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Studie zeigt: Frauen erreichen Gehaltsmaximum 11 Jahre früher als Männer

von Christina Cascino Erstellt am 28. April 2021
Studie zeigt: Frauen erreichen Gehaltsmaximum 11 Jahre früher als Männer© Getty Images

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt in der Regel auch das Gehalt. Doch eine neue Studie des Jobportals StepStone zeigt nun: Mit Anfang 50 ist das Gehaltsmaximum erreicht – bei Frauen sogar mit Anfang 40.

Video von Aischa Butt

Je länger jemand in einem Unternehmen ist und je mehr Erfahrungen er oder sie gesammelt hat, desto höher die Vergütung. So die allgemeine Meinung. Doch das hat auch seine Grenzen. Wann erreichen Menschen also ihr Gehaltsmaximum?

Dieser Frage ist die Online-Jobplattform StepStone in einer neuen Untersuchung nachgegangen. Das Ergebnis: Männer erreichen ihr Maximalgehalt im Durchschnitt mit 52 Jahren. Frauen hingegen bereits elf Jahre früher!

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Gehälter von Frauen steigen nur bis zum 41. Lebensjahr

Die meisten Menschen erreichen ihr höchstes Gehalt in der Mitte ihres Arbeitslebens. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle – zum Beispiel das Niveau der eigenen Ausbildung, die Berufserfahrung, die Branche und der Standort des Arbeitgebers. Sobald der Einkommens-Höchststand erreicht ist, stagnieren die Gehälter oder beginnen bis zum Renteneintritt leicht zu sinken.

Doch es gibt einen Faktor, der einen besonders entscheidenden Einfluss darauf hat, wann und bei welchem Gehalt Menschen ihr maximales Gehalt erreichen: das Geschlecht. Während Frauen in Deutschland ihr Gehaltsmaximum im Schnitt im Alter von 41 Jahren erreichen, steigt das Gehalt von männlichen Arbeitnehmern durchschnittlich bis zu ihrem 52. Lebensjahr weiter an.

"Spätestens ab dem 40. Lebensjahr entscheiden sich viele Menschen dazu, ob sie Personalverantwortung übernehmen möchten oder nicht. Es sind immer noch mehr Männer, die Führungspositionen übernehmen. Ihr Gehalt steigt damit noch weiter an," so StepStone Gehalts-Experte André Schaefer.

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Unsere Analysen zeigen, dass die Gehaltserwartungen von Frauen häufig deutlich niedriger als die von Männern sind – und das bei gleicher Qualifikation.

Gehaltskluft wächst sich mit fortschreitendem Alter

Laut StepStone Analyse ist das Gehaltsniveau bei Berufseinsteigern im Alter von 21 Jahren noch relativ ähnlich. Frauen kommen im Schnitt auf 31.823 Euro, Männer auf 32.532 Euro. Im zunehmenden Alter wird die Gehaltskluft dann immer größer. Der Durchschnittsverdienst von Männern liegt dann nämlich durchweg über dem von Frauen – bis ins Rentenalter.

Selbst zum Gehaltshöhepunkt der Frauen mit 41 Jahren liegt ihr Durchschnittsgehalt von 50.533 Euro immer noch 13 Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen. Männer verdienen zu ihrem Gehaltshöhepunkt im Alter von 52 rund 62.543 Euro brutto im Jahr. Das sind rund 25 Prozent mehr als Frauen im gleichen Alter. Ein Jahr später, mit jeweils 53 Jahren, ist die Gehaltskluft mit 12.631 Euro in der gesamten Karrierelaufbahn am größten.

„Neben der Personalverantwortung haben auch Faktoren wie die Branche Einfluss auf das Gehalt – zum Beispiel arbeiten häufig mehr Männer in der recht gut bezahlten Automobilindustrie“, sagt Schaefer. „Und trotzdem: Unsere Analysen zeigen, dass die Gehaltserwartungen von Frauen häufig deutlich niedriger als die von Männern sind – und das bei gleicher Qualifikation. Das hat unter anderem kulturelle Gründe. Denn leider wird in Deutschland immer noch zu intransparent mit dem Thema Gehalt umgegangen. Das muss sich ändern."

Aus diesem Grund hat StepStone den Gehaltspotenzial-Rechner* eingeführt. Das Tool ermöglicht es Arbeitnehmern, ihr potenzielles Spitzengehalt sowie das Alter, in dem sie es erreichen können, zu vergleichen.

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Ausbildung und Branche entscheiden über Zeitpunkt der Gehaltsspitze

Laut der Untersuchung von StepStone spielen Branche sowie die Art der Ausbildung entscheidende Faktoren dabei, wie hoch das jeweilige Gehalt ist. Arbeitnehmer, die einen Diplom-Abschluss haben, erreichen ihr höchstes Gehalt beispielsweise elf Jahre früher als Personen mit abgeschlossener Ausbildung.

Beschäftigte der Bankenbranche erreichen im Schnitt bereits mit 48 Jahren ihr Gehaltsmaximum. Das gilt vor allem für überdurchschnittlich bezahlte Finanzexperten wie im Investmentbanking, die bereits sehr früh hohe Gehälter erzählen, dafür aber auch schneller ihr Gehaltsmaximum erreichen.

Gehalts-Experte André Schaefer rät: „Wer mehr verdienen möchte, dem raten wir vor allem, sich fortlaufend weiterzubilden oder auch Personalverantwortung zu übernehmen. Auch ein Jobwechsel zahlt sich in der Regel finanziell aus.“

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* Über den StepStone Gehaltspotenzial-Rechner: Der StepStone Gehaltspotenzial-Rechner zeigt Menschen den Zeitpunkt bzw. das Alter, zu dem sie das höchste Gehalt im Laufe ihrer Karriere verdienen (im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden). Mithilfe des Gehaltspotenzial-Rechners können Arbeitnehmer*innen nicht nur vorhersagen, wie sich ihr Gehalt im Laufe ihrer Karriere entwickeln wird, sondern es auch mit anderen Branchen, Berufsfeldern, Standorten und Abschlüssen vergleichen.

Die Berechnung gründet auf mehr als 250.000 realen Gehaltsdatensätzen des StepStone Gehaltsplaners aus dem Zeitraum von Januar 2019 bis September 2020. Die Angaben beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttogehalt im Jahr exklusive variabler Gehaltsbestandteile.

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