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Haare bunt färben: Die besten Tipps und Tricks vom Profi

von Heike Schmidt Erstellt am 2. November 2014
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© Getty Images

Blau, Grün, Pink und Violett: Das tragen trendbewusste Frauen in diesem Herbst und Winter nicht nur als Mode, sondern auch auf dem Kopf, denn knallige Haarfarben liegen im Trend.

Stars wie Lena Dunham, Rita Ora oder Kylie Jenner machen's vor. Wir lieben die Looks zwischen Knallgrell und soften Pastells vor allem jetzt, wo die Tage trüber werden. Farben heben nämlich die Stimmung! Wie man sie so schonend und schön wie möglich ins Haar bekommt, erklären wir euch.

Enie Knapp ist Friseurmeisterin und färbt ihr Haar seit eineinhalb Jahren türkisblau. Damit ist sie für ihre Kunden ein echtes Style-Vorbild, denn viele Besucher ihres Salons der Friseurkette 'Unisex' kommen zu ihr, weil sie auch einen bunten Schopf wollen – aktuell vorzugsweise in Blau oder Violett. Doch wie bekommt man die knallbunten Farben eigentlich ins Haar?

Grundsätzlich läuft alles ähnlich ab wie beim konventionellen Haarefärben, sagt Knapp. Ein paar Unterschiede gibt es aber doch: Im Gegensatz zu den Haarfarben, die Rot-, Braun- oder Blondtöne imitieren, brauchen grellbunte Farben einen besonderen Untergrund, genauer: Das Haar muss künstlich aufgehellt sein – mit Betonung auf 'künstlich', denn nur dann ist seine Schuppenschicht leicht geöffnet und die Pigmente finden im Haar Halt. "Selbst auf schwedenblondem Naturhaar hält die künstliche Farbe nicht so gut, wie auf aufgehelltem Haar."

Tini zeigt den coolen Dip Dye Look:

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Leicht vergängliche Schönheit

Trotzdem hält das künstliche Pigment in Blau oder Violett nicht so gut im Haar wie sein Pendant in Braun oder Rot. Bislang färben die knalligen Farben nämlich nur mit der Haltbarkeit einer Intensivtönung. Eine dauerhafte Verankerung der Pigmente im Haar (wie es bei klassischen Haarfarben der Fall ist), ist aus chemisch-physikalischer Sicht mit den aktuell verfügbaren Produkten nicht möglich. Die Hersteller von bunten Haarfarben (z.B. 'Directions', 'Fudge' oder 'Manic Panic') habe noch kein Verfahren gefunden, das die Farbmoleküle ins Haarinnere schleusen und dort verankern kann.

In der Praxis heißt das: Wer sich eine satte, leuchtende Haarfarbe in Knallbunt wünscht, muss häufig nachfärben. Nach dem erste Färbevorgang verblasst das Haar besonders schnell - vor allem, wenn der Schopf blau sein soll. Bereits nach dem vierten oder fünften Mal Waschen muss neues Pigment nachgelegt werden, sonst geht’s ganz schnell in Richtung Grün. Moment, warum Grün und nicht zum Beispiel Hellblau? "Blondes Haar ist eigentlich gelbes Haar und wird durch blaue Pigmente zu Grün, wenn diese zu schwach sind, um das Gelb komplett zu überlagern", erkärt Enie Knapp.

Mit häufigem Nachfärben bekommt man dieses Problem jedoch in den Griff, denn irgendwann haben sich so viele Pigmente angelagert, dass die Farbe lange satt und leuchtend bleibt. Drei bis vier Wochen hat man dann bis zum nächsten Färben Zeit. Enie Knapps Tipp: Das Haar nicht zu oft waschen!

Haare bunt färben: Danach ist Pflege Pflicht

Durch die chemische Veränderung beim Blondieren ist bunt gefärbtes Haar strapaziert und anfällig für Haarbruch und Spliss. Üppige Pflege mit hochwertigen Wirkstoffen ist darum Pflicht! Die Empfehlung von Enie Knapp: Bei jedem Waschen Spülung oder danach einen Leave-In-Conditioner auftragen. Nach jeder fünften Wäsche dem Haar eine Intensivkur gönnen. Klingt aufwändig, muss aber sein. Sonst sieht bunt gefärbtes Haar schnell rau, stumpf und ungepflegt aus.

Was tun, wenn es mir nicht gefällt?

Mit Farben im Haar zu experimentieren und Neues auszuprobieren ist toll, aber nicht immer gefällt das Ergebnis. Wer nicht zufrieden ist, hat mehrere Möglichkeiten:

> Blondierung: Damit kann ein großer Teil der Pigmente wieder aus dem Haar gelöst werden. Doch Enie Knapp warnt davor, das Haar leichtfertig erneut zu bleichen: "Das gefärbte Haar ist schon nicht mehr so gut in Schuss und erneutes Blondieren kann es dann völlig ruinieren."

> Auswaschen und später übertönen
Ok, das dauert natürlich – ist aber am schonendsten für das Haar. Mit tiefenreinigendem Shampoo oder schwefelhaltigem Schuppenshampoo lässt sich in den ersten Wochen schon einmal viel Pigment aus dem Haar ziehen. Hat sich der Schopf wieder etwas erholt, kann man dann mit einer Tönung das Haar in Richtung Naturton bringen.

Haar bunt färben: zuhause oder beim Friseur?

"Die Farbe auffrischen ist überhaupt kein Problem, das kann man auch zu Hause machen", findet Enie Knapp. Allerdings rät sie davon ab, das Haar vorher selbst zu blondieren. "Entweder hat man hinterher noch dunkle Flecken im Haar, zum Beispiel am Hinterkopf, oder man blondiert Partien versehentlich mehrmals und das Haar wird dadurch so porös, dass es abbricht."

Heute Grün, morgen Pink: Wie oft kann man wechseln?

Guckt man sich Lily Allen, Ke$ha oder Kelly Osbourne an, könnten man glauben, Haare bunt zu färben wäre so einfach wie Zähneputzen. Denn wie sie tragen viele Stars und Sternchen aktuell fast wöchentlich eine andere, knallbunte Farbe im Haar - gerne auch mal strähnchenweise verschiedene Nuancen. Doch ganz so einfach ist es leider nicht mit dem Bunt-Färben. Enie Knapp möchte der Experimentierfreude keine allzu engen Grenzen setzen, warnt aber davor, die Haare ständig in neuen Knallfarben zu färben. Das sieht zwar supercool aus, ist aber der reinste Horror fürs Haar.

Wer seiner Farbe lange treu bleibt, hat auf lange Sicht mehr davon. Enie Knapp selbst blondiert sich zum Beispiel immer nur den nachgewachsenen Ansatz und gibt dann über das gesamte Haare die türkisblaue Tönung. So hält sich der Stress fürs Haar in Grenzen und die Farbe ist schön satt und leuchtend. Ihr Fazit als Farbexpertin mit Bunt-Faible: "Keine großen Experimente, dann sehen die Haare auch schön aus."

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Egal, ob ganzer Schopf oder einzelne Strähnen: So schön ist bunt gefärbtes Haar ...

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