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Waschmittel selber machen: Wie gefährlich ist das DIY-Gemisch wirklich?

von Justin Amaral Veröffentlicht am 5. Mai 2019

Geld sparen und gefährliche Chemikalien vermeiden - die Idee, Waschmittel selbst herzustellen, klingt nach einer ziemlich guten. Es gibt jedoch einige Gründe, warum du bei Waschpulver und Flüssigwaschmittel nicht selbst Hand anlegen solltest.

Unsere Welt ist vollkommen zugemüllt. Seit einigen Jahren widmen sich deshalb immer mehr Menschen diesem wichtigen Thema. Die Mission: Eine müllfreie und ökologische Zukunft. Dazu beitragen kann jeder einzelne von uns, indem er zum Beispiel weniger Plastik kauft und weniger Müll produziert. Bücher wie "Ohne Wenn und Abfall: Wie ich dem Verpackungswahn entkam" von Milena Glimbovski, geben neue Denkanstöße und tolle Tipps.

So wie die Idee, sein Waschmittel in Zukunft nicht mehr im Drogeriemarkt zu kaufen, sondern stattdessen einfach selber zu machen. Denn selbstgemachte Reinigungsmittel für die Waschmaschine bestehen normalerweise aus nur zwei Hauptkomponenten: Wasserenthärter wie Borax, Waschsoda oder Natron und der reinigenden Komponente, Kernseife. Mit ätherischen Ölen kannst du der Mixtur dann noch eine ganz persönliche Duftnote verpassen.

Doch wann stoßen wir mit selbstgemachten Putzmitteln an unsere Grenzen? Ist der "Zero Waste"-Trend wirklich überall umsetzbar?

Eine typische Anleitung für hausgemachtes Flüssigwaschmittel:

Zutaten:

  • 2 EL Waschsoda
  • 2 EL geraspelte Kernseife
  • 1 Liter Wasser
  • ätherische Öle

Zubereitung:

1. Kernseife mit einer Gemüsereibe raspeln oder mit einem Messer klein hacken.

​2. In einem Topf ein Drittel des Wassers mit Waschsoda und Kernseife erhitzen.

3. Mit einem Schneebesen für einige Minuten kräftig rühren, bis sich alles aufgelöst und vermischt hat.

4. Mischung abkühlen lassen und danach das zweite Drittel des Wassers hinzufügen.

5. Über Nacht stehen lassen, dann das letzte Drittel Wasser dazugeben und noch einmal kurz aufkochen.

6. Nach Wunsch ätherische Öle einrühren.

7. Fertiges Waschmittel in eine Glasflasche abfüllen und vor Gebrauch gut schütteln.

Warum man das DIY Waschmittel aber nicht benutzen sollte

Das Problem an selbstgemachtem Waschmittel ist die Seife, das hat das 'American Cleaning Institute' festgestellt. Warum das so ist, wird an den unterschiedlichen Eigenschaften von Waschmittel und Seife deutlich.

Tenside sind sogenannte waschaktive Substanzen. Sie sind dafür da, dass sich zum Beispiel Fett in Wasser löst. Sie sorgen also für die Waschkraft. Die Tenside im Waschmittel sind so konzipiert, dass sie auch mit wenig Aufwand und Temperatur Schmutz einschließen und aus der Kleidung entfernen. Klassische Seife löst Verschmutzungen zwar auch, doch in der Waschmaschine funktioniert der Abtransport dann nicht mehr ganz so gut.

Wenn du deine Klamotten schon mal von Hand mit Seife gewaschen hast, dann weißt du, wie oft man reiben und mit klarem Wasser nachspülen muss, bis alle Seifenreste ausgespült sind. Das selbe Problem zeigt sich beim Waschen in der Waschmaschine.

Es spricht natürlich nichts dagegen, dass DIY-Gemisch für die nächste Handwäsche zu benutzen. Eine passende Waschwanne mit integriertem Waschbrett findest du hier auf Amazon. Zum Waschen in der Waschmaschine aber eignet sich selbstgemachtes Waschmittel nicht.

Deine Wäsche wird zerstört und bleibt unsauber

Das gründliche Entfernen der Kernseife aus den Fasern deiner Klamotten ist in einer Waschmaschine fast unmöglich. ​Die Seifenreste schließen Bakterien, Fett und anderen Schmutz mit ein - weitere Mineralablagerungen können mit der Zeit dazukommen. Die Folge: Deine Klamotten bleiben dreckig, unhygienisch und werden mit der Zeit immer steifer. Nach wenigen Monaten soll sich sogar ein sichtbarer Grauschleier auf der Wäsche gebildet haben.

