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Weniger ist mehr: So entrümpelst du endlich dein Zuhause

von Jutta Eliks Veröffentlicht am 29. Dezember 2017
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Unordnung entwickelt sich von ganz alleine. Krimskrams sammelt sich über die Wochen und Monate an und irgendwann ist das Chaos so groß, dass du gar nicht weißt, wie und wo du mit dem Aufräumen anfangen sollst. Mit unseren Tipps schaffst du endlich mehr Platz in deinem Zuhause - mühelos und stressfrei!

Die richtige Planung spart dir Kraft und Nerven

Ausmisten ist anstrengend? Nicht, wenn du es richtig angehst. Die meisten überschätzen ihre Motivation und ihre Kräfte und nehmen sich von vornherein viel zu viel vor. Am Ende sind sie völlig erschöpft und längst noch nicht fertig. Merke dir von vornherein: Du kannst an einem Wochenende nicht eine ganze Wohnung ausmisten - maximal ein Zimmer!

Gehe das Entrümpeln so an, dass du es tatsächlich realisieren kannst: Statt dir ein ganzes Wochenende zum Ausmisten vorzunehmen, nimm dir nur eine Stunde vor. Statt ein ganzes Zimmer aufräumen zu wollen, widme dich nur einer bestimmten Ecke. Statt immer nur an deinen freien Tagen für Ordnung zu sorgen, nimm dir jeden Tag fünf Minuten für eine kleine Aufgabe. Das ist zeitlich zu schaffen, alles andere als anstrengend, und trotzdem kommst du deinem Ziel jeden Tag ein Stück näher.

Wenn du jetzt losstürmen und schöne Aufbewahrungsboxen kaufen willst: STOPP! Entrümpeln fängt nicht mit Einkaufen an. Du denkst, dass es dir dabei helfen wird, Ordnung zu schaffen. Aber ein Set aus Aufbewahrungsboxen zu kaufen macht keinen Sinn, wenn du keinen Plan davon hast, was wo aufbewahrt werden soll. Am Ende passt nicht alles, was du drin haben willst, rein oder die Boxen stehen ungenutzt irgendwo rum. Deswegen gehe es von vorneherein richtig an: Miste erst aus und schaue dann, was übrig bleibt und wie du es am besten aufbewahren kannst.

Für jede Ecke ein Aufräumtipp

Egal, welchem Bereich in deinem Zuhause du dich zuerst widmest: Grenze ihn möglichst stark ein (z.B. Schreibtischoberfläche) und konzentriere dich ausschließlich darauf. Achte nach dem Aufräumen penibel darauf, diesen kleinen Bereich weiterhin frei von unnötigem Krimskrams zu halten. Dann kannst du den Bereich beim nächsten Mal vergrößern (Schreibtischoberfläche + Schubladen) und die Ordnung so stetig ausbreiten. Für schwierige Ecken beim Ausmisten haben wir folgende Tipps für euch:

  • Kleiderschrank:

Ob es dir gefällt oder nicht: Wenn dein Kleiderschrank keinen Platz für neue Errungenschaften bietet, musst du dich von einigen Stücken trennen. Also nimm deinen Fundus genau unter die Lupe. Frage dich bei jedem einzelnen Kleidungsstück: Ist es löchrig oder hat es unauswaschbare Flecken? Dann sofort weg damit. Passt es dir noch? Wenn nein, dann ab damit zur Kleiderspende. Für die restliche Kleidung gibt es folgenden Trick, um zu erkennen, ob du sie noch brauchst, oder nicht:

Hänge alle Kleiderhaken deines Schranks in eine Richtung. Wenn du nun etwas vom Kleiderhaken genommen und angezogen hast, hänge es später so zurück in den Schrank, dass der Kleiderhaken in die andere Richtung zeigt. So wirst du mit der Zeit anhand der Kleiderhaken erkennen, welche Klamotten du tatsächlich trägst, und welche du einfach nicht anrührst. Dann zählt nicht mehr die Ausrede "Aber vielleicht werde ich es irgendwann noch anziehen". Nix da, weg damit!

