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Tauben vertreiben: Die besten Tipps & Tricks

von Inga Back Erstellt am 7. Oktober 2020
Tauben vertreiben: Die besten Tipps & Tricks© Getty Images

Tauben können eine sehr lästige Angelegenheit sein. Zum Glück gibt es jedoch einige tierfreundliche Möglichkeiten, um Tauben effektiv zu vertreiben.

Bei Tauben scheiden sich die Geister: Die einen finden sie okay, die anderen finden sie ganz furchtbar. Tauben werden deshalb manchmal auch abfällig als die "Ratten der Lüfte" bezeichnet. Grund dafür ist, dass sie sich in der Stadt genauso unkontrolliert ausbreiten, dass sie Krankheiten übertragen können und mit ihrem Kot alles verunreinigen – und wo Tauben sind, findet sich viel Kot. Das Gurren von Tauben ist auf Dauer auch nicht unbedingt angenehm. Tauben gehören also zu den unbeliebtesten Tieren in Deutschland.

Kein Wunder also, dass jeder, der es mit Tauben auf dem Dach, Garten oder Balkon zutun hat, sie loswerden möchte. Zum Glück ist die Sache nicht ganz aussichtslos. Es gibt Mittel, um Tauben zu vertreiben. Wir verraten euch, welche das sind.

Ganz wichtig: Beugt dem Taubenbefall vor

Es ist in der Regel einfacher (und stressfreier) dafür zu sorgen, dass Tauben sich gar nicht erst ansiedeln, als sie nachträglich zu vergrämen. Tiere sind simpel gestrickt: Sie siedeln sich dort an, wo sie Futter finden. Wenn sich auf dem Balkon also Krümmel oder gar Essensreste finden, kommen auch Tauben. Es ist also wichtig, dass ihr, wenn ihr auf dem Balkon grillt oder esst, anschließend gründlich aufräumt und fegt.

Wer über einem Restaurant oder Café wohnt, sucht am besten auch das Gespräch mit den Besitzern, damit diese ebenfalls verstärkt auf Sauberkeit achten. Auch volle Mülleimer können Tauben anlocken.

Lesetipp: Mäuse vertreiben: So werdet ihr die kleinen Nager los

Vorsicht: Es gibt Grenzen bei der Taubenabwehr

Manchmal werden Wasserpistolen zum Einsatz gegen Tauben empfohlen, dabei soll das Wasser jedoch mit Essig angereichert werden. Dies soll Tauben verjagen. Das tut es vielleicht auch, aber es verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Essig greift die Fettschicht der Federn an, sodass diese verkleben. Das schwächt die Taube und kann sie sogar flugunfähig machen. Auch Klebesprays oder Anti-Tauben-Pasten zielen auf diesen quälenden Effekt ab.

Ebenfalls verboten sind Bretter aus denen Nägel hervorstehen. An ihnen können sich Tauben und andere Vögel verletzen. Auch Fangnetze können dazuführen, dass die Tiere sich verheddern und qualvoll verhungern. Mancherorts ist die Abneigung gegen Tauben so groß, dass mit Luftgewehren auf sie geschossen oder nach ihnen getreten wird. Auch das ist illegal. Die Tiere sterben dann meist an ihren inneren Verletzungen.

Tauben wurden zwar durch Gerichte bereits als Schädlinge eingestuft und dürfen deshalb unter bestimmten Umständen getötet werden, dies darf jedoch nur durch einen Fachmann und mit entsprechenden Genehmigungen geschehen. Wer ohne Genehmigung und entsprechende Qualifikation eine Taube verletzt oder tötet, macht sich strafbar und riskiert eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Abgesehen davon, dass es moralisch nicht ok ist, Tauben zu töten, so ist zudem auch nicht sinnvoll. Tauben siedeln sich dort an, wo es Futter und Nistplätze gibt. Tötet man eine Taube, wird der Lebensraum sofort von einer neuen besetzt. Stressfreier, günstiger und tierfreundlicher ist deshalb das Vergrämen von Tauben.

