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Luftfeuchtigkeit in Räumen: So schaffst du ein optimales Wohnklima

von Inga Back Erstellt am 15. Oktober 2020
Luftfeuchtigkeit in Räumen: So schaffst du ein optimales Wohnklima© Getty Images

Es lohnt sich, die optimale Luftfeuchtigkeit in allen Räumen im Blick zu haben. Wir verraten euch, wie ihr sie messt und – wenn nötig – erhöht oder senkt.

Über die Luftfeuchtigkeit zu Hause machen sich viele erst dann Gedanken, wenn es bereits ein Problem gibt. Dabei gibt es viele Probleme, deren Ursache eine zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit ist. Wir wissen es bloß nicht.

Die falsche Luftfeuchtigkeit kann nämlich nicht nur zu Schimmel führen. Auch unscheinbare Dinge wie trockene Lippen oder ein kratziger Hals können das Resultat von einem Problem mit der Luftfeuchtigkeit sein.

Was passiert, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu niedrig ist?

Probleme mit der Luftfeuchte machen sich in zwei Bereichen bemerkbar: der Bausubstanz und unserer Gesundheit. Zu hohe Luftfeuchtigkeit führt zur Schimmelbildung. Dies greift zum einen die Bausubstanz an und hat zum anderen zu gesundheitlichen Folgen wie Asthma oder Allergien. Außerdem wird bei zu hoher Luftfeuchtigkeit auch die Vermehrung von Pilzen begünstigt, und es herrschen bessere Lebensbedingungen für Parasiten.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit macht sich dagegen durch trockene Haut und Schleimhäute bemerkbar. Es kommt zu Juckreiz und Rötungen. Außerdem wird die Immunabwehr geschwächt. Zu geringe Luftfeuchte schadet jedoch auch Holz, da sich dieses dadurch verziehen kann.

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Das ist die optimale Luftfeuchtigkeit in allen Räumen

Beim Thema Luftfeuchtigkeit wird es leider schnell kompliziert. Es gibt tatsächlich mehrere Werte, die berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören die relative Luftfeuchtigkeit, die absolute und auch die maximale. Wenn es um die optimale Luftfeuchtigkeit geht, spricht man also von einer prozentualen Angabe, die sich aus diesen Werten zusammensetzt. Um festzustellen, ob zu Hause ein optimales Wohnklima herrscht, reicht jedoch meistens dieser prozentuale Wert aus.

Als Faustregel sagt man, dass eine Luftfeuchtigkeit von 50% und eine Raumtemperatur von 20 Grad ideal sind. Ganz so pauschal kann man das jedoch nicht sagen. Die optimale Luftfeuchtigkeit hängt immer davon ab, wie hoch die Temperatur im jeweiligen Raum ist und die schwankt natürlich. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Deshalb ist die ideale Luftfeuchtigkeit im Keller auch geringer als im Bad.

Außerdem hängt die optimale Luftfeuchtigkeit auch davon ab, welche Tätigkeiten im Zimmer ausgeübt werden. In der Küche, wo gekocht wird und es tendenziell warm ist, braucht es eine höhere Luftfeuchtigkeit als im Schlafzimmer, wo es kühl ist und nur geschlafen wird.

Deshalb ergeben sich für unterschiedliche Räume auch unterschiedliche Werte für die ideale Luftfeuchtigkeit:

Raum optimale Temperatur optimale Luftfeuchtigkeit
Wohnzimmer 20 Grad 40-60%
Schlafzimmer 18 Grad 40-60%
Kinderzimmer 22 Grad 40-60%
Küche 18 Grad 50-60%
Bad 23 Grad 50-70%
Flur 18 Grad 40-60%
Keller 10-15 Grad 50-65%

Doch hier gilt: Die optimale Luftfeuchtigkeit orientiert sich an der Raumtemperatur, und die optimale Raumtemperatur ist so hoch, wie man sich wohlfühlt. Manche Menschen mögen es zu Hause ein bisschen wärmer – andere dagegen frischer. Diese Werte variieren daher individuell nach Haushalt.

Luftfeuchtigkeit in Räumen messen

Die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen muss nicht unbedingt vom Fachmann bestimmt werden, man kann sie auch selbst messen. Am einfachsten gelingt dies mit einem so genannten Hygrometer (hier bei Amazon bestellen*). Dies ist ein Thermometer, das zusätzlich über einen Feuchtigkeitsmesser verfügt. Da optimale Luftfeuchte und Temperatur zusammenhängen, zeigt da Hydrometer immer beides an.

Bei einem Hygrometer ist allerdings wichtig, dass man es korrekt aufstellt oder -hängt. Die falsche Platzierung führt nämlich zu verfälschten Ergebnissen. Beim Aufstellen des Hygrometers gilt deshalb:

  • Nicht zu nah am Fenster.
  • Nicht an der Außenwand.
  • Nicht zu nah an Türen.
  • Nicht hinter Vorhängen.
  • Nicht über der Heizung.
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung.

