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Periduralanästhesie

von der Redaktion Veröffentlicht am 28. November 2007
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Die Periduralanästhesie (PDA) ermöglicht schwangeren Frauen, ihr Kind bei vollem Bewusstsein und nahezu schmerzfrei auf die Welt zu bringen.

Die Periduralanästhesie macht damit den gefürchteten Geburtsschmerzen ein Ende.

Sie müssen sich nicht unbedingt im Vorfeld entscheiden, ob Sie mit Periduralanästhesie entbinden möchten oder nicht, denn es ist durchaus möglich, die PDA erst nach Beginn der Eröffnungsphase legen zu lassen.

Die Periduralanästhesie kann übrigens sowohl bei einer natürlichen Geburt als auch bei einem Kaiserschnitt angewendet werden.

Ob eine Mutter mit Periduralanästhesie entbindet oder nicht bleibt jedoch - zumindest bei einem komplikationslosen Geburtsverlauf - eine freiwillige Entscheidung. Für manche Frauen gehören Schmerzen einfach zur Geburt dazu: Einige betrachten es sogar als bereichernde Erfahrung die intensiven Schmerzen zu spüren und zu bewältigen.

Doch viele Frauen finden es absolut unerträglich ihr Kind unter größten Qualen zu gebären und empfinden die Periduralanästhesie als willkommene Geburtserleichterung: Endlich können Frauen ohne Schmerzen Mutter werden und der Entbindung gelassen entgegen sehen.

Periduralanästhesie: Was ist das?
Die Periduralanästhesie (PDA) ist eine rückenmarksnahe Lokalanästhesie, die auf Wunsch der werdenden Mutter während der Entbindung verabreicht werden kann um die Geburtsschmerzen zu unterbinden. Das Betäubungsmittel wird dabei um die Dura Mater, d.h. um die das zentrale Nervensystem umhüllende harte Hirnhaut, gespritzt (daher der Name PeriDural: aus dem Lateinischen: peri "rundherum, neben" und dura "harte Hirnhaut").
Resultat: Die Nerven des unteren Beckenbereiches werden betäubt. Die PDA führt also zu einer absoluten Schmerzfreiheit der unteren Körperregion.

Der Vorgang
Die Periduralanästhesie wird im Sitzen oder im Liegen (seitliche Lage) verabreicht sobald die Wehen besonders schmerzvoll werden: Der Arzt spritzt der Mutter zunächst ein Lokalanästhetikum bevor er eine hauchdünne Hohlnadel im Bereich des Wirbelkanals (zwischen dem 3. und dem 4. Wirbel) injiziert bis diese den die Wirbelsäule umgebenden Periduralbereich erreicht. Anschließend führt er durch diese Nadel einen Katheter in die Einstichstelle ein. Über diese wird dann ein weiteres Betäubungsmittel eingespritzt, das bis in die aus dem Rückenmark austretenden Nervenwurzeln eindringt und somit die Schmerzleitung zum Gehirn unterbricht. Nach 10 bis 15 Minuten beginnen die Wehenschmerzen langsam abzuklingen. Während der gesamten Prozedur werden Blutdruck und Herzrhythmus der Mutter kontrolliert. Dank des Katheters kann das Betäubungsmittel während der Entbindung notfalls nachgespritzt werden.

Gut zu wissen
- Wie bei jeder Narkose muss auch bei der PDA ein Anästhesist (Narkosearzt) zugegen sein. Daher ist mehrere Wochen vor der Entbindung ein vorbereitendes Gespräch notwendig, in dem der Anästhesist Ihre Krankengeschichte (Anamnese) zur Kenntnis nehmen und bestätigen kann, dass in Ihrem Fall nichts gegen eine PDA einzuwenden ist.
- Die PDA kann auch noch verabreicht werden wenn sich der Muttermund schon 6 bis 7 cm geöffnet hat. Sie können also fast im letzten Augenblick noch entscheiden ob Sie auf die PDA zurückgreifen möchten oder nicht.
- Im Prinzip kann die PDA bei jeder Frau eingesetzt werden, es sei denn es liegt eine der folgenden Gegenanzeigen vor: Fieber, Rückeninfektion, Gerinnungsstörungen, Blutvolumenmangel, Erkrankungen der Nerven, erhöhter Hirndruck,...
- Episiotomie (Dammschnitt) und Naht der Episiotomiewunde sind unter PDA ebenfalls schmerzfrei.
- Es ist möglich einen Kaiserschnitt unter PDA durchzuführen. Wenn es der Zustand der werdenden Mutter nicht erfordert, ist beim Kaiserschnitt keine Vollnarkose notwendig.

Vorteile
- Die Periduralanästhesie ermöglicht eine harmonischere und entspanntere Entbindung. Sie erleichtert der Mutter die Geburt und dem werdenden Vater den Zutritt zum Kreissaal.
- Die werdende Mutter kann die Entbindung bewusst aber schmerzfrei miterleben, ohne dass dabei ihre körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird: Alle Muskeln funktionieren, nur die Schmerzübertragung wurde unterbunden.
- Die Mutter erholt sich nach der Entbindung schneller und kann 4 bis 5 Stunden nach der Geburt schon wieder aufstehen.

Risiken

Die Periduralanästhesie kann einige Nebenwirkungen nach sich ziehen: Blutdruckabfall, zu hohe Ausbreitung der Anästhesie oder versehentliche Durchstechung der harten Hirnhaut. Schwer wiegende Unfälle ereignen sich nur extrem selten.

Komplikationen können aufgrund einer Entzündung der durch die Injektion verletzten Gewebe oder aufgrund einer Infektion durch einen Krankenhauskeim auftreten. Das injizierte Produkt kann auch zu Allergien oder Unverträglichkeiten führen.

Es können auch Blasenentleerungsstörungen auftreten, die allerdings im Regelfall wieder von selbst verschwinden.

Äußerst selten kann die Periduralanästhesie eine Hirnhautentzündung verursachen.

Die so häufig geäußerte Angst vor bleibenden Lähmungserscheinungen ist völlig unbegründet, da das Betäubungsmittel bei der PDA nicht ins Rückenmark gespritzt wird, sondern in die dieses umgebende Dura Mater. Um eine Lähmung hervorzu-rufen müssten die Wirbelsäule oder zahlreiche Neven stark verletzt werden. Mit der bei der PDA angewendeten Technik ist das jedoch undenkbar.

Andere Möglichkeiten zur Bewältigung der Geburtsschmerzen
Manche Hebammen empfehlen den werdenden Mütter zur Linderung der Entbindungsschmerzen alternative Techniken wie Sophrologie, Haptonomie, Akkupunktur oder Massagen. Die Vollnarkose ist zwar möglich, wird jedoch nur selten eingesetzt, da sie die Mutter der einmaligen Geburtserfahrung beraubt.

von der Redaktion

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