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Wochenbettdepression: 8 Fakten, die jede frischgebackene Mama wissen sollte

von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 7. November 2015
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Endlich ist das Baby da - doch statt sich zu freuen, kullern die Tränen. Warum? Schuld ist in solchen Fällen eine Wochenbettdepression.

Totaler Schlafentzug und kaum noch Energie: Damit rechnet wohl jede frischgebackene Mami nach einer Geburt. Angst, Panik, Schuldgefühle und ständige Tränen? Damit eher nicht. Doch gut zehn bis 15 Prozent der Mütter erleben in den ersten Wochen und Monaten eine Wochenbettdepression mit Tränen, Verzweiflung und Teilnahmslosigkeit. Falls es euch so geht: Sucht euch Hilfe! Eine postnatale Depression ist kein Grund sich zu schämen. Hier kommen acht Fakten, die ihr unbedingt kennen solltet:

1. Unterschied Baby Blues und Wochenbettdepression

Baby Blues und Wochenbettdepression: Ist das nicht das gleiche? Mag man denken, doch der sogenannte Baby Blues setzt um den dritten Tag nach der Geburt ein als Folge des veränderten Hormonspiegels. Die Mama weint grundlos und viel, fühlt sich schlapp, hat Schlaf- und Konzentrationsprobleme und leidet unter Stimmungsschwankungen. Innerhalb weniger Tage geht's ihr jedoch viel besser. Der Baby Blues betrifft bis zu 50 Prozent der Mütter.

Die Wochenbettdepression dagegen setzt erst sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt ein. Sie kann mehrere Wochen dauern und betrifft gut zehn bis 15 Prozent der frischgebackenen Mütter.

2. Die typischen Symptome einer Wochenbettdepression

Es gibt unterschiedliche Anzeichen, die auf eine Wochenbettdepression hindeuten. Häufige Tränenausbrüche und Stimmungsschwankungen sind typische Symptome, aber auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Manche Mamas klagen über Angst- und Panikattacken und fürchten, mit den ganzen neuen Herausforderungen nicht klar zu kommen. Oft haben sie deswegen Schuldgefühle dem Baby gegenüber.

3. So lange dauert eine Wochenbettdepression

Die Dauer einer Wochenbettdepression kann zwischen einigen Tagen, aber auch Wochen und Monaten schwanken. Dauert sie länger als eine Woche an, sollte unbedingt mit einem Arzt oder der Hebamme über die Probleme gesprochen werden. Das allein hilft der frischgebackenen Mutter oft schon.

4. Die beste Therapie bei einer Wochenbettdepression

In vielen Fällen fühlt sich die Mutter ganz von allein besser. Bei anhaltenden Symptomen sollte über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten gesprochen werden. Je nach Schweregrad werden Medikamente gegeben sowie Gespräche mit einem Therapeuten empfohlen. Bei schweren Depressionen helfen oft nur Antidepressiva, wie sie bei normalen Depressionen gegeben werden. In leichten Fällen kommen pflanzliche Mittel mit Hopfen oder homöopatische Präparate zum Einsatz.

5. So beugt ihr einer Wochenbettdepression vor

Hundertprozentig kann man eine Wochenbettdepression nicht verhindern, doch es gibt ein paar Tipps, mit denen ihr das Risiko senken könnt:

  • Lernt schon in der Schwangerschaft Entspannungstechniken.
  • Versucht so viel wie möglich zu schlafen, am besten jedes Mal mit dem Kind zusammen.
  • Nehmt Hilfe an und sucht euch welche. Macht nicht alles allein.
  • Ernährt euch gesund und ausgewogen mit mehreren kleinen Mahlzeiten am Tag.
  • Bewegt euch so viel wie möglich.
  • Legt den Perfektionismus ab.

6. Einmal Wochenbettdepression, immer Wochenbettdepression

Diese Weisheit stimmt zwar nicht ganz, doch Frauen, die bei einem Kind unter einer postnatalen Depression gelitten haben, haben bei weiteren Geburten ein höheres Risiko wieder daran zu erkranken.

7. Wochenbettdepression bei Männern

Ja, auch Männer kann eine Wochenbettdepression treffen. Gut zehn Prozent sind betroffen, die Symptome sind, von Tränenausbrüchen abgesehen, ähnlich denen der frischgebackenen Mama. Die Papas haben Angst dem Kind weh zu tun, sie sind reizbar und haben Schuldgefühle dem Kind gegenüber. Die Symptome können im gesamten ersten Jahr nach der Geburt auftreten. Die Ursachen für die Depression sind vielfältig, neben Schlafmangel kommt die vollkommen neue Verantwortung dazu, aber auch die Nebenrolle, die Väter meist spielen. Alles dreht sich nur um Mutter und Kind. Wichtig für die Papas: Sie sollten offen über ihre Probleme sprechen, meist verschwinden sie von ganz allein. Ansonsten gilt wie bei der Mutter: Hilfe suchen und sich wenn nötig Medikamente verschreiben lassen.

8. Anlaufstellen für Wochenbettdepression

Über die Wochenbettdepression kann man mit dem Gynäkologen sowie der Hebamme sprechen. Es gibt jedoch auch Selbsthilfeorganisationen wie Schatten & Licht e.V.

Weitere Quellen & Informationen findet ihr hier:

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