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Schmerzhaft oder wohltuend? Der große Hype um Akupressurmatten

von Katharina Bömken Erstellt am 02.04.22 um 14:00
Schmerzhaft oder wohltuend? Der große Hype um Akupressurmatten© Getty Images

Wieso sollte ich mich mit nackter Haut auf eine Matte legen, die pikst? Ganz einfach: Weil es durchaus entspannend sein kann und dir guttun könnte. Was Akupressurmatten sind, was sie bewirken und worauf es sich lohnt, beim Kauf zu achten, liest du bei uns.

So richtig bequem und einladend sieht anders aus, oder? Das liegt natürlich in erster Linie an den vielen kleinen Spitzen, die sich auf einer Akupressurmatte breitmachen. Auch, wenn es im Endeffekt gar nicht so dramatisch ist, wie es aussieht: So manch einer muss erstmal kräftig durchatmen und seinen Mut zusammennehmen, um sich mit nackter Haut auf die piksigen Stifte zu legen.

Aber, wie gesagt, so schlimm ist es dann offenbar doch alles nicht. Wer sich 'traut', wird schließlich auch irgendwie belohnt. Nicht ohne Grund werden Akupressurmatten gerade richtig gehypt und als kleines Wundermittel angesehen, um seinem Körper und seinem Geist auf eine sehr einfache Art und Weise etwas Gutes zu tun.

Was haben Akupressurmatten eigentlich für eine wundersame Wirkung? Worauf sollte ich achten, wenn ich mir eine Matte kaufen möchte? Und kann ich mich da wirklich einfach drauflegen? Wir geben euch Antworten.

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Was ist eine Akupressurmatte?

Ob es sich um eine Akupressurmatte oder eine ganz normale Sportmatte handelt, erkennst du sofort. Akupressurmatten sind nämlich mit vielen kleinen, meist runden oder blumenförmigen Kunststoff-Plättchen übersät. Und wenn du genauer hinsiehst, erkennst du auch direkt, dass auf diesen Plättchen ganz viele Spitzen sitzen – ebenfalls aus Kunststoff. Die Anwendung ist schnell erklärt: Du legst dich einfach mit dem Rücken oder anderen Körperteilen auf die Matte und bleibst dann in dieser Position für eine bestimmte Zeit möglichst entspannt liegen.

Akupressurmatten gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. Sie können mit Schaumstoff oder Kokosfasern gefüllt sein. Ihr Bezug besteht aus Baumwolle oder Leinengewebe.

Schon gewusst? Die Akkupressurmatte, wie wir sie heute kennen, wurde in Schweden entwickelt. Im Jahr 2009 wurde sie hier sogar zum Weihnachtsgeschenk des Jahres gekürt.

Was ist Akupressur?

Die Akupressur ist eine Heilmethode der traditionellen chinesischen Medizin. Bei der Akupressur werden bestimmte Energiepunkte des Körpers mit Druck behandelt. Ziel ist es, den Energiefluss des Körpers, auch Qi genannt, zu verbessern, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das passiert in der Regel mit Handflächen, Fingerkuppen, Fingernägeln, Daumen oder Ellbogen. Wie kann da jetzt aber die Matte helfen? Ganz einfach. Bei einer Akupressurmatte üben die spitzen Noppen den Druck auf bestimmte Stellen deines Körpers aus, wenn du dich drauflegst.

Übrigens: Die Akupressur wird auch als kleine Schwester der Akupunktur bezeichnet. Der wesentliche Unterschied: Bei der Akupunktur werden Nadeln eingesetzt.

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Was bewirkt eine Akupressurmatte?

Wer sich auf die piksige Akupressurmatte legt, wird offenbar belohnt. Jedenfalls ist die Liste mit Beschwerden, die durch das Therapieverfahren gelindert werden können, recht lang. Immer vorausgesetzt natürlich, die Matte wird regelmäßig ausgerollt.

Die Akupressurmatte wird unter anderem empfohlen bei:

  • Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafproblemen
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Stress
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Regeneration der Muskulatur nach dem Sport
  • u.v.m.

Legst du dich auf die Akupressurmatte, üben die kleinen Kunststoff-Spitzen Druck auf bestimmte Stellen deines Körpers aus. Dadurch wird die Durchblutung angeregt, Muskelverspannungen gelockert und verklebte Faszien wieder flexibel. Durch die Akupressur werden außerdem Endorphine, also Glückshormone, ausgeschüttet.

Gut zu wissen: Dass deine Haut nach der Anwendung einer Akupressurmatte recht rot ist und du Abdrücke von den Spitzen hast, ist ganz normal. Die Rötungen sollten aber recht schnell wieder abklingen - also kein Grund zur Sorge.

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Worin unterscheiden sich Akupressurmatten?

Auf den ersten Blick sehen Akupressurmatten irgendwie alle gleich aus. Wer sich allerdings etwas genauer mit ihnen beschäftigt, wird schnell ein paar Unterschiede feststellen. Wir erklären dir, worin sich die Matten voneinander abgrenzen und worauf es sich lohnt, beim Kauf zu achten.

