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Vor Angst einen Knoten im Bauch? So sehr beeinflussen sich Kopf und Bauch

von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 17. Juni 2015

Vor Stress schlägt uns auf den Magen. Vor lauter Glück haben wir Schmetterlinge im Bauch: Es scheint, als würden Bauch und Kopf in ständigem Kontakt miteinander stehen.

Tatsächlich forschen Wissenschaftler schon seit einer ganzen Weile am Zusammenhang, der zwischen Bauch - insbesondere dem Darm - und dem Gehirn besteht. Sie haben dabei festgestellt, dass es mit dem sogenannten Vagus-Nerv eine direkte Verbindung zwischen Gehirn und Darm gibt. Dieser Nerv reicht vom Gehirn, an der Speiseröhre entlang bis hinunter zum Darm. Ein Großteil der Nerven leitet übrigens nur vom Bauch zum Hirn und nicht wieder zurück. Ein klares Zeichen, dass unsere Körpermitte einen großen Einfluss auf unsere Empfindungen und Stimmungen hat.

Darm und Gehirn im Dauerkontakt

Über den Vagus-Nerv stehen unser Darm und das Gehirn in einer Art Dauerkontakt miteinander. Das ist wichtig, denn der Darm ist zum einen das größte Organ, zum anderen befindet er sich mitten im Körper und bekommt dadurch schon kleinste Veränderungen sofort mit. Das Gehirn dagegen ist sehr abgekapselt und darauf angewiesen, dass es Informationen, u.a. vom Darm, bekommt.

Doch natürlich leitet der Darm nicht jede kleinste Info weiter. Nur die wichtigen, zum Beispiel starke Blähungen oder Krankheitserreger. Die verarbeitet das Gehirn und beauftragt dann beispielsweise das Immunsystem damit, die Erreger zu bekämpfen.

Studien deuten übrigens darauf hin, dass Menschen mit Reizdarmsyndrom schneller Reize ans Gehirn weiterleiten als gesunde. Der Darm reagiert empfindlicher auf Veränderungen und gibt diese entsprechend weiter.

Bei Stress zapft das Gehirn den Darm an

Bei Stress steht der ganze Körper unter Strom. Da ist es nicht überraschend, dass auch zwischen Darm und Gehirn die Kommunikation auf Hochtouren läuft. Um mit dem Stress umzugehen, benötigt das Gehirn Energie, und die holt es sich im Darm. In der Praxis bedeutet das: Der Darm arbeitet langsamer, es werden weniger Schleimstoffe für die Darmwand produziert und die Durchblutung wird verlangsamt.

Das ist nicht weiter schlimm, wenn wir mal gestresst sind. Leben wir jedoch in einem Zustand von Dauerstress, kann das zum Problem für den Darm werden. Die schützende Schleimschicht wird dünner, die Bakterienpopulation im Darm verändert sich, der Darm reagiert sensibler auf kleinste Veränderungen und sendet deutlich mehr Signale ans Gehirn.

Der Bauch bestimmt unsere Laune

Das Gehirn speichert übrigens auch Erfahrungen, die der Bauch gesammelt hat. Wem einmal von einem bestimmten Gericht übel geworden ist, der wird wissen, dass man diese Speise zukünftig besser meidet. Das Gehirn hat abgespeichert, dass da mal etwas Unschönes war.

Wissenschaftler gehen zudem auch der Frage nach, ob die Besiedelung des Darms mit bestimmten Bakterien einen Einfluss auf unsere Stimmung hat. Die Studien von Stephen Collins von der McMaster University (Hamilton, Kanada) zeigen, dass Mäuse, deren Darmflora durch Antibiotika verändert wurde, sich anders verhalten. Sie waren teils risikofreudiger, teils ängstlicher als vorher. Ähnliches zeigen auch andere Studien. Eine veränderte Darmflora scheint also Einfluss auf Entscheidungen und Stimmungen zu haben.

Angst und Co. haben einen Einfluss auf unseren Bauch

Umgekehrt haben jedoch auch Ängste, Nervosität oder Stress, die im Kopf entstehen, einen direkten Einfluss auf den Bauch. So zieht sich der Magen aus lauter Angst zusammen oder man bekommt Bauchschmerzen oder gar Durchfall, wenn man gestresst ist oder sich vor etwas fürchtet. Die innere Anspannung übertragt sich dabei auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts, die verkrampft.

Damit Bauch und Kopf in Einklang sind, sollten wir deshalb auf einen möglichst entspannten Lebensstil achten.

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von Diane Buckstegge