  • Papierkram

Ein geöffneter Brief landet schnell mal auf irgendeinem Tisch und nimmt dort nur unnötig Platz weg, weil du nicht weiß, wohin du ihn sonst legen sollst. Lege einen Ort fest, an dem du immer lose Blätter ablegen wirst. Und auch wirklich nur dort! Auf Dauer solltest du wichtige Dokumente in Ordnern abheften, die du entsprechend beschriftest.

Wenn du einen riesigen Stapel loser Blätter abarbeiten musst, mache es systematisch: Teile jedes Blatt Papier, das du in die Hand nimmst, einer der drei Kategorien zu: Müll, Ordner oder Erledigung. Kein Blatt darf am Ende in irgendeiner zusätzlichen Sonderkategorie übrig bleiben. Was in den Müll soll, wird sofort weggeschmissen. Was in den Ordner soll, wird sofort abgeheftet. Am Ende kannst du dich dann dem Haufen "Erledigungen" widmen.

  • Schubladen

Entweder sie sind zum Bersten voll mit allem erdenklichen Zeug gefüllt oder in ihnen fliegen ungeordnete Kleinteile herum. Schubladen laden Unordnung förmlich zu sich ein! Damit du beim Ausmisten nicht verzweifelst, solltest du dich immer nur einer einzigen Schublade widmen und so mit der Zeit Stück für Stück alle durcharbeiten.

So mistest du eine Schublade am einfachsten aus: Leere sie komplett und breite den Inhalt auf einem Tisch aus. Sortiere den Inhalt nun nach drei Kategorien:

  • Dinge, die wirklich in der Schublade aufbewahrt werden sollten
  • Dinge, die besser woanders aufbewahrt werden sollten
  • Dinge, die weggeschmissen werden können

​​Wisch die Schublade aus und lege anschließend alles, was in der ersten Kategorie gelandet ist, zurück in die Schublade. Danach kannst du dich um die beiden anderen Kategorien kümmern.

  • Regale

Widme dich pro Aufräumsession nur einer Regalfläche statt dem ganzen Regal. So gehst du sicher, dass du gründlich ausmistest und nicht zwischendrin aufhörst oder gar komplett aufgibst. Sortiere, wie bei den Schubladen, den Inhalt der Regalfläche danach, was auf die Fläche gehört, was woanders hingehört und was weggeworfen werden kann.

  • Große Oberflächen

Schreibtische, Arbeitsplatten und Küchentheken werden gerne als Ablage für alles benutzt. Schließlich bieten sie so viel Platz! Aber Chaos ist bei diesen großen Flächen vorprogrammiert. Deswegen solltest du sie stets frei von jeglichem Trödel halten. Konzentriere dich beim Ausmisten jeweils auf eine Fläche und teile alles, was du vorfindest, in die drei oben genannten Kategorien ein. Besonders in der Küche stehen häufig Geräte rum, die du kaum benutzt. Verstaue sie im Schrank und hol dir den Platz zurück, der vorher fehlte.

  • Kleinkram

Für alles, was frei rumfliegt (Teelichter) oder nicht von alleine stehen kann (Tütensuppen) sind Aufbewahrungsboxen die ideale Lösung. Sie halten zusammen, was sonst ein Eigenleben entwickelt und entweder nicht mehr gefunden werden kann oder für einen unordentlichen Anblick sorgt. Behälter in verschiedenen Farben können dir dabei helfen zu erkennen, was drin ist, ohne reinzugucken. Grüne und rote Behälter können z.B. eine Eselsbrücke für Weihnachtsdeko bieten.

