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4 Fragen, die du deinem Kind jeden Tag stellen solltest

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 26. November 2018
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Je größer die Kinder werden, desto eher scheint uns die Zeit nur so durch die Finger zu rinnen. Zwischen Schule, Freunden und Terminen wird die gemeinsame Eltern-Kind-Zeit immer spärlicher. Um trotzdem zu wissen, wie es deinem Kind geht, solltest du ihm jeden Tag diese Fragen stellen.

Wer schon mal versucht hat, aus einem Schulkind herauszubekommen, wie sein Tag so war, der weiß, dass man sehr oft gegen eine Wand des Schweigens ankämpft. Denn auf die Frage "Wie war dein Tag?" bekommt man nur ein "Gut" und auch ein "Wie geht es dir?" wird einsilbig mit einem "Gut" abgetan. Noch bevor man weitere Fragen stellen kann, hat sich der Nachwuchs in sein Zimmer zurückgezogen und man fragt sich selbst, wo sie nur hin ist, die Zeit, in der einem dasselbe Kind die Ohren abgekaut hat, um jedes noch so kleine Detail des Tages zu berichten.

Eltern wollen natürlich trotzdem gerne wissen, wie es dem eigenen Kind geht. Nicht selten erwischt man sich dabei, wie man es regelrecht mit Fragen löchert, nur um eine winzige Information über seinen Tag erhaschen zu können. Doch den Nachwuchs nervt die andauernde Fragerei irgendwann und als Eltern bleibt man frustriert und ahnungslos zurück. Und wie geht es dem Kind jetzt? Ist es glücklich? Fehlt ihm etwas? Braucht es Hilfe?

Stelle keine allgemeinen Fragen, sondern werde konkret!

Vielleicht sollten wir Eltern deshalb unsere Fragen überdenken. Jeder von uns kennt es vermutlich aus dem Alltag: Wir werden gefragt, wie es uns geht, vom guten Kollegen, der Freundin oder dem Partner und antworten reflexartig mit einem schnellen "Gut, danke". Und das sogar, wenn uns eigentlich etwas bedrückt. Bei Kindern ist das genauso. Die Frage "Wie war dein Tag?" oder "Wie geht es dir?" ist so allgemein, dass es, wenn es etwas auf dem Herzen hat, gar nicht weiß, wo es anfangen soll.

​Deshalb müssen die Fragen konkreter sein. Um Kinder dazu zu bringen, uns von ihrem Tag zu erzählen, kann man ihnen deshalb diese vier Fragen stellen und siehe da, die kleinen Schweigefüchse werden glatt ein bisschen redseliger.

1. Mit wem hast du heute (in der Pause) gespielt?

Sobald Kinder sprechen können, können sie diese Frage ganz einfach beantworten. Und uns Eltern verrät die Antwort einiges über den Tag des Kindes. Erstmal erfahren wir, ob unser Kind in eine Gruppe integriert ist. Stellen wir unserem Kind diese Frage regelmäßig, erfahren wir außerdem, ob es immer dieselben Kinder sind, mit denen es spielt oder womöglich immer andere Kinder. Es zeigt uns, dass unser Kind Freunde hat oder dass es ganz offen ist und keine Probleme hat, auf andere zuzugehen und Anschluss zu finden.

Wir erfahren auch, ob unser Kind Spaß hatte und glücklich ist. Zum einen daran, was das Kind erzählt, aber auch daran, wie es das erzählt. Denn Dinge, die es glücklich gemacht haben, bringen es auch beim Erzählen noch zum Schmunzeln.

2. Ist heute was Lustiges passiert?

Hat das Kind heute gemeinsam mit jemandem über etwas lachen können? Auch diese Frage zielt drauf ab, herauszufinden, ob es dem Kind gut geht, es glücklich ist und sich frei und ungezwungen fühlt. Denn wer sich in seiner Haut nicht wohl fühlt, dem ist selten zum Lachen zumute.

Selbstverständlich wird nicht jeden Tag etwas super Lustiges passieren, aber du wirst sehen, dass dein Kind intensiv über die Frage nachdenken wird. Und vielleicht fällt ihm dann doch noch eine Geschichte ein, die es dir unbedingt erzählen will - egal ob lustig oder nicht.

3. Hast du heute was Neues gelernt/ausprobiert?

Die Frage zielt auf die schulischen Leistungen des Kindes ab, aber auch auf die nicht-schulischen. Mit einer Antwort können wir erfahren, ob es den Unterricht interessant findet oder super gelangweilt ist. Und wir können erfahren, was es sich vielleicht auf dem Pausenhof getraut hat, was ihm vorher noch nie gelungen ist. Außerdem wird die Frage dein Kind dazu bringen, auch von anderen zu erzählen. "Weißt du, was XY heute gemacht hat?" Eltern erfahren so über einen längeren Zeitraum, welche Rolle das eigene Kind auf dem Schulhof hat. Ist es lieber ein Beobachter oder ist es ihm wichtig, aktiv im Geschehen dabei zu sein?

Und die Antwort gibt uns abermals Auskunft über das Wohlbefinden des Kindes. Ist es glücklich beim Erzählen, wirkt es froh und aufgeweckt oder niedergeschlagen und traurig? Möchte es vielleicht etwas ausprobieren, traut sich aber nicht und braucht ein bisschen extra Zuspruch?

4. Brauchst du bei etwas Hilfe?

Manchmal trauen sich Kinder nicht, explizit nach Hilfe zu fragen, weil es ihnen unangenehm ist oder weil sie glauben, es würde sie in einem schlechten Licht dastehen lassen. Indem man seinem Kind direkt Hilfe anbietet, kommt man ihm so weit entgegen, dass das Bitten darum ihm viel leichter fallen wird.

Auch wenn dein Kind deine Hilfe ablehnt, frag es trotzdem jeden Tag. So lässt du es wissen, dass du immer da bist, wenn es dich dann doch mal braucht.

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