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Winterhaut in Aufruhr: Tipps & Hilfe bei Neurodermitis

Jane Schmitt Veröffentlicht von Jane Schmitt
Veröffentlicht am 1. Januar 2016

Dieses fiese Jucken, das schreckliche Spannen und garstige Schuppen der Haut kann einen regelrecht in den Wahnsinn treiben – Betroffene wissen genau wovon die Rede ist: Neurodermitis.

Gerade im Winter, wenn es kalt wird, haben viele Neurodermitis-Betroffene wieder besonders zu kämpfen. Durch die winterliche Kälte werden häufig neue Schübe ausgelöst und die Haut juckt, spannt, schuppt und entzündet sich im schlimmsten Fall auch noch.

Neurodermitis: Symptome & Infos

Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) ist eine Hautkrankheit, die recht häufig auftritt. Es juckt und man würde sich am liebsten die komplette Haut aufkratzen. Kratzen, ja das würde man in diesen Momenten so gerne, aber das ist natürlich strengstens verboten. Denn Kratzen macht alles nur noch schlimmer.

Neurodermitis ist eine weit verbreitete chronische Hautkrankheit, von der etwa 10 bis 15 Prozent der Vorschulkinder betroffen sind und 1,5 bis 3 Prozent der Erwachsenen. Häufig bricht die Krankheit schon im Säuglings- oder Kleinkindalter aus. Mit den Jahren bessert sie sich in den meisten Fällen jedoch merklich, so dass viele Erwachsene keine oder kaum noch Probleme haben.

Typische Symptome von Neurodermitis

Bei Neurodermitis ist die Haut trocken und schuppt sich. Ihr fehlen bestimmte Hautfette. Dieses Fehlen macht die Haut angreifbar gegen Umwelteinflüsse, so dass sie sich schneller entzündet. Außerdem sind oft die Durchblutung gestört sowie die Schweißbildung und die Temperaturregelung. Aufgrund der Trockenheit und der Entzündung juckt die Haut stark und ist gerötet.

Was sind die Ursachen von Neurodermitis?

Die Ursachen für Neurodermitis sind bislang nicht geklärt. Vermutet wird eine Kombination aus genetischer Veranlagung sowie Umwelteinflüssen. Die Schübe werden durch Reaktionen des Immunsystems ausgelöst. Wie bei einer Allergie bildet der Körper eine große Menge an Abwehrstoffen als Reaktion auf zum Beispiel Nahrungsmittel. Das löst die Hautentzündungen aus. Stress gehört ebenfalls zu den häufigen Ursachen von Neurodermitis.

Als chronische Hautkrankheit ist Neurodermitis nicht heilbar. Die Krankheit verläuft in Schüben und kann mit Medikamenten und Cremes gelindert werden. Neurodermitis ist für viele Betroffene eine echte Belastung, die sogar zu Depressionen führen kann.

Die Formen von Neurodermitis

Die Neurodermitis-Symptome sind je nach Lebensalter unterschiedlich, so dass man drei verschiedene Formen unterscheidet: den Milchschorf, die Beugenekzeme und die Prurigoform.

Der Milchschorf tritt bei Säuglingen auf. Mit einer Milchallergie oder Laktoseintoleranz hat er nichts zu tun. Die gelblich-weißen Krusten, die sich auf der Haut bilden, erinnern an verbrannte Milch, daher der Name. Betroffen sind meist die Außenseiten von Armen und Beinen sowie das Gesicht.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen sind oft Knie- und Ellenbeugen von den Neurodermitis-Ekzemen betroffen. Die Beugen sind stark gerötet und jucken. Im Laufe der Jahre werden die Stellen ein wenig dicker und zeichnen sich durch sehr trockene Haut aus.

Die Prurigoform ist selten und tritt eher bei Erwachsenen auf. Am ganzen Körper bilden sich stark juckende Knoten.

Leiden eure Kinder oder ihr selbst unter diesen oder ähnlichen Symptomen, solltet ihr euch in der Apotheke beraten lassen und einen Arzt aufsuchen.

Neurodermitis: Welche Therapie gibt es?

Bei Neurodermitis ist regelmäßige Pflege das A und O. Da der Haut verschiedene Fette fehlen, kann diese keine Feuchtigkeit mehr speichern und sie fängt an zu jucken. Der Juckreiz kann beispielsweise durch regelmäßiges eincremen gelindert werden.