Tauben vertreiben: Die besten Hausmittel

Haustiere

Das vielleicht effektivste Mittel gegen Tauben sind Haustiere. Hunde und Katzen verjagen Tauben effektiv. Zudem bewegen sie sich unkontrolliert und erschrecken die Vögel alleine dadurch. Hunde bellen noch dazu, auch das verschreckt Tauben. Es kann also helfen, der Katze oder dem Hund Zugang zum Balkon zu gewähren.

Manchmal wird sogar empfohlen, Tierhaare zur Vergrämung einzusetzen. Das ist jedoch nur mäßig effektiv, da Tauben sich schnell an Gerüche gewöhnen.

Windräder

Windräder sind eine einfache und dekorative Möglichkeit, um Tauben fernzuhalten. Tauben erschrecken sich vor unvorhergesehenen Bewegungen. Windräder in Blumentöpfen können dafür bereits ausreichen.


DIY-Mobiles und Windspiele

Mobiles oder auch Windspiele funktionieren nach demselben Prinzip wie Windräder. Sie erschrecken die Tauben durch Reflektionen, plötzliche Bewegungen und Geräusche. Bindet dafür einfach einige alte CDs zusammen und hängt sie in einen Baum oder an das Balkongeländer. Sobald die CDs verblassen, sollten sie allerdings ausgetauscht werden.


Lärm

Tauben lassen sich gut durch Krach vertreiben. Es reicht schon, wenn man zwei Holzlatten zusammenschlägt oder laut pfeift. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass man immer auf der Lauer liegen muss, um schnell zu reagieren, wenn Tauben kommen.

Lesetipp: Marder vertreiben: So verhindert ihr Schaden durch die Räuber

Tauben vom Balkon vertreiben

Auch auf dem Balkon helfen die gängigen Hausmittel, die auf Erschrecken beruhen. Auf dem Balkon lassen sich Tauben jedoch viel unkomplizierter vertreiben: durch einen Plastikraben, auch bekannt als Taubenschreck (hier bei Amazon bestellen)*.

Raben sind natürliche Feinde der Tauben. Sieht eine Taube einen Raben auf eurem Balkon, wird sie diesen meiden. Wichtig ist nur, dass ihr die Atrappe hin und wieder umpositioniert. Sonst lernen die Tauben, dass gar kein echter Rabe auf dem Geländer sitzt.

Aber Achtung: Der Rabe muss sehr gut befestigt sein. Fällt dieser vom Balkon und verletzt jemanden oder richtet Schaden an, müsst ihr dafür haften.

Tauben vom Dach oder Fenstersims vertreiben

Auf dem Fenstersims oder Dach lassen sich Tauben mit so genannten Spikes vergrämen. Diese verhindern das Landen der Taube. Dabei gibt es jedoch große qualitative Unterschiede. Von selbstgebauten Spikes aus Brettern und Nägeln sollte man komplett die Finger lassen. Das Verletzungsrisiko für Tauben und andere Vögel ist dabei zu groß. Es gibt jedoch Spikes, die mit dem Tierschutzgesetz konform sind.

Hochwertige Taubenspikes sollten mehrreihig sein und aus Edelstahl bestehen (hier bei Amazon bestellen)*. Aluminium lässt sich zu leicht verbiegen. Es gibt inzwischen jedoch auch zuverlässige Modelle aus Kunststoff, hier sollte nur darauf geachtet werden, dass das Material UV-beständig ist.

Bitte nicht: Tauben vertreiben mit Ultraschall

Ultraschall wird gerne als Allrounder gegen alle möglichen Tiere angepriesen von Katzen, über Marder, bis hin zu Tauben. Das Problem dabei ist aber, dass nicht nur die Tiere, die man vergrämen möchte, Ultraschall als unangenehm empfinden. Auch für Wildtiere oder den eigenen Hund kann Ultraschall eine große Belastung sein. Falsch eingestellt gab es sogar schon Berichte von Menschen, die unter Kopfschmerzen gelitten haben, die durch Ultraschall ausgelöst waren. Von Ultraschallgeräten wird deshalb abgeraten. Bei Tauben sind sie zudem nicht effektiv, da Tauben sich schnell an das Geräusch gewöhnen.

