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Die Okinawa Diät

von der Redaktion Veröffentlicht am 15. November 2007
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Die Okinawa-Diät verdankt ihren Namen dem gleichnamigen Inselarchipel im Süden Japans. Dort liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen mit 86 Jahren für Frauen und
78 Jahren für Männer höher als irgendwo sonst auf der Welt. Kein Wunder, dass dort auch die meisten über hundertjährigen Menschen der Erde leben. Aber es kommt noch besser: Die Bewohner dieser Inselgruppe werden nicht nur extrem alt sondern bleiben dabei auch noch erstaunlich fit, und zwar sowohl geistig als auch körperlich! Das Geheimnis dieser Höchstleistung? Die Ernährung natürlich!

Prinzip
Die Okinawa-Bewohner ziehen immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Nicht nur
die Wissenschaftler fragen sich vermehrt: Wie schafft es diese Inselbevölkerung
so gesund zu altern? Natürlich spielt dabei der Erbfaktor eine Rolle, aber die Lebensgewohnheiten, insbesondere eine fett- und kalorienarme Ernährung,
tragen sicher genauso zu diesem Phänomen bei. Kein Wunder, dass Ernährungsspezialisten und Diätfreunde besonderes Interesse an den Essgewohnheiten dieser Bevölkerungsgruppe zeigen.

Die Okinawa-Diät beruht auf einer halbvegetarischen, fettarmen Ernährung. Eines ihrer Hauptziele besteht darin, die Kalorienzufuhr zu senken ohne dabei Kalorien
zu zählen um mit einem gesunden Wohlfühlgewicht alt zu werden. Die Okinawa-Bewohner nehmen durchschnittlich etwa 20% weniger Kalorien zu sich als die restlichen Japaner, manche Hundertjährige nur ca. 1100 Kcal pro Tag. Eine Zahl, die deutlich unter der empfohlenen täglichen Kalorienzufuhr für diese Altersgruppe liegt.
Wie schaffen es diese Menschen so wenig zu essen?
Ganz einfach: indem sie Qualität vor Quantität walten lassen! Ein zentraler Begriff
der Okinawa-Diät ist daher die Kaloriendichte der Nahrungsmittel, d.h. der Kaloriengehalt pro Gramm (Kalorienzahl geteilt durch Gramm pro Portion).

Die Ernährungsregeln der Okinawa-Diät sehen demnach wie folgt aus: Gegessen werden können
- nach Belieben: Nahrungsmittel mit einer Kaloriendichte unter 0,7 (Wasser, Tee, Gurke, Endivie, Zucchini, Orange, Aprikose, Alge, Äpfel, Naturjoghurt mit 0% Fettgehalt).
- in Maßen: Nahrungsmittel mit einer Kaloriendichte zwischen 0,8 und 1,5 (Banane, Kartoffel, weißer Fisch, Reis, Nudeln, Geflügel, Hülsenfrüchte).
- in geringen Mengen: Nahrungsmittel mit einer Kaloriendichte zwischen 1,6 und 3 (fetter Fisch, Brot, Magerfleisch, Trockenfrüchte, Pizza, Eis).
- selten: Nahrungsmittel mit einer Kaloriendichte über 3 (Kekse, Walnüsse, Schokolade, Butter, Öl).
Durch den Verzehr von Nahrungsmitteln mit (extrem) niedriger Kaloriendichte ist es möglich weniger Kalorien zu sich zu nehmen, da diese Produkte rasch zu einem Sättigungsgefühl führen. Bei einer kalorienarmen Ernährung werden auch weniger Giftstoffe produziert, was wiederum die Lebenserwartung erhöht.
Bei der Okinawa-Diät wird auch empfohlen das Essen vor Erreichen des völligen Sättigungsgefühls einzustellen und die Mahlzeiten in kleinen Portionen zu sich zu nehmen.

Resultate
Die Okinawa-Diät kann langfristig zu einem Gewichtsverlust führen, auch wenn
darin nicht ihr eigentliches Ziel besteht. Diese Ernährungsform soll auch helfen chronischen Krankheiten vorzubeugen und gesund zu altern. Durch den Konsum von Nahrungsmitteln mit geringer Kaloriendichte stellt sich das Sättigungsgefühl schneller ein, was zu einer geringeren Nahrungszufuhr führen und eine Gewichtsabnahme unterstützen kann.
Bei den Tieren wurde bewiesen, dass eine verminderte Kalorienzufuhr eine höhere Lebenserwartung gewährleistet. Beim Menschen bringt die Kalorieneinschränkung gesundheitliche Vorteile wie eine bessere Fettbilanz (Cholesterin, Triglyceride) mit sich.

Ein typisches Tagesmenü (europäisierte Version)
Frühstück: Roggenbrot, Quark, Apfel, Tee.
Mittagessen: Tofu, Nudeln und Saubohnen, Pilzsalat, Tee.
Abendessen: Fisch, dunkler Reis, Gurke, Orange, Tee.

Die Vorteile
Da die Okinawa-Diät auf einer faser- und proteinreichen Ernährung beruht stellt
sich schnell ein Sättigungsgefühl ein.
Es liegen keine Studien vor, die den Umfang des Gewichtsverlustes durch die Okinawa-Ernährungsmethode belegen. Doch durch die schnellere Einstellung des Sättigungsgefühls beim Konsum von Nahrungsmitteln mit geringer Kaloriendichte kann die gesamte Kalorienzufuhr gesenkt werden, was wiederum zur Gewichtsab-nahme führen kann.

Die Nachteile
Die Tatsache, dass die bei der Okinawa-Diät empfohlenen Nahrungsmittel durch ihre Kaloriendichte sättigender sind als so manch andere Lebensmittel garantiert kein Sättigungsgefühl am Ende der Mahlzeit. Denn prinzipiell fallen die Portionen bei der Okinawa-Diät kleiner aus. Resultat: Nicht jeder ist nach den vorschriftsmäßigen Mahlzeiten satt, was das Einhalten der Diät langfristig erschweren kann.

Wer sich nach der Okinawa-Methode ernähren möchte sollte gerne vegetarisch essen (Getreideprodukte, Tofu, Obst und Gemüse).
Der Konsum von Algen kann bei Menschen mit Schilddrüsenüber- oder unterfunktion gesundheitsschädigend sein.

Es liegen keine wissenschaftlichen Daten zur langfristigen Auswirkung der Kalorieneinschränkung vor. Einige Spezialisten befürchten das Auftreten diverser Mangelerscheinungen.

Vorsicht: Die Okinawa-Diät sollte unter Aufsicht eines Ernährungsspezialisten oder Arztes durchgeführt werden, da die Reduzierung der täglichen Kalorienzufuhr zu Mangelerscheinungen führen kann.

von der Redaktion