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Abnehmen mit Kokosöl: Macht es wirklich schlank?

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 19. Februar 2019
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Glaubt man den Erfahrungsberichten im Netz, soll Kokosöl ein echtes Schlank-Mach-Wunder sein. Schon ein Esslöffel täglich soll die Kilos purzeln lassen. Doch was ist dran am Hype? Kann man mit Kokosöl wirklich abnehmen? Wir haben die Fakten gecheckt.

Fakt ist: Viele Menschen schwören auf die positiven Eigenschaften des tropischen Kokosöls. Fakt ist aber auch: Das vermeintliche Superfood ist gar nicht so gesund, wie die meisten glauben. Das haben Wissenschaftler unlängst bestätigt. Denn Kokosfett besteht zum Großteil aus gesättigten Fettsäuren.

Der Vorteil von Kokosöl gegenüber anderen Fetten: Es weist hauptsächlich mittelkettige Fettsäuren auf. Auch als MCT = medium chain triglycerides bezeichnet. Diese Fette liefern einen geringeren Energiewert, rund zehn Prozent weniger als andere Fette. Dadurch wird sogar der Energieverbrauch gesteigert. Das heißt, der Körper verbrennt zeitweise etwas mehr Kalorien.

Außerdem werden die mittelkettigen Fettsäuren, im Vergleich zu langkettigen Fettsäuren, schneller aus dem Darm zur Leber transportiert und dort aufgespalten und aufgenommen, erklärt die DGE. Und im Vergleich zu anderen Fetten werden die Fettsäuren aus Kokosöl nicht so schnell in den Fettdepots eingelagert.

Wie gesund ist Kokosöl zum Abnehmen?

Bedeutet das also, dass man nun mehr Kokosöl zu sich nehmen sollte, wenn man abnehmen will? Nicht wirklich. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass Kokosöl den Stoffwechsel anregt, dennoch besteht Kokosnussfett nun mal größtenteils aus mehrheitlich gesättigten Fettsäuren. Diese gelten als schlecht für die Gesundheit, vor allem für das Herz-Kreislauf-System.

Daher sollte man den Verzehr gesättigter Fettsäuren, wie sie in Kokosöl, Palmfett, Butter, Fleisch- und Wurstwaren vorkommen, auf maximal zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr beschränken, das entspricht auch der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Doch kein Superfood? DESHALB warnen Wissenschaftler jetzt vor Kokosöl

Hilft Kokosöl beim Abnehmen?

Zwei Studien von 2009 und 2011, die untersuchten, ob die Aufnahme von Kokosöl bei der Reduzierung von Bauchfett helfen kann, ergaben, dass die Probanden, die täglich 30 ml Kokosöl zu sich nahmen in der Bauchregion tatsächlich an Umfang verloren hatten.

Doch mit Kokosnussfett allein kann man nicht abnehmen. Entscheidender sei eine langfristige Ernährungsumstellung mit mehr Bewegung und einem höheren Energieverbauch. Zwar kann durch die Ernährung, die mittelkettige Fette enthält, eine nahrungsinduzierten Thermogenese, sprich ein erhöhter Energieverbrauch, aktiviert werden. Allerdings ergab eine Untersuchung der DGE, dass dieser Effekt nicht ausschlaggebend sei.

Die DGE hat die Ergebnisse diverser Studien, die die Zufuhr von mittelkettigen Fetten wie Kokosöl in Bezug auf Fettleibigkeit untersuchten, gesichtet. Dabei wurde zwar festgestellt, dass MCT zu einer Senkung des Körpergewichts und des Körperfettanteils beitragen können. Dabei handelte es sich jedoch um kurzfristige Studien, die in ihrer Durchführung einige Schwächen aufwiesen.

In den Studien wurden beispielsweise unterschiedliche Mengen an mittelkettigen Fettsäuren verwendet, die Studiengruppen waren recht klein und auf die Ernährung und das Bewegungs- bzw. Sportverhalten der Probanden, die die Gewichtsabnahme möglicherweise beeinflussten, gab es keine Hinweise.

Keine Empfehlung für Kokosöl zum Abnehmen

Weder die DGE noch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sprechen eine Empfehlung für den Verzehr von mittelkettigen Fetten wie Kokosöl zum Abnehmen aus. Die DGE weist in ihrem Fazit daraufhin, dass die durch MCT eingesparte Energie nur rund 80 bis 120 kcal betragen. Diese Kalorien könne man jedoch einfach auf anderem Wege einsparen, indem man beispielsweise auf gesüßte Getränke und Desserts verzichte, so die Aussage der DGE.

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