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Kinder vor Fremden warnen: Wie macht man das richtig?

von Anne Walkowiak Erstellt am 7. Januar 2019, letzte Änderung 5. Oktober 2020
Kinder vor Fremden warnen: Wie macht man das richtig?© unsplash.com

Kindern zu erklären, dass es leider nicht alle Menschen gut mit ihnen meinen, ist schwierig. Besonders, weil man ihnen als Eltern nicht das Grundvertrauen in andere nehmen will. Wie soll man seine Kinder also vor Fremden mit bösen Absichten warnen?

Ich wohne in einer kleinen Stadt. In einer, von der ich immer dachte, dass dort nie etwas Schlimmes passieren kann. Vor allem nicht meinen Kindern. Dann wurden nicht weit von uns zwei Schulkinder auf ihrem Heimweg von einem fremden Mann angesprochen.

Der Fremde wollte sie mit Süßigkeiten überreden, mit ihm zu gehen. Es ist nichts Schlimmeres passiert, dank einer aufmerksamen Anwohnerin. Die Polizei wurde eingeschaltet und hat sich des Falls angenommen. In meinem Kopf aber ist seitdem die Hölle los.

Meine Kinder sind genau wie alle anderen Kinder unvoreingenommen, neugierig und unbedacht, wenn es um andere Menschen geht. Dass von ihnen Gefahr ausgehen könnte, ist ihnen nicht bewusst. Woher auch?

Aber wir Eltern sehen Nachrichten und hören Geschichten. Natürlich nur die schlimmen – und die bleiben im Kopf. Die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Kind einem Verbrechen zum Opfer fällt, ist aber gering. Die Angst von Eltern dagegen groß.

Deshalb sollten Eltern ihre Kinder auf den Umgang mit fremden Menschen vorbereiten. Für ihr Gefühl und zum Schutz der Kinder. Am besten, ohne ihnen dabei Angst zu machen.

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Wann sollte man Kinder vor Fremden warnen?

Stellt ein Kind konkrete Fragen diesbezüglich, sollten Eltern diese auf jeden Fall ehrlich beantworten. Dabei ist das Alter nicht entscheidend. Generell sollten Kinder im schulpflichtigen Alter an das Thema herangeführt werden. Vor allem dann, wenn sie den Schulweg oder kleinere Ausflüge bereits alleine bewältigen.

Verhalten gegenüber fremden Personen

Als Eltern möchte man, dass das Kind offen und respektvoll anderen Personen gegenüber ist und bleibt. Falsches Misstrauen will niemand wecken. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit für das Gespräch zu nehmen. Verzichtet auf jeden Fall auf den Satz: "Sprich nicht mit Fremden." Denn der erzeugt nur Angst. Vielmehr solltet ihr eure Kinder behutsam an das Thema heranführen.

Setzt euch gemeinsam hin und erklärt ihnen, dass es Menschen gibt, die es nicht gut mit ihnen meinen. Verzichtet dabei auf Details wie Entführungen oder Pädophilie. Sprecht ganz normal und einfach mit eurem Kind.

Es ist wichtig, dass euer Kind versteht, was ihr sagt. Lasst es wissen, dass es immer "Nein" sagen darf, wenn es sich unwohl fühlt. Dass sein Wille zählt. Und dass es Wege gibt, mit denen es sich schützen kann.

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Video von Sarah Glaubach

Wie schütze ich mein Kind?

Kinder werden oft angesprochen – in Begleitung der Eltern oder ohne, in Geschäften oder auf der Straße. Meistens sind es Menschen, die nichts Böses im Sinn haben. Kinder antworten freundlich auf ihre Fragen und geben dabei viele Dinge preis: Name, Alter, Wohnort, Geschwister usw.

Als Eltern sollte man seinem Kind beibringen, dass er oder sie gewisse Dinge wie den Namen (nur den Vornamen) ruhig sagen kann. Andere Dinge wie den Wohnort oder die Auskunft über Geschwister geht Fremde hingegen nichts an.

Gehen Kinder ohne Begleitung der Eltern zur Schule, kann es helfen, wenn sie sich mit Nachbarskindern, Klassenkameraden oder größeren Schulkindern zusammentun. Je mehr Kinder gemeinsam gehen, desto sicherer wird es für jedes einzelne.

Ein großes Stück Sicherheit kann auch ein Familienpasswort sein. Spricht eine fremde Person das Kind an und will es zum Mitgehen überreden – beispielsweise mit dem Satz, "Mama/Papa hat mich geschickt, dich abzuholen" – kann das Kind nach dem Passwort fragen. Kennt die Person das Wort nicht, geht das Kind nicht mit.

Zudem sollten Kinder lernen, in einer Gefahrensituation auf sich aufmerksam zu machen – mit Schreien, Rufen oder dem Ansprechen anderer Passanten. Auch Wegrennen kann eine Option sein. Deshalb sollten Kinder wissen, wohin sie im Idealfall laufen können.

In vielen Orten gibt es sogenannte "Notinseln". Aber auch Restaurants, Bäckereien, Cafés und Geschäfte – generell Orte, an denen vermehrt Menschen sind – bieten Zuflucht.

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> Ausführlichere Tipps und jede Menge Informationen zum Schutz von Kindern findet ihr auf der Seite der Sicher-Stark-Initiative.

Kinder müssen sich Eltern anvertrauen können

Wir können unsere Kinder nicht den ganzen Tag begleiten. Aber wir müssen sie wissen lassen, dass wir immer für sie da sind. Denn im Falle des Falles sollen sie uns offen davon erzählen und nicht das Gefühl haben, sie hätten etwas falsch gemacht.

Dem Kind etwas zutrauen und wissen, dass das Kind den Eltern vertraut, kann es vor großen Gefahren schützen. Deshalb kann man seinem Nachwuchs eigentlich nicht oft genug sagen, dass man ihm zuhört, dass man ihm glaubt und dass man immer da ist, wenn er oder sie etwas auf dem Herzen hat.

Rundum Schutz schadet Kindern

Der Impuls, sein Kind vor solchen Gefahrensituation zu bewahren, ist groß. Es hilft Kindern aber nicht, immer und überall von Mama und Papa begleitet zu werden. Deshalb ist es so wichtig, dass sie lernen, sich aus solchen Situationen zu befreien.

Sie müssen wissen, wie sie reagieren, wie sie auf sich aufmerksam machen können oder wo es Hilfe gibt. Das gibt ihnen in einer tatsächlichen Gefahrensituation das erforderliche Selbstvertrauen, sich zu wehren.