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Russische Jungennamen

Wer für sein Baby einen russischen Vornamen sucht, hat häufig auch selbst russische oder slawische Wurzeln. Das muss aber gar nicht so sein. Viele Vornamen mit russischem Ursprung sind unseren europäischen Namen sehr ähnlich. Manch ein Elternteil weiß vielleicht gar nicht, dass der ausgewählte Babyname einen russischen Ursprung hat. Vornamen wie Andrej oder Boris würde man nicht unbedingt als russisch einstufen.
Die russische Sprache bietet eine Fülle an Vornamen für Jungen und Mädchen. Manche klingen exotisch und sind in Deutschland eine Seltenheit, andere klingen dagegen wie viele andere europäische Namen auch und stechen nicht weiter aus der Masse heraus. Egal, ob ihr eher besonders auffällige oder einfach klassisch schöne Namen sucht – bei russischen Jungennamen werdet ihr fündig.


Russische Jungennamen und ihre Ursprünge

Der Ursprung vieler russischer Namen liegt im orthodox-christlichen Glauben. Damit stammen viele Namen aus dem Hebräischen oder Griechischen ab. Dies erklärt die Nähe einiger russischer Vornamen zu in Europa populären Vornamen und das, obwohl Russland zum größten Teil in Asien liegt. Die russischen Jungennamen, die für Deutsche eher fremd klingen, haben ihren Ursprung dagegen meist im Urslawischen, da Russisch eine slawische Sprache ist. Es gibt jedoch auch Namen, die ihren Ursprung im Persischen oder Arabischen finden. Russland ist ein multiethnisches Land. Dies erklärt sich durch die unglaubliche Größe des Landes und die damit einhergehenden zahlreichen Nachbarländer. Russland grenzt sowohl an mehrheitlich christliche, muslimische und auch buddhistische Länder. So kam es über Jahrhunderte zum kulturellen Austausch und somit zahlreichen Einflüssen auf die Namensgebung im Land. 


Jeder Name hat mehrere Kurzformen

Kosenamen spielen im Russischen eine große Rolle. Jeder Vorname hat zahlreiche Koseformen, die entweder abkürzen, abändern oder verniedlichen. In der Regel wird man in Russland gar nicht bei seinem eigentlichen Vornamen angesprochen, sondern mit unterschiedlichen Koseformen. Anhand der Ansprache lässt sich dann ableiten, in welchem Verhältnis die Menschen im Gespräch zueinander stehen. Der eigentliche Vorname gilt als förmlich und wird meist von Fremden verwendet. Familie und Freunde nutzen dagegen Koseformen. Ein Stanislav wird von seinen Freunden beispielsweise mit "Stas" angesprochen, von seiner Mama dagegen mit "Stasik".

Wer selbst keine russischen Wurzeln hat, hat manchmal sogar Probleme den ursprünglichen Namen von der Koseform abzuleiten. Manche Kosenamen scheinen für uns nämlich gar keinen Bezug mehr zum eigentlichen Vornamen zu haben. So wird aus Aleksandr beispielsweise Sascha, Sanja, Sanjka oder sogar Schura. In Deutschland ist es deshalb so, dass Koseform und Name als unterschiedliche Vornamen eingetragen werden. Nikolai und Kolja sind zum Beispiel im Russischen ein Name und seine Koseform, bei uns im Deutschen sind es dagegen zwei separate Vornamen. Dasselbe gilt für Evgenij und Schenja, Waldemar und Wowa, Konstantin und Kostja u. v. m..

Der Begriff "Koseform" beschreibt dieses Phänomen übrigens besser als "Kurzform", weil viele Ableitungen gar nicht kürzer sind als der eigentliche Vorname. Aus Vitalij wird zum Beispiel Vitalik, aus Yury wird Yura, aus Jakow wird Jascha usw.


Das kyrillische Alphabet bietet Fallstricke

So schön russische Vornamen auch sind, sie stellen die deutsche Sprache vor Herausforderungen. Wir nutzen das lateinische Alphabet, während im Russischen das kyrillische verwendet wird. So kommt es, dass russische Vornamen Buchstaben enthalten, die in unserem Alphabet nicht existieren und somit häufig nicht klar und einheitlich übersetzt werden können. Bezüglich der Schreibweisen russischer Vornamen kann es deshalb manchmal kompliziert werden.
Wer für sein Baby einen russischen Vornamen wählt, muss sich deshalb darüber im Klaren sein, dass derselbe Name in mehreren Schreibweisen vorkommt. Meistens gibt es eine Variante, in der ein "v" zum "w" wird oder andersrum. Ebenfalls oft: Ein "i" wird zum "y" oder auch zum "ij".


Jeder Name wird um ein Patronym ergänzt

Eine weitere Besonderheit russischer Vornamen ist, dass alle Russen zusätzlich zu ihrem Vornamen auch ein sogenanntes Patronym (auch genannt Vatersname) tragen. Dabei wird der Vorname des Vaters um eine männliche oder weibliche Endung ergänzt und an das Kind vererbt. Ganz unabhängig von Zweitnamen, die zusätzlich vergeben werden können. Im Russischen nennt man dies Otchestvo. Jungen bekommen als Otchestvo den Namen ihres Vaters samt der Endung "-witsch", Mädchen samt der Endung "-wna".

Heißt der Vater eines Jungen mit dem Vornamen Aleksandr zum Beispiel Vladimir, so bekommt der Junge zusätzlich zu seinem eigenen Namen den Vatersnamen Vladimirowitsch und heißt somit "Aleksandr Vladimirowitsch". In der weiblichen Variante hieße es: Aleksandra Vladimirowna. Diese Ansprache gilt in Russland als formelle Ansprache. Lehrer werden also zum Beispiel nicht mit Herr oder Frau und ihrem Nachnamen angesprochen, sondern stattdessen mit ihren Vornamen und Vatersnamen, also zum Beispiel Aleksandr Vladimirowitsch.
 
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