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Meditation: Der traditionelle Weg zu mehr Gelassenheit

von Redaktion Veröffentlicht am 22. Februar 2010
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Wenn etwas unserem modernen Leben, der Hektik, der Eile, dem Stress, der Unzufriedenheit, dem Streben nach dem immer mehr gegenübersteht, dann ist es die Meditation. Gerade weil die moderne Zeit so viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Seele bereithält, vertrauen immer mehr Menschen auf meditative Übungen, um zu mehr Ruhe, Gelassenheit und vor allem: zu sich selbst zu finden.

Zu allererst ist Meditation eine Konzentrationsübung. Über die Meditation wird der Geist beruhigt, der Meditierende nimmt sich Zeit, sich zu sammeln, um über die Meditation letztlich zum "Wesentlichen" zu gelangen. Meditation dient der Konzentration auf das Gegenwärtige; Gewohnheiten, Zukunftsängste, Erinnerungen und Wertungen bleiben außen vor. Meditatio ist Lateinisch und bedeutet soviel wie Ausrichtung zur Mitte. Auch wenn wir Meditation heute primär mit fernöstlichen Praktiken in Verbindung bringen, so ist die Meditation doch eine Übung, die auch im Westen - etwas im christlichen Gebet - ihreTradition hat. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede: Die Meditation, wie sie in Teilen Asiens verstanden wird, bedeutet eine Leerungoder Befreiung des Geistes, während im Westen vielmehr von Erfüllung die Rede ist.

Wenn es um Meditation geht, sollte man mit festen Gesetzen und Regeln grundsätzlich vorsichtig sein. Meditation bedeutet: Nachdenken. Und das darf durchaus beachtet werden, wenn es um die Suche nach einer modernen Interpretation von Meditation geht.

Es liegt auf der Hand, dass ein nepalesischer Mönch ein anderes Verständnis von Meditation aufbringt und andere Ziele verfolgt als eine Mitteleuropäerin, die zwischen Büro, Kindern und Haushalt Zeit für sich sucht. In ihrer traditionellen Ausprägungist Meditation für einen westlich geprägten Menschen kaum praktikabel. Meditation muss an individuelle Bedürfnisse angepasst werden, ohne dabei zu vernachlässigen, dass sie nur dann von wirklichem Nutzen ist, wenn sie regelmäßig ausgeübt wird.

Ideal ist es, zu Anfang ein Mal täglich für 10 Minuten einfache Übungen durchzuführen. Später kann die Meditation nach Bedarf erweitert werden. Wer es sich leisten kann, der räumt sich und seiner Meditation einen festen Platz im Tagesverlauf ein. Der Ort der Meditation muss dabei keine bestimmten Kriterien erfüllen, es ist jedoch hilfreich, einen festen, eigens für die Meditation bestimmten Ort zu haben.

Formen der Meditation
Es gibt Meditierende, die sich ihren Ort der Meditation liebevoll ausgestalten. Das beginnt mit dem Boden, auf dem sie sitzen, führt über spirituelle Bilder bis hin zu Düften, die mit Räucherstäbchen oder Kerzen erzeugt werden. Der entrückte Meditierende in Schwaden von Nebelwolken ist allerdings nur eines von vielen (Vorurteils-) Bildern, die sich aufdrängen. Über die verschiedenen Religionen haben sich ganz unterschiedliche Formen der Meditation herausgebildet, die sich sehr grob in zwei Richtungen unterscheiden lassen: die Meditation der Ruhe und die Meditation der Bewegung.

Sieht man sich die Meditation eines christlichen Mönchs an, so erkennt man, woraus die Meditation der Stille und Ruhe ihre Kraft schöpft: Aus der Lektüre der heiligen Schrift, aus dem Lernen durch Wiederholung und durch das Gebet. Es geht um die Konzentrationauf etwas, das zum Wesentlichen bestimmt ist. Die Anhänger Buddhas haben eine unglaubliche Fülle von Methoden der Meditation hervorgebracht. Es gibt die Meditation der Achtsamkeit, bei der sich der Meditierende auf das konzentriert, was im Hier und Jetzt für ihn von Bedeutung ist. Daneben gibt es die Meditation der Konzentration, bei der der Meditierende ausschließlich bei einer Sache, einem Gedanken oder dem berühmten Mantra bleibt.

Recht bekannt wurde die transzendentale Meditation des Maharishi Mahesh Yogi, einem indischen Guru, zu dessen Schülern Ende der 60er Jahre westliche Popstars wie die Beatles oder die Schauspieler Mia Farrow und Clint Eastwood gehörten. Der Einfluss von Maharishi Mahesh Yogi auf die Hippies, auf die weltweite Verbreitung von Ayurveda und die Popularität der Meditation ist nicht zu bestreiten.

Daneben wurden auch eine Reihe aktiver Meditationsformen erdacht. Die berühmtesten Praktiken dieser Meditationen sind wohl Tantra und Yoga, wobei sich allein Yoga in viele Untergruppen unterteilen lässt. Yoga wird in Europa überwiegend in Meditation, Atemtechnik und körperlichen Übungen, sogenannten Asanas, vermittelt. Im Zen-Buddhismus können schon alltägliche Handlungen zu Praktiken der Meditation werden. Auch die vielen fernasiatischen Kampfschulen kämen ohne den Erkenntnisgewinn aus der Meditation schwer aus. Und nicht zuletzt stehen auch im Tanz, in der Musik, der Kunst oder der Liebe stets Wege der Meditation offen.

Kleine Hilfe zur Meditation
Während Meditation in vielen Traditionen eine umfassende Schule des Lebens ist, dient sie uns Europäern vor allem als Schutzraum vor einem zunehmend fordernden Alltag. Wir haben Wege gefunden, Momente der Meditation zu schaffen. Dafür gibt es allerlei Lehrmaterial, es gibt Anleitungen zur Meditation auf CD, Ratgeber in Buchform und Lehrgänge an vielen öffentlichen Bildungseinrichtungen.

Für Meditation sollte man bereit sein, Meditation setzt den Willen voraus, sich einzulassen. Wer sich allerdings bereit fühlt und Lust verspürt, neue Wege der Entspannung zu entdecken, der sollte sich aufmachen. Mit ein wenig Geduld und Freude an der Reise zu sich selbst lässt sich bald herausfinden, welche Form der Meditation am besten geeignet ist.

von Redaktion