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Die standesamtliche Hochzeit: Was jedes Brautpaar wissen sollte

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 7. Februar 2016
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Für viele Brautpaare ist die kirchliche Trauung der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Doch eigentlich wird die Ehe erst durch die standesamtliche Hochzeit tatsächlich gültig. Darum gibt es ein paar Punkte, die jedes Brautpaar bei der standesamtlichen Trauung unbedingt beachten sollte.

Kirchlich heiraten oder nicht: Das kann jedes Brautpaar für sich entscheiden. Um die standesamtliche Hochzeit kommt jedoch niemand, der den Bund fürs Leben eingehen möchte, herum. Nur wer gemeinsam vor den Standesbeamten tritt, ist laut deutschem Gesetz verheiratet.

Immer mehr Ehepaare entscheiden sich sogar nur für eine standesamtliche Hochzeit und verzichten auf die Kirche. Sei es aus dem Grund, dass sie sich nicht zu einer Kirche zugehörig fühlen oder weil sie unterschiedlichen Religionen angehören. Gerade wenn die standesamtliche Trauung die einzige feierliche Zeremonie ist, sollte sie nach Möglichkeit nicht trocken und bürokratisch, sondern auch romantisch sein.

Da der Weg zum Amt mit ein bisschen Bürokratie verbunden ist, kommen hier wichtige Infos und Tipps, damit eure standesamtliche Hochzeit glatt läuft.

Standesamtliche Trauung: Kosten

Die standesamtliche Trauung ist nicht sehr teuer, aber durchaus mit einigen Kosten verbunden. Wie viel es am Ende wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Was ihr auf jeden Fall bezahlen müsst, sind die Kosten für die Anmeldung der Eheschließung, diese liegen bei etwa 60 Euro, sowie gut 12 Euro für die Ehe- und Geburtsurkunde und 14 bis 30 Euro für das Stammbuch. Die Beglaubigungen der Unterlagen für die standesamtliche Hochzeit kosten meist auch Geld.

Hinzu kommen optionale Kostenpunkte: Wollt ihr euch zum Beispiel an einem Freitagnachmittag oder an einem Samstag das Ja-Wort geben, verlangen die Standesämter in der Regel einen Aufschlag, sodass sich die Kosten schnell verdoppeln. Plant ihr einen Doppelnamen zu führen oder benötigt ihr mehrere Exemplare der Heiratsurkunde, steigen die Kosten weiter. Auch die Wahl des Stammbuchs – hier gibt es verschiedene Ausführungen – kann die Kosten für eine standesamtliche Hochzeit erhöhen.

Übrigens: Aufgrund des höheren Aufwands und eventuellen Kosten für eine Anmietung müsst ihr in der Regel auch einen Zuschlag zahlen, wenn ihr an einer speziellen Außenstelle – etwa in einem Schloss, auf einem Leuchtturm oder in einer Burg – heiraten möchtet.

Ablauf einer standesamtlichen Trauung

Eine standesamtliche Hochzeit wird oft als nicht ganz so romantisch wie eine kirchliche Trauung empfunden. Dennoch, auch bei einer standesamtlichen Trauung bleibt ein gewisser Spielrahmen: Ihr könnt den Standesbeamten zum Beispiel bitten, persönliche Einzelheiten mit in die Rede einzubauen oder vor bzw. nach dem Ja-Wort ein spezielles Musikstück zu spielen. Der Kern einer jeden standesamtlichen Hochzeit ist natürlich die Frage des Standesbeamten an beide Partner, ob sie die Ehe eingehen möchten. Die standesamtliche Trauung dauert insgesamt etwa 20 bis 30 Minuten.

