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Nach Rassismus-Kritik: "Die letzte Instanz"-Promis äußern sich

von Maike Schwinum Erstellt am 1. Februar 2021
Nach Rassismus-Kritik: Die letzte Instanz-Promis äußern sich© WDR / Max Kohr

Die WDR-Show "Die letzte Instanz" sieht sich mit heftigen Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Nun geben der Sender und zwei der Promi-Gäste Statements ab.

Video von Esther Pistorius

Wer hätte gedacht, dass es im Jahr 2021 vier Prominente schaffen, auf beeindruckend unangenehme Art zu verdeutlichen, warum das Thema Rassismus in Deutschland noch immer einer ganze Menge Aufklärung bedarf.

In der WDR-Show "Die letzte Instanz" diskutierten am vergangenen Freitagabend Janine Kunze, Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk und Jürgen Milski gemeinsam mit Moderator Steffen Hallaschka die Frage, ob der Begriff "Zigeunersauce" abgeschafft werden sollte oder nicht.

Dass diese Thematik nicht von einer Gruppe durchweg weißer und entsprechend nicht betroffener Menschen diskutiert werden sollte, schien weder den Beteiligten vor der Kamera noch dem Sender WDR bewusst zu sein.

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Es wurde über Rassismus abgestimmt

Stattdessen bewiesen die Gäste der Talkrunde absolute Empathielosigkeit, verteidigten verschiedenste rassistische Begriffe und nahmen Alltagsrassismus auf die leichte Schulter.

Janine Kunze erklärte, sie habe sich "über viele Worte nie Gedanken gemacht." Sie führte ihre Gedanken zum Thema weiter aus und meinte: "Haltet mich für naiv, nein, sie gehören dazu."

Moderator Thomas Gottschalk sorgte seinerseits für einen Schock-Moment. Der 70-Jährige erinnerte sich daran, wie er sich einst bei einer Kostümparty als Jimi Hendrix verkleidete. So habe er das erste Mal erfahren, "wie sich ein Schwarzer fühlt." Ohne Worte.

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Abschließend durften die Prominenten darüber abstimmen, ob "Das Ende der Zigeunersauce" nun ein richtiger Schritt sei oder nicht - mit grüner Karte für "Ja" und roter Karte für "Nein". Alle Gäste hielten die rote Karte hoch.

Schock und Empörung im Netz

Im Netz reagierten die Menschen berechtigterweise empört. So postete der Grünen-Politiker Kai Gehring bei Twitter: "Sendezeit für plumpe Empathielosigkeit. Vier Weiße schwadronieren, was Rassismus sei. Auweia, aus Rassismus-Debatten gar nichts gelernt, WDR?"

Die Autorin Jasmina Kuhnke machte ihrem Ärger ebenfalls Luft und schrieb: "Das hier ist das mit Abstand ignoranteste, arroganteste und diskriminierendste was ich seit langem im deutschen TV gesehen habe! Vier weiße Menschen, die erklären wie anstrengend und albern es ist sich mit Rassismus-Kritik auseinanderzusetzen."

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Twitter-Nutzer Nasir Ahmad erklärte: "Knapp ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau müssen sich Schwarze, PoC und Migrant:innen von Weißen anhören, wann sie sich gefälligst als Betroffene zu fühlen haben und wann nicht."

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Das sagen die Promis heute

Mittlerweile hat sich der Sender WDR in einem Statement zu dem Vorfall geäußert. Eine Sprecherin erklärte, die Sendung sei nicht so gelaufen, wie es geplant gewesen sei. "Daraus haben wir in jedem Fall gelernt", heißt es vom Sender.

Auch Janine Kunze und Micky Beisenherz äußerten sich öffentlich zu der Diskussion und räumten Fehlverhalten ein. Kunze schreibt in einem Instagram-Post: "Es tut mir unendlich leid und ich habe festgestellt, dass ich nicht ausreichend aufgeklärt bin."

Beisenherz sprach in seinem Podcast über den Vorfall und erklärte: "Wenn ich Leute enttäuscht habe, dann tut mir das aufrichtig leid, denn das möchte ich nicht." Der Comedian ging sogar noch weiter und meinte: "Wenn da vier Kartoffeln sitzen und über Rassismus mit Karten abstimmen, dann ist im Kern ja schon mal etwas falsch, das kannst du so einfach nicht machen."

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Jürgen Milski und Thomas Gottschalk haben sich bislang nicht über ihren umstrittenen TV-Auftritt geäußert.

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