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Todsünde Neid: Warum wir neidisch auf andere sind & wie wir davon loskommen

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Published on 18. Juni 2018
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Es ist schlecht fürs Karma und niemand gibt es gerne zu: Neid ist wirklich keine Tugend. Dennoch sind wir alle irgendwann im Leben auf jemanden neidisch. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, sagen wir dir hier.

Dieses Gefühl kennen sicherlich die meisten von uns. Man fühlt sich gerade mies und unfähig und dann sitzt einem diese Freundin gegenüber, die strahlt und lacht und uns erzählt, wie gut es ihr gerade geht. Job, Liebe, innere Einstellung - alles super. So super, dass wir glatt ein wenig schlechte Laune bekommen oder - nennen wir das Kind beim Namen: Uns überfällt der blanke Neid.

Auch ich ertappe mich ab und zu dabei. Wenn ich an einem grauen Tag vor dem Computer hocke und durch die Timeline bei Facebook scrolle. Und dann sehe ich eine alte Freundin, wie sie strahlend an einem Strand am anderen Ende der Welt steht und lacht. Beim Weiterstalken sehe ich: Sie reist ständig durch die Welt, hat einen tollen Kerl und strahlt auf jedem Bild diese unglaubliche Unbefangenheit und Lebensfreude aus. Schon fühle ich mich noch ein wenig mieser.

Der Neid und das Glück der anderen

Neidisch zu sein ist heute leichter denn je. Schließlich präsentiert fast jeder sein Leben auf den Social Media Kanälen und da sieht natürlich alles super aus. Die Instagram-Mädels schön und wie aus dem Ei gepellt. Die Damen auf Pinterest trendy und stylisch wie nix. Und auf Facebook führt jeder irgendwie ein Jetset-Leben. Schon fängt man an, sich zu vergleichen.

Blöder Fehler. Denn wer sieht schon die schlechten Tage, die düsteren Stunden, die Probleme? Sowas postet ja niemand. Es gibt immer nur die Sahnehäubchen zu sehen und das weiß man eigentlich auch. Hilft trotzdem nicht immer. Vor allem, wenn man selbst gerade einen schlechten Tag hat.

Die Schwierigkeit des ständigen Auf-sich-Beziehens

"Andere glücklich und zufrieden zu sehen, ohne es selbst zu sein, ist die größte Herausforderung für den Neid", sagt der Sozialpsychologe Rolf Haubl. Aber warum? Warum kann man sich nicht einfach mitfreuen? Das wäre doch das natürlichste der Welt. Eine Freundin bekommt einen Heiratsantrag und noch während man sich freut, überlegt man, ob man sich jetzt blöd fühlen muss, weil man noch nicht gefragt wurde.

Warum dieses ständige Auf-sich-Beziehen, statt sich selbstlos für das Gegenüber zu freuen?​ Neid sorgt schließlich dafür, dass man sich gleich doppelt blöd fühlt. Weil man den anderen um sein Glück beneidet. Und weil man weiß, wie hässlich dieses Gefühl eigentlich ist. Neid. Eine der sieben Todsünden.


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Deshalb haben wir hier drei Tipps für dich, um den Neid in den Griff zu bekommen:

1. Nimm den Neid als Ansporn

Doch Neid hat auch eine positive Seite. Nämlich wenn man sich den anderen als Ansporn nimmt, sein eigenes Leben zu ändern, anstatt sich weiter zu grämen. Eine gute Freundin sagte mal zu mir: "Wenn du unzufrieden bist mit deinem Leben, dann ändere was, statt auf andere zu gucken und deprimiert zu sein." ​

Wenn du also ab und zu neidisch reagierst, versuch etwas Positives aus diesem negativen Gefühl zu ziehen. Nimm den Neid als Ansporn für dich, Dinge in deinem Leben positiv zu verändern. Neid als Antrieb, seine eigenen Ziele zu verfolgen - in dem Fall ist Neid also durchaus gut und hilfreich.

2. Mach dich nicht klein neben den anderen

Wenn andere ein tolles Leben haben, darf das nicht bewirken, dass du dich automatisch klein und schlecht fühlst. Anderen Menschen geht es genau wie dir. Sie haben auch Probleme und schlechte Tage. Das solltest du dir immer klar machen, wenn dich der Neid überfällt. Frag dich: Würde ich komplett mit dieser Person tauschen wollen - das komplette Leben, das ganze Paket? Dann wird dir schnell auffallen, dass dein Neid nicht begründet ist, weil auch dieser Mensch seine Probleme hat.

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3. Glaub an dich

Hundertmal gehört, hundertmal nicht wirklich dran geglaubt, aber es ist so: Jeder von uns ist einzigartig. Auch du hast viele Stärken, die andere nicht haben. Du wirst sehen: Wenn du dich selbst magst und dir deiner Stärken bewusst bist, bist du auch nicht mehr so anfällig für Neid. Deshalb achte nicht wie ein Schwarzmaler nur auf die negativen Dinge an dir und in deinem Leben, sondern konzentriere dich auf die positiven. Das ist weitaus konstruktiver und macht letztlich viel glücklicher!

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Neid ist die Abwärtsspirale, die uns noch unglücklicher macht. Also hören wir auf, sabbernd das Leben der anderen zu betrachten. Das macht nur unglücklich. Stattdessen sollten wir uns sagen: Her mit dem schönen Leben - und unser Lebensglück selbst in die Hand nehmen!​​

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