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Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das für Mama & Baby?

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 12. Oktober 2017

Hier erfahrt ihr alles, was eine Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft macht.

"Bei Ihnen liegt eine Risikoschwangerschaft vor." Hört eine werdende Mutter diesen Satz bei der Kontrolluntersuchung ihres Gynäkologen, bricht für sie eine Welt zusammen. Eine Risikoschwangerschaft! Das bedeutet doch, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das Kind nicht gesund auf die Welt kommt, oder?

Zum Glück heißt es genau das nicht. Der Vermerk "Risikoschwangerschaft" im Mutterpass ist nur ein Hinweis darauf, dass die Schwangerschaft noch ein bisschen genauer kontrolliert wird. Und: Ein Großteil der Schwangerschaften bekommt den Stempel "Risikoschwangerschaft" aufgedrückt - ohne, dass Mutter oder Kind während der neun Monate etwas passiert oder das Kind krank auf die Welt kommt.

Keine Panik: Risikoschwangerschaft bedeutet nicht gleich absolute Gefahr

Der Grund für die hohe Zahl an Risikoschwangerschaften? Es gibt mittlerweile wirklich viele Kriterien (über 50), die aus einer normalen Schwangerschaft ein Risiko machen. Wobei Risiko nicht gleichbedeutend mit Gefahr ist, sondern nur auf mögliche Probleme hindeutet. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft ist entsprechend eher eine Vorsichtsmaßnahme als eine akute Gefahr für Mutter und Kind.

Die Kriterien, damit aus einer normalen Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft wird, sind ganz unterschiedlich. Ein wichtiger Punkt ist das Alter der werdenden Mami. Zu alt oder zu jung erhöht das Risiko für Komplikationen. Auch frühere Fehlgeburten oder chronische Krankheiten und Medikamenteneinnahme können eine Schwangerschaft gefährden.

Hier bekommt ihr eine Übersicht mit den wichtigsten Kriterien, die zur Einordnung Risikoschwangerschaft führen. Ganz wichtig für alle Bald-Mamis, die in diese Gruppe gehören: Ruhig bleiben und sich nicht verunsichern lassen. Detailliertes Nachfragen beim Arzt vertreibt Ängste und Unsicherheiten.

Risikoschwangerschaft: Alter

Knallharter Fakt: Schon ab 35 Jahren steigt bei Frauen das Risiko einer Fehlgeburt, für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck sowie Down-Syndrom beim Kind deutlich an. Ab dem 35. Lebensjahr wird die Schwangerschaft deswegen als Risiko eingestuft.

Doch nicht nur zu alt, auch zu jung erfüllt das Kriterium einer Risikoschwangerschaft. Mädchen unter 16 Jahren neigen eher zu schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck.

Risikoschwangerschaft: Aktuelle Komplikationen der Schwangerschaft

Nur weil die Schwangerschaft zu Beginn als komplikationslos und normal eingestuft wurde, heißt das noch lange nicht, dass das so bleibt. Schließlich kann in den neun Monaten viel passieren. Es gibt ein paar Komplikationen während der Schwangerschaft, die zum Vermerk Risikoschwangerschaft im Mutterpass führen:

  • stark erhöhter Bluthochdruck (Gestose, Präeklampsie)
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • vorzeitige Wehen
  • deutlich zu großes oder zu kleines Kind
  • Blutungen in der Gebärmutter
  • Baby liegt in Quer- oder Steißlage
  • Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz)
  • Rhesusunverträglichkeit

Risikoschwangerschaft: Probleme bei vorherigen Schwangerschaften

Bei einer Schwangerschaft zählt nicht nur das hier und jetzt, sondern auch, wie vorherige Schwangerschaften - sofern es welche gab - verlaufen sind. Die Komplikationen, die zuvor aufgetreten sind, müssen zwar nicht wieder auftreten, doch die Ärzte gehen in solchen Fällen auf Nummer sicher und ordnen die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft ein.

Diese Probleme in vorherigen Schwangerschaften führen zur Einstufung Risikoschwangerschaft:

  • Gerinnungsstörungen
  • Thrombose
  • vorzeitige Plazentaablösung
  • mehrere Fehlgeburten
  • Plazenta zu nah am Muttermund (Plazenta praevia)
  • Down Syndrom oder andere Anomalien beim Kind

Risikoschwangerschaft: Chronische Krankheiten

Eine Schwangerschaft ist eine ziemliche Belastung für den Körper einer Frau. Umso besser, wenn die werdende Mami kerngesund und topfit ist. Aber auch Frauen mit chronischen Krankheiten können gesunde Babys bekommen. Solche Schwangerschaften werden jedoch als Risikoschwangerschaft eingestuft.

Diese Krankheiten sorgen für die Einstufung Risikoschwangerschaft:

  • Herzinsuffizienz
  • Nierenerkrankungen
  • Lungenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen (Über- oder Unterfunktion)
  • chronische Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen
  • bösartige Tumore
  • Thromboseneigung, Blutungsneigung

Risikoschwangerschaft: Medikamenteneinnahme

Chronische Krankheiten führen zur Einnahme von Medikamenten, die eine Schwangerschaft gefährden können. Mit dem Arzt muss abgesprochen werden, ob das Medikament weitergenommen oder eine Alternative genommen wird. Neben chronischen Krankheiten gibt es viele weitere Momente in den neun Monaten, in denen die werdende Mami zu Medikamenten greifen muss, zum Beispiel, weil sie eine schwere Bronchitis oder eitrige Mandelentzündung hat. Die Einnahme sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

Risikoschwangerschaft: Alkohol, Drogen & Rauchen

Alkohol, Zigaretten und Drogen sind Gift für das ungeborene Kind. Kann die Mutter während der Schwangerschaft nicht mit dem Konsum aufhören, handelt es sich automatisch um eine Risikoschwangerschaft.

Risikoschwangerschaft: Gewicht

Zu dick, zu dünn - auch das spielt während der Schwangerschaft eine Rolle. Wobei großes Über- als auch Untergewicht das Baby gefährden können und zu einer Einstufung als Risikoschwangerschaft führen.

Risikoschwangerschaft: Mehrlingsschwangerschaft

Zwillinge, Drillinge oder Vierlinge sind zwar keine Komplikation im eigentlichen Sinn, doch weil den Babys weniger Platz zur Verfügung steht und es eine noch größere Belastung für die Mutter bedeutet, werden auch Mehrlingsschwangerschaften genauer kontrolliert und bekommen den Status "Risikoschwangerschaft".

Mehr zum Thema Risikoschwangerschaft findet ihr bei onmeda.de.

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von der gofeminin-Redaktion

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