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Hypnobirthing: Das steckt hinter dem Geburtsvorbereitungs-Trend

von Diane Buckstegge Erstellt am 3. Juni 2016
Hypnobirthing: Das steckt hinter dem Geburtsvorbereitungs-Trend© iStock

Eine Geburt (fast) ohne Schmerzen: Das scheint unvorstellbar. Mithilfe von Hypnobirthing soll aber genau das möglich sein. Was hinter dem Hype um Hypnobirthing steckt und wie die Geburtsvorbereitungs-Methode funktioniert, erfahrt ihr hier.

Der Begriff Hypnobirthing hört sich im ersten Moment sehr esoterisch an. Man denkt an einen Hypnosezustand, an Kontrollverlust und fragt sich, wie man so ein Baby zur Welt bringen soll.

Tatsächlich handelt es sich beim Hypnobirthing aber um eine Art Selbst-Hypnose, einen Trance-Zustand, in den sich die werdende Mutter selbst versetzt. Dadurch ist sie viel entspannter und nimmt die Schmerzen als deutlich schwächer wahr.

Was passiert beim Hypnobirthing?

Beim Hypnobirthing handelt es sich im Prinzip um einen Geburtsvorbereitungskurs. Allerdings lernt die werdende Mama nicht nur Atemtechniken, sondern auch, mit der Angst vor der Geburt umzugehen, sowie Techniken der Tiefenentspannung. Auch Berührungsmassagen des Partners und progressive Muskelentspannung werden in einem Hypnobirthing-Kurs erlernt, genau wie Visualisierungen. So kann die Mama sich beispielsweise eine sich öffnende Blüte vorstellen, wenn das Kind durch den Geburtskanal gleitet.

Auch das Thema Selbstbestimmtheit bei der Geburt nimmt beim Hypnobirthing eine tragende Rolle ein. Frauen sollen durch Hypnobirthing mehr Selbstvertrauen entwickeln und so selbst entscheiden können, wie sie gebären möchten.

Geburt unter Hypnose?

Selbsthypnosetechniken spielen ebenfalls eine Rolle - daher auch die Bezeichnung Hypnobirthing. Ziel ist es, die werdende Mama im Kurs bestmöglich auf die Geburt vorzubereiten. Ihr die Ängste zu nehmen und Strategien gegen die Schmerzen beizubringen. So ist sie entspannt und die Geburt verläuft schneller und weniger schmerzhaft. Das bestätigte auch eine Studie der Universität Tübingen zusammen mit dem Weltfälischen Institut für Hypnose und Hypnosetherapie.

Hypnobirthing: Wie erlerne ich die Techniken?

Habt ihr Interesse an einem Hypnobirthing-Kurs, solltet ihr mit eurem Arzt oder der Hebamme sprechen. Kursangebote gibt es in vielen größeren Städten und wohnortunabhängig mittlerweile auch in Form von Hypnobirthing-Online-Kursen.

In welcher Woche sollte ich mit Hypnobirthing starten?

Damit ihr ausreichend Zeit habt mit den verschiedenen Entspannungs- und Hypnosetechniken vertraut zu werden, solltet ihr um die 20. Schwangerschaftswoche mit einem Kurs beginnen und auch zu Hause fleißig üben. Je sicherer ihr euch fühlt und je leichter ihr euch in die Entspannungsübungen finden könnt, desto leichter wird euch die Geburt fallen.

Hypnobirthing: Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten für einen Hypnobirthing-Kurs sind sehr unterschiedlich und belaufen sich auf 350 bis 500 Euro für einen Gruppenkurs. Einzelkurse gibt es auch, die kosten zwischen 450 und 800 Euro.

Tipp: Fragt mal bei eurer Krankenkasse nach, ob sie euch die Kosten teilweise ersetzt. Wird kein anderer Geburtsvorbereitungskurs gemacht, kann bei einigen Kassen die Hälfte der Kursgebühr erstattet werden.

Hypnobirthing: Kritik an der Methode

Klingt alles erst mal positiv. Doch es gibt auch durchaus Kritik am Hypnobirthing. Insbesondere einige Hebammen äußern sich im Netz kritisch über die Methode. Ihr Vorwurf: Den Frauen würde durch Hypnobirthing suggeriert, dass eine Geburt immer komplikationslos ablaufen würde, wenn die Frau nur ganz fest daran glaubte und tiefenentspannt sei. Mit diesem festen Bild der interventionslosen Traumgeburt im Kopf, sei es schwierig, auf neue Situationen zu reagieren. Schließlich käme es unter der Geburt immer wieder zu Komplikationen, die niemand vorausgesehen habe.

Ein weiterer Kritikpunkt: Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereitet hätten, würden häufig mit einem starren Geburtsplan und einer Art Dos-and-Don'ts-Liste in die Klinik kommen, die sich mit dem Klinikalltag nur schwer vereinbaren ließe. Läuft dann etwas "außer Plan mäßog" würde das den mentalen Druck bei der Gebärenden erhöhen und die Geburt erschweren. Es sei deshalb wichtig, offen zu bleiben und notwendigen Interventionen positiv und offen gegenüber zu stehen.

Hypnobirthing: Erfahrungen von Maria

Maria ist Mutter einer zweijährigen Tochter. Eine Freundin erzählte ihr von Hypnobirthing und davon, dass Frauen damit schnell und weitestgehend schmerzfrei entbinden können. Sie war sofort Feuer und Flamme, kaufte sich ein Buch und nahm später auch noch an einem Kurs teil.

Von ihrer Geburt erzählt sie folgendes: "Von der ersten Welle - so heißen Wehen beim Hypnobirthing - bis zur Geburt dauerte es nur acht Stunden. Ruhig und schmerzlos verlief die Geburt zwar nicht, dafür aber sehr unkompliziert, schnell und wunderschön. Durch meine innere Ruhe und Gelassenheit hat sich der Muttermund sehr schnell geöffnet. Ich habe weder Schmerzmittel benötigt, noch ist es zu Geburtsverletzungen gekommen. Ich habe mich einfach nur auf mich selbst konzentriert und alles zugelassen.

Das Loslassen ist meiner Meinung ein sehr wichtiger Bestandteil, der einem beim Hypnobirthing beigebracht wird. Man muss dem Körper vertrauen. Ich bin froh, dass ich diese Techniken kennenlernen konnte und bin mir ziemlich sicher, dass sie den Geburtsverlauf positiv unterstützt haben. Sollte ich noch einmal das Glück haben schwanger zu werden, würde ich es alles genauso machen."

Ihr wollt mehr über Marias Erfahrungen lesen? Auf ihrer Internetseite http://hypnobirthing-geburt.net erzählt sie ausführlich von der Geburt ihrer kleinen Tochter Emma.

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Weitere Informationen & Quellen:


Wichtiger Hinweis zum Schluss: Ein Hypnobirthing-Kurs und die darin erlernten Techniken ersetzen keine medizinische Betreuung durch einen Gynäkologen oder eine Hebamme.