Tauben aus dem Garten vertreiben

Tauben aus dem Garten zu vertreiben, ist nicht einfach. Der Garten bietet ihnen viele Nistplätze und wenn sie erst einmal angefangen haben zu nisten, verteidigen sie ihren Nistplatz auch, indem sie Kot abwerfen. Zudem lassen sich viele der gängigen Hausmittel im Garten nicht effektiv einsetzen. Was bleibt sind folgende Möglichkeiten:

1. Eine Katze

Die zuverlässigste und tatsächlich tierfreundlichste Methode zur Taubenabwehr ist eine Katze. Sie verjagt die Vögel, ohne dass man sich selbst um etwas kümmern muss. Ein aktiver Jäger im Garten signalisiert den Tauben, dass sie und ihre Nachkömmlinge nicht sicher sind.

2. Windspiele und CDs

In Bäumen und Sträuchern aufgehängt können Windspiele und CDs Tauben vergrämen. Dafür muss die Position jedoch regelmäßig gewechselt werden, damit sich die Tauben nicht daran gewöhnen können.


3. Reflektierendes Band

Reflektierendes Band (hier bei Amazon bestellen)* funktioniert ebenfalls wie CDs oder Windspiele. Die Reflektion erschreckt die Tauben und hält sie fern. Dafür muss die Position der Bänder jedoch regelmäßig gewechselt werden

4. Wasser

Ein Eimer Wasser, der in Richtung der Tauben entleert wird (Achtung: Die Tauben sollten nicht getroffen, sondern nur erschrocken werden), vertreibt die Tauben ebenfalls. Dafür muss man jedoch selbst auf der Lauer liegen und die Tauben jedes Mal, wenn sie zurückkommen selbst vergrämen. Das kann ein Vollzeitjob werden.

Im VIDEO: Omas Hausmittel: Die solltest du IMMER zuhause haben!

Video von Aischa Butt

Letzter Ausweg: Schädlingsbekämpfer

Spätestens wenn sich der Taubenbefall im zweistelligen Bereich bewegt, wird empfohlen, einen Schädlingsbekämpfer dazuzuholen. Dies ist auf lange Sicht günstiger als der Schaden am Gebäude. Der Fachmann kann zum Beispiel auch spezielle Elektrosysteme installieren, die Tauben langfristig fernhalten. Wenn es nicht anders geht, kann dieser auch eine Genehmigung zur Tötung einholen und dies mit Methoden verbinden, die eine Neubesiedlung durch andere Tauben verhindern.

Taubenhäuser gegen die Plage

Gerade in Städten können Tauben zur echten Plage werden. Sie vermehren sich dort unkontrolliert. Einige Städte haben deshalb Taubenhäuser zur Populationskontrolle eingeführt. In Taubenhäusern werden den Tauben Nist- und Brutplätze, sowie Wasser und Futter geboten. Zudem wird vom Taubenwart ein Teil der gelegten Eier durch Attrappen aus Kalk, Gips oder Ton ersetzt. Dies ist eine tierfreundliche Methode der Geburtenkontrolle.

Ein weiterer großer Vorteil der Taubenhäuser ist, dass sich die Tauben an einem Ort sammeln. Somit sammelt sich auch ein Großteil des Kots an diesem Ort und der Reinigungsbedarf in der Stadt sinkt. Im Taubenhaus werden die Tauben außerdem artgerecht gefüttert, sodass sich auch die Konsistenz des Kots ändert und die Verschmutzung weniger hartnäckig ist.

Taubenhäuser reduzieren außerdem das Verletzungsrisiko von Tauben, da sie sich ihr Futter nicht mehr an Straßen suchen müssen. Außerdem beinhalten Taubenhäuser auch Möglichkeiten für kranke und verletzte Tiere, um behandelt, gepflegt oder auch von ihrem Leiden erlöst zu werden.

Taubenhäuser gelten deshalb als eine Maßnahme, die sowohl die Tiere als auch das Stadtbild schützt und langfristig kostengünstiger als die Reinigung der Stadt ist. Wer sich in seiner Stadt für den Bau von Taubenhäusern einsetzen möchte, wendet sich am besten an den örtlichen Tierschutzverein.

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