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Kirschlorbeer ist dabei: 3 invasive Pflanzen, die den Garten kaputt machen

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Vorab im Video: Diese Sträucher sind insektenfreundlich und wachsen dicht

Nur weil eine Pflanze beliebt ist, bedeutet das nicht, dass sie auch eine gute Wahl ist. Hier kommen 3 Sträucher und Stauden, die nicht in deinen Garten gehören.

Ich bin seit einigen Monaten Gartenbesitzerin und habe mir den ganzen Winter über Gedanken um die Gartengestaltung gemacht. Mit welchen Stauden kann ich den schattigen Hang bepflanzen? Welche passen in das sonnige Beet? Und welche Sträucher kann ich als Sichtschutz einsetzen?

Bei der Recherche im Gartencenter und online begegneten mir häufig die gleichen Kandidaten. Ganz vorne mit dabei, wenn es um den Sichtschutz geht: Kirschlorbeer. Er ist neben anderen Lorbeerarten der absolute Pflanzen-Bestseller und dominiert die Gärten – nicht nur in meiner Nachbarschaft.

Doch eben dieser beliebte Strauch steht in der Kritik. Denn Kirschlorbeer gehört zu den invasiven Arten, genauer zu den so genannten Neophyten.

Unter invasiven Neophyten versteht man Pflanzen- und Tierarten, die hier nicht heimisch sind und vom Menschen angesiedelt wurden. Diese „Eindringlinge“ verdrängen heimische Pflanzen, da sie sich häufig ungebremst ausbreiten.

In der Schweiz darf Kirschlorbeer ab dem 1. September 2024 gar nicht mehr verkauft werden. Zwar gilt dieses Verbot nicht in Deutschland. Trotzdem solltest du den Kirschlorbeer genau wie drei andere beliebten Pflanzen aus ökologischer Sicht nicht in deinen Garten setzen. Lies hier, warum.

Kirschlorbeer ist giftig für Mensch und Tier

Kirschlorbeer ist der mit Abstand beliebteste Strauch als Sichtschutz. Zum Leidwesen der Tiere, die in unseren Gärten leben. Denn die Blätter und Früchte dieser invasiven Pflanze sind giftig.

Sie können Insekten und Vögel daher nicht als Nahrungsquelle dienen, was dazu führt, dass sich weniger der nützlichen Gesellen im Garten tummeln. Zum Glück gibt es sinnvolle Sichtschutz-Sträucher. Wir haben insektenfreundliche Alternativen zur Lorbeerhecke für dich zusammengestellt.

Kirschlorbeer schadet der Natur
Kirschlorbeer gehört zu den Gartenpflanzen, die der Natur schaden. Credit: Adobe Stock

Schmetterlingsflieder ist gar nicht so gut für Schmetterlinge

Obwohl der schöne Zierstrauch Schmetterlinge in Scharen anzieht, ist er gar nicht so insektenfreundlich, wie man meinen mag. Zwar dient er den Fluginsekten durch seinen wohlschmeckenden Nektar als Nahrungsquelle, doch Schmetterlinge & Co. legen ihre Eier nicht auf der Pflanze ab. Das wiederum schadet der Artenvielfalt.

Ein weiterer Grund Schmetterlingsflieder nicht in den Garten zu pflanzen: Auch er ist eine invasive Art und verdrängt heimische Pflanzen durch sein rasantes Wachstum. Deshalb darf auch er, genau wie der Kirschlorbeer, in der Schweiz nicht mehr verkauft werden.

Lies außerdem: Viel besser als Schmetterlingsflieder: Diese 4 Stauden locken Schmetterlinge an

Lila Schmetterlingsflieder Strauch
Schmetterlingsflieder verbreitet sich rasant. Credit: Adobe Stock

Vielblättrige Lupinen verdrängen heimische Pflanzen

Ebenfalls zu den botanischen Eindringlingen gehören die so schönen Lupinen. Hobby-Gärtner*innen begeistert die aus den USA stammende Pflanze mit den knallbunten Blüten, weil sie so robust ist und selbst auf dem kargsten Boden prächtig gedeiht.

Doch genau das ist das Problem. Denn Lupinen sind in der Lage Stickstoff aus der Luft an ihrer Wurzel zu binden. Das macht den Boden fruchtbarer und sie verbreitet sich rasant. Lupinen verdrängen heimische Pflanzen, die auf karge Böden angewiesen sind. Dazu gehören zum Beispiel Arnika oder Knabenkraut.

Dazu kommt, dass Lupinen sich extrem schnell und sehr breit vermehren. Eine einzige Pflanze hat durchschnittlich etwa 60 Blüten und diese produzieren ca. 2.000 Samenkörner, die sie bis zu sechs Meter weit schleudert.

Pflanzt du Lupinen in deinen Garten, kann es also sein, sich „deine“ Lupinen bald in den Nachbarsgärten ausbreiten – oder schlimmer in der freien Natur rund um dein Grundstück.

Pinke Lupinen im Garten
Lupinen breiten sich rasend schnell aus und verdrängen heimische Pflanzen. Credit: Adobe Stock

Was tun, wenn ich diese Pflanzen schon im Garten habe?

Die drei vorgestellten Pflanzen finden sich in vielen Gärten. Natürlich bedeuten die Infos nicht, dass man vorhandene Stauden oder Sträucher entfernen muss. Es geht viel mehr darum, in der Zukunft sensibler zu sein, was den Pflanzenkauf angeht.

Wenn du deinen Garten tierfreundlicher und naturnäher gestalten willst, hilft schon ein einfacher Tipp: Überlasse einen kleinen Teil deines Gartens der Natur. Wilde, heimische Pflanzen ziehen Insekten an, die wiederum Vögel in den Garten locken. Denn das, was wir bloß als unnötiges Unkraut erachten, ist für die Natur nützlich und wertvoll.

Wenn du mehr zum Thema insektenfreundliche und naturnahe Gärten wissen möchtest, dann schau doch bei meinen Kolleg*innen von Landidee.de vorbei. Dort findest du Tipps und Tricks, wie du deinen Garten anlegen solltest, um im Einklang mit der Natur zu sein.

Du wünschst dir üppig wachsende Stauden im Garten, die wenig Aufwand bedeuten? Dann sind diese 8 robusten Schönheiten vielleicht das richtige für dich:

Quellen: Landidee.de, bund.net