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Die muslimische Hochzeit: Heiraten wie in 1001 Nacht

von Redaktion Veröffentlicht am 2. Januar 2016

Es wird geheiratet! Eine muslimische Hochzeit ist oft mit tagelangen Feierlichkeiten und vielen Gästen verbunden.

Eine typisch muslimische Hochzeit ist alles andere als ruhig. Je nach kulturellem Hintergrund des Brautpaares variiert der Ablauf der Zeremonie sowie die Dauer der Festlichkeiten. Auf dem Land wird oft mehrere Tage gefeiert, in der Stadt laufen die Feierlichkeiten einer muslimischen Hochzeit etwas ruhiger ab.

Die muslimische Hochzeit: Wer darf überhaupt muslimisch heiraten?

Nur weil sich zwei Menschen lieben, heißt das noch lange nicht, dass sie auch eine muslimische Hochzeit feiern dürfen. Wer nach muslimischem Gesetz den Bund der Ehe eingehen möchte, muss einige Kriterien erfüllen. Gehören Mann und Frau beide dem Islam an, ist die Ehe kein Problem. Die Ehe mit einer Christin oder Jüdin ist möglich, wenn der Mann Muslim ist und die Frau sich verpflichtet, die Kinder nach muslimischem Glauben zu erziehen. Eine muslimische Frau darf allerdings keinen Mann heiraten, der einem anderen Glauben angehört. Damit die Ehe geschlossen werden kann, muss der Mann zum Islam konvertieren.

Außerdem wissenswert: Eine muslimische Hochzeit ist auch für verwitwete oder geschiedene Personen möglich.

Formalitäten für die muslimische Hochzeit

Traditionellerweise wird die muslimische Hochzeit von einem Iman (Vorbeter in der Moschee) oder einem Kadi (islamischer Richter) vollzogen. Damit sie stattfinden kann, muss die standesamtliche Eheurkunde einen Monat vor der Trauung an den Iman bzw. Kadi übergeben werden. Das Vorgespräch kann unter anderem dazu genutzt werden, um über den Ehevertrag zu sprechen.

Kaum eine muslimische Hochzeit ohne einen Ehevertrag. Im Ehevertrag werden grundlegende Vereinbarungen über die Rechte und Pflichten der beiden Partner in Bezug auf das gemeinsame Eheleben getroffen. Der Ehemann verpflichtet sich mit der Hochzeit dazu, finanziell für seine Frau zu sorgen und ihr mindestens denselben Lebensstandard zu ermöglichen, den sie vor der Ehe gewohnt war. Der Ehemann kann im Ehevertrag zum Beispiel auch festlegen, dass er mit dem Studium, der Berufstätigkeit und Empfängnisverhütung seiner Frau einverstanden ist. Auch die Bestimmung des Wohnorts, die Aufgabenverteilung im Haushalt, die islamische Erziehung der Kinder oder Scheidungsmodalitäten werden im Ehevertrag geregelt.

Die muslimische Hochzeit sieht ebenfalls vor, dass der Mann der Braut eine Mitgift (Mahr) in Form von Geld oder Wertgegenständen (Schmuck, Möbel, Immobilien…) übergibt. Diese Mitgift wird auch Morgengabe genannt, weil sie der Braut traditionell nach der Hochzeitsnacht übergeben wurde. Die Morgengabe ist ein Geschenk an die Braut, aber auch eine finanzielle Absicherung im Falle einer Scheidung oder im Todesfall des Ehemannes. Die Höhe der Mitgift wird vertraglich/notariell festgelegt und ist nach oben hin offen. Wenn die Frau einverstanden ist, kann die Schenkung auch nur einen rein symbolischen Charakter haben (eine Goldkette, ein Ring...)

Eine kurze Zeremonie

Die muslimische Hochzeit ist häufig eine Mischung aus Religion und örtlichen Traditionen.

Vielerorts ist es zum Beispiel üblich, die Hände und Füße der Braut am Vorabend der Hochzeit mit Henna zu bemalen, um böse Blicke abzuwenden und dem Brautpaar Glück und Fruchtbarkeit zu wünschen. Mit dem Islam hat dies aber streng genommen nichts zu tun, denn wer glaubt, dass jemand außer Allah das Brautpaar beschützen kann, begeht "Schirk" (Nebengötzerei).

Die muslimische Hochzeit: Das Ja-Wort vor Allah
Nach dem Standesamt findet die muslimische Hochzeit entweder bei den Brauteltern, in einem reservierten Hochzeitssaal oder in der Moschee statt. Die Zeremonie beginnt mit einer arabischen Lobeshymne auf Allah (Khutbah) und der Lesung von Koranversen.

Die Eheleute geben sich vor dem Imam im Beisein von zwei Trauzeugen das Ja-Wort. Der Imam fragt den Vormund der Braut, ob er die hier anwesende Frau dem hier anwesenden Mann übergibt und stellt dem zukünftigen Ehemann noch einmal direkt dieselbe Frage. Sobald beide das Einverständnis zur Ehe gegeben haben, folgen Anrufungen an Allah zugunsten der Vermählten.

Muslimische Hochzeit: schon gewusst?

  • Vor der Hochzeit enthaart und wäscht sich die Braut selbst.
  • Es ist in manchen Regionen üblich, dass Männer und Frauen während der Hochzeit getrennt voneinander in unterschiedlichen Räumen feiern, damit die Frauen ungestört tanzen können.
  • Laut dem Koran hat ein Muslim das Recht, bis zu vier Ehefrauen zu haben, vorausgesetzt, er ist fähig, allen genau denselben Lebensstandard zu bieten und sie völlig gleich zu behandeln. Dies ist jedoch fast unmöglich, was selbst im Koran steht (Sure 4:129):
    "Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit üben, so sehr ihr es auch wünschen möget." Davon abgesehen ist Polygamie (Vielehe) in Deutschland verboten.
  • Es gibt Muster für einen islamischen Ehevertrag. Damit die Vereinbarung nicht nur im Heimatland, sondern auch in Deutschland Gültigkeit hat, sollte der Vertrag von einem Notar beglaubigt werden.
  • Mit dem Eheversprechen begeht das Brautpaar einen Gotteseid, den es einzuhalten gilt. Wer seinen Ehepartner schlecht behandelt oder fremd geht, bricht diesen Eid mit dem Schöpfer und begeht eine große Sünde.
  • Der Islam erkennt die Unfruchtbarkeit des Mannes als legitimen Scheidungsgrund an. Eine Frau darf die Scheidung einreichen (Chulla), muss dann aber die Mitgift zurückzahlen. In jedem Fall bleibt die Scheidung laut dem Propheten "das von Gott verhassteste Erlaubte".

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