Neben der äußeren (topischen) Therapie mit diversen Cremes, Salben und Emulsionen, können auch Medikamente zur innerlichen (systemischen) Therapie eingenommen werden. Zudem werden therapiebegleitende Maßnahmen zum Stressabbau, wie verschiedene Entspannungstechniken, empfohlen.

Neurodermitis: äußerliche Therapie

In der äußerlich angewendeten Neurodermitis-Therapie werden häufig Cremes verschrieben, die Wirkstoffe wie Hydrocortison enthalten, um die Hautentzündungen zu behandeln. Als Creme hat Hydrocortison bei kurzzeitiger Anwendung nur wenige Nebenwirkungen, hilft aber, die Reaktion des Immunsystems zu unterdrücken und bekämpft den fiesen Juckreiz. Hydrcortisonhaltige Cremes lindern die Symptome im Akutfall, sind aber nicht für eine Langzeittherapie geeignet.

Neben Kortison werden außerdem Calcineurin-Hemmer eingesetzt. Auch diese gibt es als Cremes und sie sorgen dafür, dass die Entzündung abklingt. Sie eignen sich im Gegensatz zu Kortison auch für eine länger andauernde Behandlung.

Auch die Wirkstoffe Pimecrolimus oder Tacrolimus sind für eine längere Therapie geeignet. Doch auch bei diesen Therapiemaßnahmen sind Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Patienten sollten sich zwingend an die Anweisungen des Arztes halten.

Neurodermitis: innerliche Therapie

Zusätzlich zu Cremes gibt es bei schweren Neurodermitis-Schüben auch die Möglichkeit, mit Tabletten von innen heraus gegen die Entzündungsreaktion anzukämpfen.

In besonders schweren Fällen kommt auch hier Kortison zum Einsatz oder Zyklosporin A. Da die Tabletten viele Nebenwirkungen haben, werden sie sehr selten und nur bei schweren Fällen verschrieben.

Besser verträglich sind Medikamente gegen Allergien (Antiallergika). Haben sich Pilze und / oder Bakterien auf der Haut breit gemacht, besteht die Möglichkeit Antipilzmittel beziehungsweise Antibiotika zu geben.

Neurodermitis vorbeugen: Das sind die besten Tipps

Da Neurodermitis schubweise verläuft und durch Umwelteinflüsse und Stress begünstigt wird, kann man mit verschiedensten Maßnahmen solchen Schüben vorbeugen. Hierbei solltet ihr euch ebenfalls von eurem Hautarzt beraten lassen.

Zunächst sollte möglichst jeglicher Stress vermieden werden. Yoga, Autogenes Training und viele andere Entspannungsübungen können dabei helfen.

Daneben müssen Betroffene herausfinden, was bei ihnen einen neuen Schub auslöst. Das können bestimmte Nahrungsmittel sein wie Milch oder Weizen, aber auch Blütenpollen, Hausstaub oder Wolle. Auch klimatische Bedingungen wie extreme, schwüle Hitze im Sommer oder eisige Winterkälte können zu einem neuen Schub führen.

Stressabbauen: 10 Minuten Relax-Yoga

Notfall-Tipps für Betroffene: Das solltet ihr beachten

  • Bei ersten Anzeichen von geröteten Stellen sollte man eine geeignete Creme auftragen.
  • Starke Temperaturschwankungen vermeiden (z.B.: Heißes Baden)
  • ​Starkes Schwitzen, kann einen neuen Schub auslösen
  • ​Direkter Kontakt mit Allergenen sollte möglichst vermieden werden.
  • ​Jede Form von Stress sollte vermieden werden.
  • Zusätzlich sollte auch darauf verzichtet werden Kleidung und Textilien aus Wolle zu tragen, vor allem direkter Hautkontakt sollte vermieden werden.

Damit das Neurodermitisrisiko gesenkt wird und möglicherweise gar nicht erst auftritt, sollten Säuglinge mindestens vier Monate lang gestillt werden. Erst dann sollte nach und nach Beikost eingeführt werden.

Beikostplan: Die optimale Babynahrung für das erste Jahr

Wie immer gilt: Bei Unsicherheiten, solltet ihr euch in der Apotheke beraten lassen oder einen Arzt aufsuchen.

Mehr zum Thema Neurodermitis gibt es auf onmeda.de.

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