Warum wirkt die Wäsche trotzdem frisch gewaschen?

Wenn man bedenkt, dass für einen Liter des Bio-Waschmittels nur zwei Esslöffel Kernseife verwendet werden, dann gleicht es fast an ein Wunder, dass die Wäsche bei so einer geringen Seifenmenge pro Waschgang überhaupt sauber wirkt.

Das erklärt sich aus den drei Komponenten der Reinigung - Wasser, Tenside und Bewegung. Auch wenn kaum Seife zum Einsatz kommt, erreicht das Wasser und die Bewegung in der Waschmaschine immer noch einen guten Grad an Sauberkeit und Frische. Man könnte sich theoretisch das Waschmittel also ganz sparen und hätte rein optisch den gleichen Effekt.

Ablagerungen in der Waschmaschine

Seife kann nicht nur an deiner Kleidung haften bleiben, sondern auch in der gesamten Waschmaschine. Über diese Erfahrung mit selbstgemachtem Waschmittel berichtete zum Beispiel Emily auf dem Blog butterbeliever.com. Die dünne Seifenschicht lässt sich nicht mehr entfernen, und kann dazu führen, dass giftige Schimmelpilze wachsen und unangenehme Gerüche entstehen. Im schlimmsten Fall legen diese Rückstände dein Gerät komplett lahm und eine neue Waschmaschine muss her. Ärgerlich!

Eine Gefahr für Kinder und Haustiere?

Ein selbstgemachtes Reinigungsmittel befindet sich womöglich in einem unsicheren Behälter oder ist nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet. "Bei Kindern oder Haustieren könnte es dadurch unter Umständen zu einer Vergiftung kommen", warnt das 'American Cleaning Institute'. Hausgemachte Mixturen sind nicht auf ihre Sicherheit geprüft und können zudem Hautreizungen oder andere Nebenwirkungen hervorrufen.

Trotzdem ökologisch und umweltfreundlich Wäsche waschen

Das selbst hergestellte Waschmittel hat viele Schwächen und ist nicht unbedingt alltagstauglich. Trotzdem kannst du viele andere Dinge beachten, um umweltfreundlicher zu waschen. Es gibt zum Beispiel ökologische Bio-Waschmittel zu kaufen, die ein umweltfreundlicheres Waschen ermöglichen. Achte darauf, dass das Produkt möglichst frei von Chlor, Parabenen und Phosphaten ist. Je kürzer die Zutatenliste, desto besser ist das Waschmittel für die Umwelt.

Besonders beliebt auf Amazon: Das Ecover Flüssigwaschmittel Universal.

Eine Orientierung beim Kauf können zudem Umweltsiegel bieten - allen voran das EU-Ecolabel, sowie der Blaue Engel. Mit den Siegeln gekennzeichnete Waschmittel enthalten kein Mikroplastik und entweder keine oder auf ein Minimum reduzierte Duftstoffe. Diese sind giftig für Wasserorganismen und nur sehr schwer abbaubar.

Du solltest außerdem auf Weichspüler verzichten. Der belastet den Geldbeutel, das Abwasser und - wenn man allergisch ist - auch noch die eigene Gesundheit. Alternativen wie Essig sind auch mit Vorsicht zu genießen, da Gummiteile in deiner Waschmaschine darunter leiden könnten.

Zusätzliche Tipps fürs Wäschewaschen

Allgemein gilt: Nutze die Füllmenge der Waschmaschine maximal aus. Damit sparst du Wasser und Strom. Als Faustregel gilt: So viel Wäsche einfüllen, dass oben in der Trommel eine Hand noch hochkant reinpasst. Im Normalwaschgang kann die Trommel voll beladen werden. Im Waschgang Pflegeleicht und Feinwäsche kann sie mindestens halb voll sein.

Achte auf die richtige Waschtemperatur. Das Aufheizen des Wassers verursacht den höchsten Energiebedarf beim Waschvorgang. Der Stromverbrauch soll um rund 35 Prozent sinken, wenn die Waschtemperatur von 60°C auf 30°C oder 40°C gestellt wird. Durch diese Methode produzierst du weniger CO2 und sparst auch noch Geld. Eine Win-win-Strategie!

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