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Geheime Affäre: Warum so viele fremdgehen und wer am Ende WIRKLICH der Leidtragende ist

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 2. April 2016
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Eine Affäre haben deutlich mehr Leute, als man denken würde. Was genau ist so verführerisch daran? Und kann aus der heimlichen Liebelei mehr werden?

Eine Affäre ist nicht automatisch unmoralisch. Schließlich gibt es nicht nur diejenigen, die fremdgehen. Eine Affäre ist auch, wenn zwei Singles keine feste Beziehung wollen, sondern nur unverbindlichen Spaß. Für diese Variante, auch Freundschaft plus oder Friends with benefits genannt, gibt es eigene Spielregeln.

​Was aber, wenn eine Affäre mit Untreue einhergeht? Dann wird die ganze Sache deutlich komplizierter, schmerzlicher und unfairer. Der verletzte, hintergangene Partner, der Liebhaber, der vielleicht auf mehr hofft, die Gewissensbisse und moralischen Vorwürfe, die man selber hat. Wirklich Schönreden kann man da wenig.

Aber so empört die meisten Menschen auf Fremdgehen auch reagieren: Dass eine Affäre nur charakterschwachen Menschen passiert, ist ein Irrtum. Fragt man nach, merkt man: Sehr viele gehen fremd. Die genauen Zahlen liegen natürlich im Dunkeln. Mal heißt es 39 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer (Umfrage Glamour) sind schon einmal fremdgegangen. Eine andere Umfrage kommt auf 25 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen (eDarling.de).

Über einen Kamm scheren kann und sollte man diese Personen nicht. Nicht immer passieren Affären aus Langeweile oder aus Lust auf Aufregung und Sex. Sogar Menschen, die in einer glücklichen Beziehung stecken, können sich in eine Affäre verstricken. Weil die Versuchung groß ist oder weil man sich schlichtweg verliebt hat.

Der Reiz des Verbotenen

Dass Affären gerade heute einen besonderen Reiz ausüben, mag wohl auch daran liegen, dass wir ständig auf der Suche nach "schneller, höher, weiter" sind. Da sind Partnerschaften schnelllebiger, eine lebenslange Ehe eine absolute Rarität. Man hat Angst etwas zu verpassen, sein Leben nicht genug auszukosten. Da passt die wild-romantische Affäre gut ins Bild. Plötzlich wird man wieder beachtet, alles ist neu und aufregend.

Stress, Alltag und Sorgen sind für ein paar Stunden vergessen, wenn man seinen Liebhaber trifft. Auch wichtig: Die Heimlichkeiten und das Verbotene an der Affäre sorgen nicht nur für ein schlechtes Gewissen, sondern - so unfair das auch klingt - für Thrill, Adrenalin und einen Hauch von Abenteuer.

Noch eine andere Erklärung wird oft genannt, wenn jemand fremdgeht: Wenn man einen anderen Menschen anziehend findet, muss irgendwas in der Partnerschaft fehlen bzw. nicht stimmen. Aber ist das wirklich so leicht? Letztlich - das ergaben Umfragen der Dating-Website Victoria Milan unter 3874 Usern - trennt sich die deutliche Mehrheit der Fremdgänger nicht für die neue Bekanntschaft. Neun von zehn Befragten blieben in ihrer alten Beziehung. Und nur einem Drittel ist überhaupt die Idee gekommen, ernsthaft für die Affäre Schluss zu machen. An einer miserablen Beziehung kann es also nicht zwingend liegen. Zumindest entpuppt sie sich im Gegensatz zur neuen Bekanntschaft als sehr stabil.

Kann das Gefühl anhalten?

Der Leidtragende einer Affäre ist also nicht nur der betrogene Partner, sondern letztlich auch der Liebhaber. Denn der hat meist keine Ahnung wie schlecht seine Chancen stehen. Mehr als die Hälfte der liierten Fremdgänger lügt ihre Affäre an, indem sie einen Neuanfang verspricht. 48 Prozent der Befragten erwähnt wohlweislich erst gar nicht, den Partner verlassen zu wollen. Und das, obwohl ganze 88 Prozent der Liebhaber genau das erwarten. Kein Wunder, dass bei diesem Ungleichgewicht schnell wieder Schluss ist mit der lockeren Affäre. Sobald es kompliziert und verbindlicher wird, macht man sich aus dem Staub. Die meisten Affären halten dementsprechend nicht länger als sechs Monate, maximal zwei oder drei Jahre.

Auch Sigrud Vedal, Gründer von Victoria Milan, sieht in der Affäre nicht unbedingt den Wunsch nach einem Neuanfang mit dem Lover: "Stress abbauen, kleines Abenteuer, etwas Leidenschaft - man kann es nennen wie man möchte, aber Menschen entscheiden sich für einen Seitensprung, weil sie für kurze Zeit von einer unglücklichen Ehe oder Beziehung flüchten wollen - nicht für immer."

Sollte man sich wirklich für die Affäre trennen, steht die neue Beziehung meist unter keinem guten Stern. Denn fällt der Reiz des Verbotenen weg und der Alltag beginnt, sind oft auch die großen Gefühle passé. Zumal beide auch voneinander wissen, dass der andere schon einmal untreu war. Sicherlich keine gute Vertrauensbasis für eine neue Liebe.

Warum gehen Männer fremd?

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