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Puder auftragen: So wird der Teint perfekt

von Heike Schmidt Veröffentlicht am 23. September 2014

Es ist kaum mehr als ein zarter Hauch und trotzdem ein gewichtiger Beauty-Helfer: Gesichtspuder. Der feine Staub ist nämlich mehr als nur ein nettes Finish für das Make-up. Wer Puder richtig aufträgt, macht mehr aus seinem gesamten Look.

"Verstopft die Poren!", "Trocknet die Haut aus", "Damit sieht man aus wie mit Mehl bestäubt!" Einige Vorurteile über Puder halten sich hartnäckig. Gemein, denn keines davon trifft heute noch zu. Früher, als Puder noch hauptsächlich aus Reismehl oder Kreide bestand, war der mattierende Staub nicht gerade eine Wohltat für die Haut. Außerdem ließ er den Teint häufig stumpf wirken. Heute gibt es Puder, das die Haut nicht nur pflegt (z.B. durch Feuchtigkeitsspender oder Vitamine), sondern so fein und zart ist, dass man sogar aufs Abschminken verzichten könnte. Außerdem bringen moderne Puder den Teint zum Strahlen, statt ihn einfach nur zu mattieren.

1. Puder auftragen: Das steckt drin

Puder besteht heute - egal ob lose oder kompakt - hauptsächlich aus Talcum (einem Mineral), Kaolin, Stärke und verschiedenen pulverförmigen Oxiden (z.B. Zinkoxid, ) sowie Farbpigmenten. Was klingt wie eine recht rustikale Mischung, ist aber in vielen Fällen ein High-End-Produkt. Die relativ simplen Zutaten werden zum Teil mit Wirkstoffen (zum Beispiel feuchtigkeitsspendenden Mikrokapseln, Seidenmolekülen) angereichert, so bearbeitet, dass sie bestimmte Eigenschaften haben (extreme Haltbarkeit, Lichtreflexion) oder extrem fein gemahlen. Nur reine Mineralpuder verzichten auf irgendwelche Zusätze (unter anderem auch auf Talcum) und sind darum so hautverträglich, dass sie sogar von allergischer Haut oder bei Neurodermitis gut ertragen werden.

2. Puder auftragen: Das kann der feine Staub

Was so fein ist, kann gar nicht viel können? Falsch! Puder hat es in sich. Zum einen lässt sich der Teint damit verfeinern: Erweiterte Poren und Flecken werden kaschiert. Auch Rötungen lassen sich mit Puder allein (z.B. mit gelblichem oder grünlichem Puder) schon gut neutralisieren. Zum anderen wird - und das ist für viele wohl das Beste - der Teint mattiert. Puder saugt nämlich nach dem Auftragen überschüssiges Hautfett auf wie ein Schwamm und macht es damit unsichtbar. Nicht zuletzt hat Puder aber noch eine weitere, wichtige Funktion: Es fixiert das Make-up, genauer: die Foundation hält mit einem feinen Puderüberzug wesentlich länger und wird seltener fleckig.

3. Puder auftragen: Methoden

> Puder auftragen mit dem Puderpinsel
Die klassische Methode ist das Auftragen des Puders mit einem speziellen Pinsel. Und so geht's:

Losen Puder am besten auf ein Kosmetiktuch streuen, den Pinsel mehrmals in den Puder tupfen und dabei hin und herdrehen. So nehmen die Härchen alles gut auf und geben es gleichmäßig wieder an die Haut ab.
Dann von der Nase ausgehend nach außen und von oben nach unten den Puderpinsel sachte auf die Haut drücken. Achtung: Nie von unten nach oben streichen. Das richtet die feinen Gesichtshärchen auf und der Teint wirkt anschließend gräulich-fahl!

Allgemein gilt: Loser Puder wirkt besonders natürlich und kann exakter verabeitet werden als Kompaktpuder. Das kompakte Pendant ist dagegen für unterwegs die bessere Wahl.

> Puder auftragen mit dem Wattepad
Vor allem ölige, schnell glänzende Haut freut sich über diese Methode, bei ein Wattepad als Werkzeug zum Einsatz kommt. So geht's:

Zunächst das Wattepad so in die Puderdose tupfen oder über den Puderstein streichen, dass es ganz mit Puder gesättigt ist. Dann damit das Puder von der Stirn aus in Richtung Kinn auf die Haut auftragen. Mit schnellen Bewegungen in kurzem Abstand zueinander klappt das am Besten. Zum Schluss eventuellen Puderüberschuss mit einem sauberen Pad abnehmen. Wichtig: Damit Keime keine Chance haben, ist ein neues Wattepad bei jedem Mal Puder auftragen Pflicht!

> Puder auftragen mit einem Schwämmchen
Klingt ungewöhnlich, ist aber die perfekte Methode für eine Pfirsichhaut, die stundenlang perfekt aussieht! So geht's:

Ein feinporiges Make-up Schwämmchen (flach und rund oder oval) anfeuchten und auf einem sauberen Handtuch ausdrücken. Dann losen Puder auf ein Kosmetiktuch streuen. Das Schwämmchen wie eine Puderquaste um die Finger legen und das Puder mit schnellem Tupfen aufnehmen. Durch senkrechtes, schnelles Pressen wird das Puder anschließend an die Haut abgegeben. Keine Sorge - was erst extrem fleckig aussieht, wird zum perfekten Teint. Die Feuchtigkeit verdunstet und die vielen Schichten feinstes Puder verschmelzen nahezu unsichtbar mit der Foundation. Für viele Visagisten ist das die beste Pudermethode für Bräute oder Fotomodelle, denn der Teint bleibt stundenlang perfekt!

4. Puder auftragen: Tipps & Tricks

Das richtige Puder ist unsichtbar auf der Haut, sprich: Es muss genau den gleichen Farbton wie die Foundation haben. Transparentes Puder eignet sich nur für Rosa-grundige oder sehr blasse Haut. Gelb-grundigen oder dunklen Teint lässt es gräulich-fahl wirken. Achtung: Die Augenpartie ist Puder-Sperrgebiet! Die Haut dort wirkt durch Puder faltig und trocken. Lust auf feinen Schimmer? Vorsicht! Glanzpartikel im Puder betonen Unreinheiten und große Poren - also Schimmerpuder nur auf feine, makellose Haut auftragen.

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Geht es um die Konsistenz, gilt: Loses Puder ist perfekt für zuhause und ölige Haut, Kompaktpuder der ideale Begleiter für unterwegs und eher trockene Haut. Puder-Make-up ist eine Foundation, die sofort nach dem Auftragen ein pudriges Finish entwickelt und eignet sich vor allem für normale bis Mischhaut.

Auch wenn Puder ganz viel kann, sollte man es sparsam auftragen. Zu viel davon lässt den Teint stumpf wirken und betont Fältchen. Hat man mal zu viel erwischt, lässt sich der feine Staub aber ganz leicht mit einem sauberen Puderpinsel ab'kehren'.

von Heike Schmidt