Wie du durchhälst:

Beim Ausmisten lauert überall Ablenkung. Hier eine alte Zeitschrift mit einem tollen Artikel, da die Fotos aus dem letzten Urlaub, und schon schweifst du ab und vergisst deine eigentliche Aufgabe. Für die gemeinsten Ablenkungen beim Ausmisten haben wir folgende Lösungen:

  • Raum nicht verlassen

Solange du dich an dem Ort des Ausmistens aufhältst, ist ja noch alles gut. Aber dann findest du etwas, was in ein anderes Zimmer gebracht werden soll, und zack, schon lenkt dich auf dem Weg dahin etwas anderes ab. Die Spülmaschine muss ausgeräumt werden, dann wolltest du ja noch deine Freundin anrufen und der Fleck auf dem Tisch ist immer noch nicht weggewischt.

Damit dein Zuhause dich in Zukunft nicht mehr vom Ausmisten abbringt, mache am besten folgendes: Stelle eine Kiste an der Tür des Zimmers auf, das du gerade ausmistest. Darin sammelst du beim Entrümpeln alles, was den Raum verlassen soll. Erst, wenn du mit dem Zimmer durch bist, trägst du die Kiste raus und bringst alles dahin, wo es hingehört.

  • "Vielleicht-Sachen" wegpacken

Während des Ausmistens stößt du häufig auf Dinge, bei denen die Entscheidung schwerfällt. Wegwerfen oder nicht? Vielleicht brauchst du es ja noch irgendwann für irgendwas. Meistens werden solche Dinge beiseite gestellt und sorgen nur für zusätzliche Unordnung. Auch dafür gibt es eine Lösung:

Beschrifte einen Karton mit "Vielleicht" und dem Datum des jeweiligen Tages. Lege da nun alles rein, bei dem du dir nicht sicher bist, ob du es wegwerfen sollst oder vielleicht noch benötigst. Diesen Karton stellst du anschließend so weg, dass er nicht mehr zu sehen ist. Aus den Augen, aus dem Sinn. Nach spätestens einem halben Jahr holtst du ihn wieder hervor und schaust rein. Jetzt hast du die Gewissheit: Was du in den sechs Monaten nicht aus dem Karton geholt hast, brauchst du wirklich nicht.

  • Müll sofort entsorgen

Ausmisten bringt nur was, wenn du im Anschluss mehr Platz zur Verfügung hast als vorher. Das kriegst du nicht hin, wenn du die Dinge, die weg sollen, nicht auch sofort entsorgst. Gib dich nicht mit prallen Müllsäcken in der Ecke zufrieden, sondern bring alles sofort zu den jeweiligen Containern. Der Anblick deiner aufgeräumten Wohnung ist die ganze Mühe wert!

Hier findest du clevere Ideen für mehr Stauraum!

Stauraum-Ideen © Formula Z/S

So machst du Ordnung zu deiner Gewohnheit

  • Einer raus, einer rein

Mit dieser Methode sorgst du dafür, dass die Zahl deiner Besitztümer nie wächst, sondern gleich bleibt. Sobald du dir etwas Neues anschaffst oder geschenkt bekommst, muss dafür etwas anderes gehen - ohne Ausnahme! So verhinderst du eine Anstauung von Dingen, die irgendwann wieder durchsortiert und ausgemistet werden müssen. Und einen Gegenstand zu finden, der weg soll, geht viel schneller als komplettes Entrümpeln.

  • Täglich ein Objekt verschenken

Wenn du generell deinen Besitz verkleinern willst, mache es dir zur Gewohnheit, täglich ein Objekt zu verschenken. Es geht schnell und ist nicht aufwändig, du gewinnst stetig mehr Platz und machst jemand anderem damit eine Freude.

  • Einen Monat warten

Wenn du die Tendenz hast, unnützes Zeug aus einem Impuls heraus zu kaufen, gewöhne dir folgendes an: Schreibe das, was du dir gerne kaufen möchtest, auf eine Liste und warte einen Monat. Wenn du dann draufschaust und feststellst, dass du es nicht mehr haben willst, hast du erfolgreich Geld gespart!

Du suchst noch Wohninspiration? Hier findest du sie!

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