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Sex nach der Geburt: Wir klären die wichtigsten Fragen

von der Redaktion Veröffentlicht am 20. November 2017
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Irgendwann nach der Geburt ist er da, der Moment, an dem auch sie wieder an Sex denkt. Doch was muss man beim ersten Sex nach der Geburt beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen und räumen mit überholten Mythen auf ...

Die ersten Tage und Wochen mit Baby sind ein einziges Gefühlschaos. Zwischen Babygeschrei und bleierner Müdigkeit kämpft vor allem die Frau oft mit ihrer neuen Rolle als Mama. Gedanken an Sex sind bei vielen Neu-Mamas völlig außen vor. Und trotzdem kommt irgendwann der Moment für den ersten Sex nach der Geburt. Und mit ihm jede Menge Fragen: Ab wann darf ich nach der Geburt Sex haben? Wie kann oder muss ich verhüten? Werde ich Schmerzen haben? Und was genau hat sich im Körper durch Schwangerschaft und Geburt alles verändert?

Ab wann ist Sex nach der Geburt ok?

Die meisten Gynäkologen raten einer frisch gebackenen Mama dazu, mit dem Sex nach der Geburt vier bis sechs Wochen zu warten. Das hat den einfachen Grund, dass mit Ablösung der Plazenta eine Wunde in der Gebärmutter der Frau zurückbleibt, die nun erst einmal heilen muss. Während der Heilung, also in der Zeit des Wochenflusses, ist das Infektionsrisiko sehr hoch. Ist der Wochenfluss versiegt, ist auch die Wunde verheilt.

Die vier bis sechs Wochen sind eine dringende Empfehlung der Ärzte. Wenn Paare die Finger gar nicht voneinander lassen können, dann sollte der Sex nach der Geburt unbedingt mit Kondom passieren, um einer Infektion vorzubeugen. Es kann auch sein, dass die frischgebackene Mutter zu Beginn Schmerzen hat, besonders dann, wenn unter der Geburt ein Dammschnitt gemacht wurde.

Bis sich die Gebärmutter nach ein paar Wochen wieder zurückgebildet hat, kann es passieren, dass der Penis beim Sex dagegen stößt, was ebenfalls unangenehm für die Frau ist. Deshalb ist eine Sache besonders wichtig: Mit dem Sex nach der Geburt sollte gewartet werden, bis beide wirklich Lust verspüren.

Speziell für Frauen ist das erste Mal komisch. Zu frisch sind die Erinnerungen an die Geburt, zu stark die körperlichen Veränderungen und dann auch noch die Tatsache, dass sie plötzlich nicht mehr nur Frau und Geliebte sind, sondern auch Mutter. Das kann die Lust durchaus ein wenig hemmen.

Sex nach der Geburt: Was hat sich im Körper geändert?

Blicken wir der Wahrheit ins Gesicht: Unter einer natürlichen Geburt presst die Frau das Baby durch ihre Vagina - dass die kurz danach also weiter ist, sollte klar sein. Doch keine Angst, sie zieht sich auch wieder zusammen, sodass Sex nach der Geburt nicht so anders ist als vorher. Spezielle Rückbildungsgymnastik, bei der die Beckenbodenmuskulatur trainiert wird, hilft dabei. Kurse werden zum Beispiel in Krankenhäusern angeboten.

Bei Frauen, die ihr Kind stillen, ist der Östrogenspiegel ein wenig niedrig. Das führt dazu, dass die Scheide nicht so schnell feucht wird und Sex nach der Geburt schmerzhaft sein kann. Hier helfen wahlweise ein ausgedehntes Vorspiel oder ein Gleitmittel.

Das größte Problem haben Frauen jedoch mit dem eigenen Körper. Nach der Schwangerschaft hängt der Bauch schlaff herunter, die Kilos verschwinden nicht so schnell, wie sie es gerne hätten und sie haben Angst, dass sie untenrum "nicht gut aussehen". Diese Angst ist unbegründet, schon nach zwei, drei Wochen hat sich "untenrum" alles wieder zurückgebildet und sieht aus wie vor der Geburt. Was die eigenen Zweifel am Körper angeht: Bitte einfach verdrängen. Männer stören sich nicht an dem kleinen Bauch, sie bemerken ihn nicht einmal.

So macht Sex nach der Geburt wieder Spaß

Der erste Sex nach der Geburt ist komisch – er ist aber auch ein kleiner Neuanfang. Denn alles, was man vorher gemeinsam versucht und ausprobiert hat, ist mit der Geburt des Kindes zwar nicht erloschen, aber trotzdem irgendwie auf Null gesetzt. Der erste Sex nach der Geburt ist für viele Paare aufregend, spannend und ein bisschen wie das aller erste Mal. Genau deshalb sollten Paare es unbedingt langsam angehen lassen. Ein bisschen kuscheln, die Nähe des anderen spüren, ohne dass daraus mehr werden muss. Der nächste Schritt ergibt sich dann nach einer Weile ganz von selbst.

Auch beim Sex nach der Geburt: Verhütung muss sein

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass man bis zu einem Jahr nach einer Geburt nicht schwanger werden kann oder das Stillen als Verhütungsmittel durchgeht. Alles Quatsch! Man kann tatsächlich sofort wieder schwanger werden, Verhütung ist deswegen unbedingt notwendig. Neben dem Klassiker Kondom bietet sich eine Mini-Pille aus Gestagenen für Frauen an, die stillen. Die klassische Pille mit Östrogen dagegen kann die Milchproduktion verringern.

​Interview mit der Expertin: Sex nach der Geburt - Wie kann ich Problemen vorbeugen?

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