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Alkohol in der Schwangerschaft: Diese Auswirkungen sollte JEDE Frau kennen

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 4. Dezember 2015
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Kaum ein Thema wird so heiß diskutiert wie Alkohol in der Schwangerschaft. Die einen finden ein Gläschen total in Ordnung, andere lehnen es kategorisch ab. Doch was stimmt? Ist ein Glas ab und an tatsächlich ok?

"Ein Gläschen in Ehren" oder "Eins ist keins" - diese Redensarten gelten NICHT, wenn es um Alkohol in der Schwangerschaft geht. Hier können schon geringe Alkoholmengen zu schweren Entwicklungsstörungen beim Embryo führen.

Die möglichen Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Neben Rauchen ist Alkohol in der Schwangerschaft der größte Risikofaktor für das ungeborene Kind. Das Problem: Durch die Plazenta (den Mutterkuchen) gelangt der Alkohol ungefiltert in das Blut des Babys. Im Gegensatz zur Mutter kann der Embryo den Alkohol aber nur langsam abbauen, weil sein Organismus noch nicht vollständig entwickelt ist. Das kann zu schweren Schäden beim Baby führen.

Anke Erath von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sagt: "Alkohol hemmt die Zellteilung und wirkt sich deshalb unmittelbar auf das Wachstum des Ungeborenen aus. Er stört auch die Hirnentwicklung. Das kann zu angeborenen Missbildungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten beim Kind führen." Sie bestätigt, dass in Deutschland jährlich mehr als 2000 Kinder mit einer sogenannten Alkoholembryopathie (Fetales Alkoholsyndrom) zur Welt kommen.

Es gibt drei Grade des fetalen Alkoholsyndroms:
Grad I: Das Kind ist kleiner als normal, hat Untergewicht und eine etwas verzögerte geistige Entwicklung.

Grad II: Man sieht dem Kind die Störung an: Es hat z. B. eine enge Lidspalte, flache Nasenwurzel, einen kleinen Kopf. Auch nervöses Verhalten tritt bei vielen Kindern auf.

Grad III: Die Kinder haben eine deutlich verzögerte geistige und körperliche Entwicklung, ein auffälliges Aussehen, Herzfehlbindungen und nur geringe Überlebenschancen.

Wie viel Alkohol in der Schwangerschaft ist ok?

"Gesichert ist, dass selbst geringe Mengen Alkohol erhebliche Folgen für das Kind haben können. Die Auswirkungen können unterschiedlich stark sein. Weil aber weder Grenzwerte noch mögliche 'Zeitfenster' für die Alkoholwirkung beim Kind bekannt sind oder sich vorhersagen lassen, wird schwangeren Frauen empfohlen, während der Schwangerschaft ganz auf Alkohol zu verzichten", so Anke Erath. Verzichtet am besten schon auf Alkohol, wenn ihr noch nicht schwanger seid, die Schwangerschaft aber plant.

Kuchen mit Alkohol oder Gerichte, denen kleinen Mengen Alkohol beigemengt wurden, sind ok. Ein Großteil verdunstet während des Back- bzw.- Garvorgangs. Auf Rotweinsoßen sollten Schwangere jedoch verzichten.

Nur 20 Prozent halten sich an das Alkoholverbot

Schockierend: Die meisten Schwangeren halten sich nicht an das komplette Alkoholverbot. Der Berufsverband Frauenärzte im Netz e.V. schätzt, dass etwa 80 Prozent der Schwangeren während der Schwangerschaft Alkohol trinken. Die meisten allerdings zu Beginn, wenn sie nicht wissen, dass sie bald ein Kind bekommen. Im schlimmsten Fall führt das zur Fehlgeburt. Anke Erath: "In den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung gilt das sogenannte 'Alles-oder-nichts-Prinzip': Der Embryo entwickelt sich normal - oder gar nicht. Werden seine Zellen zum Beispiel durch Alkohol stark geschädigt, kommt es zu einer (meist unbemerkten) Fehlgeburt. Bleiben sie intakt oder können durch andere Zellen ersetzt werden, bleibt die Schwangerschaft bestehen."

Leckere Alternativen zu Sekt & Co.

Mit einem Glas O-Saft anzustoßen ist langweilig und auch beim Feiern mit Freunden möchte man nicht immer mit einem Glas Wasser oder Saft danebensitzen. Sorgt bei Geburtstagen und Co. dafür, dass es auch eine Flasche alkoholfreien Sekt gibt. Damit stößt es sich viel netter an. Und wenn ihr ausgeht könnt ihr ruhig mal ein alkoholfreies Bier oder einen alkoholfreien Cocktail bestellen.

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