein Teil, der 30 Prozent ausmacht, für Dinge, die man möchte. Und ein Teil, der 20 Prozent ausmacht, zum Sparen und Investieren.

Wie hoch das Einkommen ist, spielt dabei keine Rolle. Ob Gering-Verdiener, Top-Verdiener oder Selbstständiger: Bei der 50-30-20-Regel geht es darum, ein Budget zu bestimmen, das prozentual ans Einkommen angepasst ist.

Der Haken: Es ist nicht ganz einfach, sich an die Regel zu halten. Wenn man es schafft, spart man jedoch sehr viel Geld. Wir verraten euch, wie die 50-30-20-Regel funktioniert.

50-30-20-Regel: 50 Prozent für Grundausgaben

Der größte Teil des Einkommens wird laut 50-30-20-Regel für die Fixkosten aufgewendet. Das bedeutet: 50 Prozent des Netto-Einkommens sollte man maximal für die Dinge aufwenden, die man zum Leben braucht. Das sind die Grundausgaben, die jeden Monat anfallen.

Dazu gehören:

  • Miete
  • Strom
  • Wasser
  • Heizkosten
  • Internet
  • Handy
  • Versicherungen
  • Tankkosten für das Auto
  • Lebensmittel
  • usw.

Bei Posten, die leicht variabel sind, wie zum Beispiel Lebensmittelkosten, wird ein durchschnittlicher Wert ermittelt.

50-30-20-Regel: Fixkosten auf 50 Prozent senken

Mit stetig steigenden Mietpreisen ist es nicht selten so, dass alleine die Miete schon 50 Prozent des Netto-Einkommens ausmacht. Dann noch genügend Geld zum Sparen übrig zu haben ist extrem schwierig.

Die Lösung: Man muss es schaffen, Miete und und andere Grundausgaben so zu senken, dass sie nur noch 50 Prozent den Einkommens ausmachen. Denn das Sparen beizubehalten ist extrem schwierig, wenn man sich zu sehr einschränken muss.

Das Erste, das bei zu hohen Fixkosten wegfällt, sind also nicht die 30 Prozent für Spaß-Ausgaben, sondern die 20 Prozent, die man eigentlich sparen wollte.

Damit genügend Geld für die schönen Dinge des Lebens und fürs Sparen übrig bleibt, dürfen die Grundausgaben 50 Prozent also nicht überschreiten.

Zur Not muss man bei diesen 50 Prozent also bereit sein, Opfer zu bringen. Das kann ein weniger schickes Auto bedeuten oder der Umzug in eine kleinere Wohnung. Kurzfristig tut das weh, langfristig schenkt man sich selbst jedoch finanzielle Freiheit.

Als Richtwert für Miete gilt übrigens, dass die Mietkosten maximal 30 Prozent des Netto-Einkommens ausmachen sollten.

Mehr erfahren: Geld sparen im Haushalt: Mit diesen Tricks kannst du deine Nebenkosten senken

Haushaltsbuch führen: So behältst du den Überblick über deine Ausgaben

Wer seine Grundausgaben nicht kennt, kann sie auch nicht senken. Im ersten Schritt sollte man also ein Haushaltsbuch führen. Darin werden sämtliche Ausgaben (Beträge und Zweck) festgehalten.

Am Ende des Monats könnt ihr dann einen Kassensturz machen und genau ermitteln, wie hoch eure Fixkosten sind und ob es Einsparpotenziale gibt. Wie genau ein Haushaltsbuch funktioniert und wie ihr davon profitieren könnt, erfahrt ihr im Video:

Video von Tanja Koch

Tipp: Es gibt zahlreiche Haushaltsbuch-Apps. So könnt ihr jederzeit, auch unterwegs, jede Ausgabe direkt eintragen.

Wer Apps mit seinen Finanzdaten nicht vertraut, kann aber auch einfach hier unsere PDF-Vorlage herunterladen. Die Seite wird für jede Woche einmal ausgedruckt, ausgefüllt und anschließend in einem Ordner abgeheftet.

50-30-20-Regel: 30 Prozent für flexible Ausgaben

30 Prozent werden laut der 50-30-20-Regel für die schönen Dinge des Lebens ausgegeben. Das sind Dinge, die man nicht unbedingt zum Leben braucht, aber trotzdem haben oder machen möchte. Diese Ausgaben sind jedoch flexibel und man könnte sie auch kurzfristig aussetzen, ohne dadurch zu viel Lebensqualität einbüßen zu müssen.

Dazu gehört:

  • Kleidung
  • Hobbys
  • Urlaub
  • Restaurant- oder Bar-Besuche
  • Unterhaltung
  • Elektronik
  • usw.

Tipp: Einen Teil der 30 Prozent sollte man für größere Ausgaben zur Seite legen. Wenn man zum Beispiel ein neues Möbelstück oder teure Elektronik kaufen möchte, kann man diesen Sparbetrag nutzen. So stellt man sicher, dass die 20 Prozent, die man für Rücklagen braucht, von solchen Konsum-Ausgaben unberührt bleiben.

50-30-20-Regel: 20 Prozent für Vermögensaufbau

Der letzte Teil sind die 20 Prozent, die man sparen und investieren sollte. Dabei liegt die Betonung auf dem Wort "und". Es ist wichtig, dass man sowohl Rücklagen bildet, zum Beispiel für unvorhergesehene Ausgaben, als auch investiert, zum Beispiel in die private Altersvorsorge.

Man weiß nie, wann plötzlich eine Autoreparatur, Arbeitslosigkeit oder ein unversicherter Schaden antsteht. Man weiß aber auch nie, was die Zukunft bringt, sodass man sich bei seiner Altersvorsorge nicht auf eine Quelle verlassen darf. Bricht ein Weg der Altersvorsorge weg, stünde man sonst mittellos da. Setzt man dagegen auf mehrere Einnahmequellen, verteilt man auch das Risiko.

Vermögensaufbau vs. Schuldenabbau

Wer in Zukunft eine größere Investition plant, zum Beispiel einen Immobilienkauf, sollte auch dafür diese 20 Prozent nutzen. So kann man Geld für eine Anzahlung beiseite legen und später einen Kredit tilgen.

Vorsicht: Wer noch offene Kredite hat, sollte die 20 Prozent erst einmal nutzen, um diese zu tilgen. Erst kommt der Schuldenabbau und dann der Vermögensaufbau.

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