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Liebe & Psychologie

Walk of Shame & Co: Diesen Unsinn sollten wir ALLE aus unserem Wortschatz streichen!

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 13. August 2016

Über völlig idiotische Ansichten und Unwörter, die uns Frauen immer wieder ein schlechtes Gewissen machen sollen und die endgültig in die Tonne gehören.

Und, auch schon mal als Rest vom Schützenfest morgens durch die Straßen heim gestiefelt? Den Geruch von Zigaretten in den Haaren und vom letzten Bier noch im Mund. Das Make-up ganz verrutscht von seinen Küssen, sein Aftershave an deinen Klamotten, der Geruch von Sex auf deiner Haut. Warum nur kommt man in dem Moment auf die Idee, das ganze 'Walk of Shame' zu nennen? Als hätten wir Frauen etwas zu bereuen, wenn wir eine heiße Nacht hatten und am Morgen nach Hause gehen.

Dennoch gibt es dieses Unwort und man fragt sich wirklich: Wer hat sich sowas ausgedacht? Höchstens extrem eitle Frauen, die es hassen, nicht perfekt geschminkt auf der Straße gesehen zu werden. In den Partyklamotten vom Vortag und womöglich noch mit einer Fahne. Aber auch das wäre kein Grund, sich zu schämen. Erhobenen Hauptes sollten wir gehen. Denn wir haben Liebe und Leidenschaft erfahren. Wir waren mit dem Herzen oder doch zumindest mit jeder Menge Feuer dabei und haben eine tolle Nacht mit einem anderen Menschen verbracht. Müsste es da nicht eher 'Walk of Love' heißen?

​Diese und andere Unsinnigkeiten, die uns Frauen immer wieder ins Ohr gequatscht werden, sollten endlich mal als das tituliert werden, was sie sind: Quatsch.!

Kurzer Rock = Freifahrtschein

Nehmen wir den viel zu kurzen Rock, den wir beim Walk of Love vom Vorabend tragen. Warum darf uns ein Mann anglotzen und für billig erachten, nur weil uns zehn Zentimeter Rocklänge von einer vermeintlich braven und wohlgesitteten Frau trennen? Das vermeintlich Böse und Wolllüstige liegt letztlich im Auge des Betrachters. Nicht der kurze Rock ist das Problem, sondern der Lustmolch, der glotzt und sich ein Urteil erlaubt. Schade, dass Sätze wie "Nein heißt nein" und die Freiheit, rumzulaufen, wie man selbst das möchte, nicht Allgemeingut sind. Selbst bei uns. Selbst Jahrzehnte nach Alice Schwarzers Kampf für die Frauenrechte.

Viele Männer = Schlampe

Warum gelten Männer, die viele Frauen hatten, als erfahren und interessant, Frauen hingegen, die viel Erfahrungen mit Männern gemacht haben, als leicht zu haben? Die Idealvorstellung der Männer, die am liebsten eine jungfräuliche Frau hätten, die es faustdick hinter den Ohren hat und im Bett die Qualitäten einer Professionellen, ist per se ja schon ein Witz! Es wird Zeit, dass hier mit gleichem Maßstab gemessen wird. Die Pille hat dafür gesorgt, dass wir Frauen ein selbstbestimmtes Sexualleben haben können. Leider sind die gesellschaftlichen Ansichten nicht genau so fortschrittlich, wie unsere Verhütungsmittel.

Großer Busen = schlagende Argumente

Wenn man Frauen unterstellt, dass sie ihre Brüste als zwei schlagende Argumente in beruflichen Belangen oder Verhandlungen jedweder Art einsetzen, ist auch das ein Grund zum Ärgern. Oder das Gejammer von den "Jungs"; dass die Mädchen es früher in der Klasse immer viel einfacher hatten als die Jungs. Wir mussten ja nur nett aussehen. Und sogar manche Frauen sagen von sich selbst, dass sie ihren Sexappeal gerne mal gewinnbringend einbringen.

​​Ich persönlich wüsste keinen Chef der Welt, der für einen tiefen Ausschnitt auch nur einen Euro mehr locker machen würde. Von einer Karriere ganz zu schweigen. Wenn Frauen sich wirklich körperlich für ihre Belange einsetzen würden und es deshalb leichter hätten, wie viele Männer behaupten, warum zum Teufel sind wir dann in kaum einer Führungsetage anzutreffen?

Und? Auch geärgert? Dann ändert was!

von Fiona Rohde