Die Größe
Akupressurmatten gibt es in unterschiedlichen Längen und Breiten. Um die richtige Größe für dich zu finden, solltest du zum einen deine Körpergröße in die Wahl miteinbeziehen, zum anderen solltest du dir überlegen, welche Zone deines Körpers du hauptsächlich behandeln möchtest. Ein gutes Standardmaß für die Anwendung im Bereich des Rückens ist die Größe 80 x 40 cm. Ist die Matte länger, haben auch noch Po und Beine Platz. Für Kopf und Nacken gibt es spezielle Nackenrollen oder Nackenkissen.

Die Materialien
Akupressurmatten haben in der Regel einen Kern aus Schaumstoff oder Kokosfasern. Der Bezug ist aus Baumwolle oder einer Baumwoll-Leinen-Mischung. Die Spitzen bestehen immer aus Kunststoff. Matten, die mit Kokosfasern gefüllt sind, sind etwas härter und robuster als Schaumstoff-Varianten. Sie sind zudem unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und gesundheitsschädlichen Pilzen. Matten mit Kokosfasern sind allerdings auch etwas teurer in der Anschaffung.

Die Anzahl der Akupressur-Spitzen
Hier lohnt sich im Vorhinein ein Blick auf die Beschreibung des Herstellers. Denn die Anzahl der Akupressur-Spitzen ist tatsächlich ein essenzieller Faktor. Es gilt: Je weniger Noppen auf der Akupressurmatte sitzen, desto intensiver ist die Anwendung, da sich das Körpergewicht auf weniger Spitzen verteilt. Und umgekehrt natürlich: Je weniger Spikes, desto intensiver ist die Anwendung.

Ein Großteil der Akupressurmatten, die heute auf dem Markt sind, haben etwa um die 6.000 Spitzen. Die Zahl ist im Prinzip ein guter Mittelwert – die Anwendung ist nicht zu schwach, aber auch nicht zu stark. Bist du empfindlicher, lege dir eine Akupressurmatte mit mehr Spitzen zu. Als fortgeschrittene*r Nutzer*in kannst du auch Matten mit weniger als 6.000 Spikes wählen.

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Akupressurmatten im Test: Die besten Matten im Vergleich

Akupressurmatten gibt es mittlerweile von vielen verschiedenen Herstellern. Wir haben vier beliebte und sehr gut bewertete Modelle herausgesucht, die wir dir hier kurz vorstellen.

Akupressurmatte von Tomshoo

Preis: ca. 30 Euro

  • Maße (LxBxT): 68 x 42 x 2 cm
  • Material: Akupressur-Spitzen aus ABS Kunststoff / Bezug aus Baumwolle
  • Anzahl der Akupressur-Spitzen: ca. 7.800
  • Extras: inklusive Nackenkissen, zwei Massagebälle, Transportbeutel

> Die Akupressurmatte von Tomshoo gibt es bei Amazon.*

Unser Fazit: Die Akupressurmatte von Tomshoo ist ein super Modell für Einsteiger. Für einen guten Preis bekommst du eine solide Matte mit 7.800 Spikes, ein Nackenkissen und zwei Igelbälle. Alles völlig ausreichend, um sich langsam mit den Kunststoff-Spitzen anzufreunden.

Akupressurmatte von Shakti

Preis: ca. 62 Euro

  • Maße (LxBxT): 77 x 42,5 x
  • Material: Akupressur-Spitzen aus / Bezug aus Baumwolle
  • Anzahl der Akupressur-Spitzen: ca. 6.250
  • Extras: /

> Du kannst die Akupressurmatte bei Amazon shoppen.*

Unser Fazit: Wertiges Modell für Einsteiger! Mit 62 Euro zählt die Shakti-Matte zwar schon zu den etwas teureren Modellen, wird dafür aber auch unter fairen Bedingungen, so verspricht es der Hersteller, in Indien handgemacht. Auch die Materialien sind hochwertig. Shakti Mat verwendet nur organische Baumwolle, natürliche Pflanzenfärbemittel und hochqualitativen Schaumstoff. Die Spitzen sind aus hartem, giftfreiem, vollständig recycelbarem ABS-Kunststoff und sollen nicht abstumpfen.

Akupressurmatte von Lixada

Preis: ca. 30 Euro

  • Maße (LxBxT): 120 x 42 x 2 cm
  • Materialien: Schaumstoff, Baumwolle, ABS-Kunststoff
  • Anzahl der Akupressur-Spitzen: ca. 11.178
  • Extras: inklusive Nackenkissen, zwei Massagebälle und Transporthülle

> Die Akupressurmatte gibt es bei Amazon.*

Unser Fazit: Für alle, die etwas empfindlicher sind, ist die Matte perfekt. Mit mehr als 11.000 Spitzen ist die Anwendung nämlich verhältnismäßig 'sanft'. Weiterer Pluspunkt: Die Matte ist 120 cm lang, sodass du nicht nur deinen Rücken behandeln kannst. Auch der Preis ist völlig ok – zumal Nackenkissen, Transportbeutel und Massagebälle mitgeliefert werden.