Achtung: Zeigt ein Hygrometer in allen Räumen dieselben Ergebnisse, ist es vermutlich defekt. Bei besonders anfälligen Räumen ist es sinnvoll, jeweils ein Hygrometer an jedem Ort anzubringen (hier Hygrometer im 3er Set bei Amazon bestellen*). So können Keller, Vorratskammern oder ähnliches gleichzeitig beobachtet werden. Bewegt sich die Luftfeuchtigkeit konstant über 70% oder fällt unter 30%, sollte ein Fachmann zurate gezogen werden.

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Luftfeuchtigkeit erhöhen: Einfache Tipps

Meistens wird zu hohe Luftfeuchtigkeit als schädlicher eingestuft als zu niedrige. Dabei kann eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit ebenfalls für Probleme sorgen. Holz verzieht sich bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit und es hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Die ersten Anzeichen sind trockene Lippen und eine trockene Haut. In schlimmen Fällen zeigt sich dies durch Rötungen und Juckreiz. Außerdem wird unsere Immunabwehr geschwächt. Es kommt vermehrt zu Erkältungen, der Hals kratzt und die Augen können brennen.

Es kann also durchaus sinnvoll sein, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Dafür gibt es einige einfache Methoden.

1. Stoßlüften

Wer die Fenster komplett öffnet und einen Durchzug kreiert, sorgt damit für einen Luftaustausch und kann so die Luftfeuchtigkeit senken oder erhöhen. Zum richtigen Stoßlüften sollte für 5 bis 25 Minuten gelüftet werden. Experten empfehlen mindestens drei Mal täglich. Dabei gilt: Je größer der Unterschied zwischen Zimmer- und Außentemperatur ist, desto schneller gelingt der Luftaustausch. Im Winter reichen deshalb schon fünf Minuten, während es im Sommer auch 25 sein können.

IM VIDEO: Richtig lüften: Diese 4 Experten-Tipps solltet ihr jetzt beachten

Video von Justin Amaral

2. Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen nehmen Wasser auf, sie geben es aber auch wieder an die Luft ab. Einige Zimmerpflanzen sind dafür jedoch besser geeignet als andere. Besonders gut für das Raumklima sind Zimmerpflanzen wie Efeu, die Grünlilie oder die Goldfruchtpalme.

Mehr erfahren: Diese 6 Zimmerpflanzen sind gut für die Gesundheit und machen fitter


3. Raumluftbefeuchter

Man kann natürlich auch händisch die Luftfeuchtigkeit erhöhen, wenn man mit einem Zerstäuber feine Wassertröpfchen an die Luft abgibt. Einfacher ist jedoch ein Raumluftbefeuchter (hier bei Amazon bestellen*). Dieser gibt konstant einen feinen Nebel ab. Wichtig ist hier jedoch, dass der Raumluftbefeuchter zur Größe des Zimmers passt.


4. Wäsche im Innern trocknen

Feuchte Wäsche ist eine einfache und effektive Methode, um die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu erhöhen. Gerade im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit sinkt, wirkt das einfach, schnell und zuverlässig.

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Luftfeuchtigkeit senken: So geht's

Es gibt viele Gründe für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Wir Menschen geben Wasser an die Luft ab, wenn wir atmen oder schwitzen. Beim Kochen steigt Wasserdampf auf, genau wie beim Baden oder Duschen. Zu seltenes Lüften kann auch dazu beitragen. Auch Zimmerpflanzen oder die Raumtemperatur spielen eine Rolle.

Es kann aber auch bauliche Gründe haben, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Mangelnde Isolierung zum Beispiel – oder das genaue Gegenteil, wenn die Isolierung etwas zu dicht ist.

Wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch ist, kann es zur Schimmelbildung kommen. In solchen Fällen sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu senken.

1. Stoßlüften

Wer die Luftfeuchtigkeit senken möchte, erreicht das durch Stoßlüften nur, wenn die Luftfeuchtigkeit innen größer ist als draußen. Im Sommer, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen sehr hoch sein kann, sollte deshalb früh morgens oder spät abends gelüftet werden.


2. Aquarien, Zimmerbrunnen und Pflanzen auslagern

Wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist, ist der zweite Schritt, alles aus dem Raum zu entfernen, was zusätzlich Wasser an die Luft abgibt. Das können Zimmerpflanzen sein, das können aber auch Terrarien, Aquarien, Trink- oder Zimmerbrunnen sein.


3. Wäsche draußen trocknen

Wer regelmäßig feuchte Wäsche im Haus trocknen lässt, kann auch einfach das weglassen. Die Feuchtigkeit aus der Wäsche wird schließlich an die Raumluft abgegeben. Hier gilt es also die Wäsche im Freien zu trocknen, oder verstärkt auf mehrmaliges Lüften zu achten.


4. Dunstabzugshaube nutzen

Auch beim Kochen entsteht viel Wasserdampf, der an die Luft abgegeben wird. Beim Kochen sollte deshalb die Dunstabzugshaube verwendet werden. Außerdem sollte sie auch nach dem Kochen noch ein wenig weiterlaufen, bis die Luftfeuchtigkeit ausreichend gesenkt wurde.


5. Raumtemperatur anpassen

Da auch die Raumtemperatur Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit hat, kann man sie auch so senken. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen. Ein Anheben der Temperatur kann deshalb manchmal helfen. Hier sollte man sich an der empfohlenen Temperatur für den jeweiligen Raum orientieren. Meistens liegt diese bei etwa 20 Grad.

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