Standesamtliche Trauung: Ablauf

  • Begrüßung
  • Feststellung der Personalien des Brautpaares und - sofern vorhanden - der Trauzeugen
  • Ansprache des Standesbeamten
  • Ehekonsenserklärung mit Erklärung des Standesbeamten, dass die Verlobten nun rechtmäßig verbundene Eheleute sind
  • Ringwechsel
  • Brautkuss
  • Ehebucheintrag
  • Unterschriften

Diese Unterlagen benötigt ihr für die standesamtliche Hochzeit

Damit eine standesamtliche Hochzeit angemeldet werden kann, müsst ihr einige Papiere zusammensuchen. Benötigt werden jeweils von beiden Partnern der Personalausweis bzw. der Reisepass sowie eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister und eine Aufenthaltsbescheinigung des Meldeamtes, die nicht älter als 14 Tage ist. Auf dieser Bescheinigung müssen Familienstand, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz vermerkt sein.

Übrigens: Ihr könnt die standesamtliche Trauung frühestens sechs Monate vor der Trauung anmelden.

Sonderfälle: Besondere Unterlagen für die standesamtliche Trauung

Mehr Bürokratie kommt auf das verliebte Paar zu, wenn einer der Partner schon einmal verheiratet war, nicht immer die deutsche Staatsbürgerschaft besessen hat, eine andere Staatsangehörigkeit besitzt, minderjährig ist oder wenn bereits gemeinsame Kinder vorhanden sind.

War man schon einmal verheiratet, muss man dem Standesamt nachweisen, dass die vorherige Ehe aufgelöst ist. Dafür benötigt ihr eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister, die maximal sechs Monate alt ist. Außerdem eine beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister mit dem Auflösungsvermerk der Vorehe.

Habt ihr gemeinsame, in Deutschland geborene Kinder, benötigt ihr eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister des Kindes, die maximal sechs Monate alt ist.

Besitzen nicht beide Partner die deutsche Staatsangehörigkeit, solltet ihr einen Vorab-Termin beim Standesamt machen, um genau zu besprechen, welche Unterlagen für die standesamtliche Hochzeit benötigt werden.

Wer sich früh traut und schon vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres "Ja" sagen möchte, darf auf keinen Fall vergessen, dass hierfür eine Erfordernisbefreiung vom Familiengericht notwendig ist. War die Partnerschaft bereits im wahrsten Sinne des Wortes fruchtbar, müssen auch Abstammungsurkunden des Kindes/der Kinder beim Standesamt eingereicht werden.

Wo kann eine standesamtliche Hochzeit stattfinden?

In der Regel finden standesamtliche Hochzeiten in den Trauzimmern des zuständigen Standesamtes statt. Viele Städte sind dazu übergegangen, das Standesamt aus diesem Grund in einem schönen Gebäude unterzubringen – die schönsten von ihnen haben hohe Decken, Stuckverzierungen oder ähnliche tolle Verzierungen, die für ein wenig romantische Stimmung sorgen. Leider ist dies aber nicht immer der Fall, sodass sich manch ein bundesdeutsches Standesamt in doch eher nüchternen Gebäuden wiederfindet.

Die 10 schönsten Hochzeitslocations für die standesamtliche Trauung!

Manche Standesämter haben allerdings besondere Außenstellen für die standesamtliche Hochzeit – etwa in den alten Gemäuern von Schlössen, in Freilichtmuseen, in Leuchttürmen oder in Burgen. Allen Trauzimmern der Standesämter ist aber zumeist gemein, dass sie nicht sehr groß sind. Wer also einen riesengroßen Saal voller Gäste eingeplant hat, wird in der Regel enttäuscht sein. Aus diesem Grund wird die standesamtliche Trauung meist nur mit engen Verwandten und Freunden gefeiert. Alle anderen, die aber dennoch etwas von dem freudigen Ereignis haben sollen, warten in der Regel vor dem Standesamt. Dort findet dann häufig ein Sektempfang statt.

Rezepte & Tipps für einen unvergesslichen Sektempfang

Die schönsten Kleider für die standesamtliche Hochzeit:

Viele beschäftigt auch die Frage nach der Kleidung zur Standesamtlichen Hochzeit. Festlich soll es schließlich sein, aber so auffällig wie in der Kirche dann doch nicht. Wenn auch ihr noch ratlos seid, klickt euch durch unsere Gallerie und lasst euch von Standesamt-würdigen Brautkleidern für jeden Geschmack inspirieren.

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