Akupressurmatte von BACKLAxx

Preis: ca. 84 Euro

  • Maße (LxBxT): 97 x 38 cm
  • Materialien: Kokosfasern, Baumwoll-Leinen-Mischung, Polyurethan
  • Anzahl der Akupressur-Spitzen: ca. 10.727
  • Extras: inklusive Kissen (38 x 30 cm), zwei Massagebälle, Tuch, Transporttasche, gratis E-Book und zwei Hörbücher zum Download

> Hier kannst du die Akupressurmatte bei Amazon shoppen.*

Unser Fazit: Kokosfasern statt Schaumstoffkern: Wer ein Produkt möchte, das antibakteriell, hautfreundlich und frei von Schadstoffen ist, so verspricht es der Hersteller, liegt mit der Akupressurmatte von BACKLAxx richtig. Mit mehr als 10.000 Spitzen ist es zudem die ideale Matte für alle, die etwas empfindlicher sind. Toll auch: Die Länge von knapp 1 m bietet ausreichend Platz und die Extras können sich sehen lassen. Dafür kostet die Matte allerdings auch mehr als 80 Euro.

Wie wende ich eine Akupressurmatte richtig an?

Im Prinzip ist es super einfach, eine Akupressurmatte zu nutzen: Du musst dich nur drauflegen. Dazu setzt du dich am besten vor die Matte und legst deinen Körper dann Stück für Stück auf der Matte ab. So solltest du übrigens auch wieder aufstehen oder dich alternativ sanft zur Seite rollen. Vermeide es dagegen, dich mit deinen Händen oder Knien auf der Matte abzustützen. Da der Druck auf diese Körperstellen dann sehr groß ist, kann das mitunter schmerzhaft sein.

Hast du eine Position gefunden, die für dich angenehm ist, solltest du dich so wenig wie möglich bewegen und versuchen, dich zu entspannen. Für Fortgeschrittene gibt es übrigens viele Übungen, die auf der Akupressurmatte ausgeführt werden können.

Egal, ob du zu den Anfängern oder Fortgeschrittenen zählst, wichtig ist immer, dass du die Akupressurmatte auf einer Fläche ausrollst, auf der du genügend Platz hast, dich auszubreiten. Das kann beispielsweise der Boden sein, aber auch das Bett oder Sofa. Behalte im Hinterkopf: Je härter der Untergrund, desto stärker spürst du die Spikes auf deiner Haut.

Tipp: Falls du das Gefühl hast, dass die Akupressur-Stifte zu sehr piksen und schmerzen, behalte ein dünnes Shirt an oder lege ein Tuch auf die Matte, um dich langsam daran zu gewöhnen. Du möchtest nur deinen Rücken behandeln und der Druck ist dir im Liegen zu gering? Dann winkel die Beine leicht an.

Wie lange und wie oft sollte ich auf einer Akupressurmatte liegen?

Wie oft du deine Akupressurmatte nutzt, solltest du selbst entscheiden. Auch, wie lange du auf der Matte liegen bleibst, bleibt dir überlassen. Nur mal so als Anhaltspunkt: Viele Nutzer*innen rollen ihre Matte mehrmals pro Woche aus und liegen hier etwa 20 bis 30 Minuten. Je regelmäßiger man die Matte nutzt, desto besser soll es für den Körper sein und desto besser sollen letztlich auch mögliche Beschwerden gelindert werden.

Auch, zu welcher Tageszeit du dich auf die Akupressurmatte legst, ist im Prinzip egal. Interessant zu wissen: Legst du dich kurz auf die Matte, also etwa zehn Minuten, wirkt das Ganze anregend. Bleibst du hingegen länger liegen, also 20 Minuten und mehr, setzt eine entspannende Wirkung ein. Folglich macht es also Sinn, die Akupressurmatte morgens eher kurz und abends eher länger zu nutzen.

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Noch etwas Wichtiges zum Schluss: Hole dir bei ernsthaften Rücken- und Nackenproblemen unbedingt medizinische Hilfe. Leidest du unter bestimmten Erkrankungen, solltest du die Akupressurmatte nicht nutzen bzw. dich ohne Rücksprache mit einem Arzt/einer Ärztin auf keinen Fall auf die Matte legen. Dazu zählen beispielsweise Epilepsie, Thrombosen, Fieber sowie akute Hautentzündungen.

Auch bei Herzproblemen oder wenn du Medikamente einnimmst, die die Blutgerinnung beeinflussen, solltest du dir zunächst ärztlichen Rat einholen. Für Schwangere sind Akupressurmatte ebenfalls nicht empfehlenswert, da manche Druckpunkte vorzeitige Wehen auslösen könnten.

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