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Depression vorbeugen: Diesen Effekt hat Fasten auf das Gehirn

von Fiona Rohde Erstellt am 29.03.22 um 15:45

Fasten ist gesund. Darüber ist sich die Wissenschaft mittlerweile einig. Das verminderte Essen hat diverse positive Auswirkungen auf Körper und Psyche. Auch unser Gehirn profitiert davon, wie Studien zeigen. Was genau passiert beim Fasten mit dem Gehirn?

Schon Otto Buchinger erkannte 1917, welchen Effekt Fasten auf die Gesundheit hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die den Militärarzt mit seinen Thesen stützen und so wundert es kaum, dass die Zahl der Fastenden immer größer wird. Und hier geht es den meisten Menschen um mehr, als nur ein paar Pfunde zu verlieren. Denn mehr noch als eine schlanke Silhouette lockt die Anhänger des Fastens der gesundheitliche Aspekt.

Denn die zeitlich begrenzte Nahrungsabstinenz hat diverse positive Effekte auf unsere Gesundheit, sei es Migräne, Rheuma, chronische Schmerzen, Gelenkentzündungen, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Fettleber oder Multipler Sklerose.

"Im Fasten sind die Zellen in einem geschützten Zustand und statt zu wachsen und sich zu vermehren, wie sie es machen, wenn sie viel tierisches Protein und Zucker bekommen, schalten sie in den Reparaturmodus. Sie eliminieren veraltete oder geschädigte Zellbestandteile bzw. ganze Zellen werden "autophagiert", also selbst verdaut", wie Dr. Francoise Wilhelmi de Toledo, Leiterin der Forschungsabteilung der Fastenklinik Buchinger Wilhelmi, in einem Interview sagt.

Laut ihrer Studie können 84 % der Fastenden einen positiven Effekt auf ihre Gesundheit vermerken, was gesundheitliche Beschwerden, wie Arthritis, Diabetes Typ 2, Fettleber, Hypercholesterinämie oder Bluthochdruck angeht.

Neue Gehirnzellen dank Fastenkur?

Was jedoch viele nicht wissen: Nicht nur unser Körper profitiert von dem zeitweisen Verzicht auf Nahrung. Auch für unser Gehirn ist das Fasten eine wahre Wohltat. Denn der kurzzeitige Nahrungsstopp wirkt wie eine Art Antidepressivum und könnte sogar Demenz vorbeugen. Zudem kurbelt die reduzierte Nahrungszufuhr Recyclingprozesse an. Und das Beste: Die Bildung neuer Gehirnzellen wird durch die Fastenkur ebenfalls angeregt.

Im Video: Symptome, die Anzeichen einer Depression sein können

Video von Esther Pistorius

Und noch mehr passiert beim Fasten mit unserem Gehirn: So berichten viele Fastende von einem Stimmungshoch. Das erklären Wissenschaftler mit dem Anstieg des Botenstoffs Serotonin. Dieses "Fastenhoch" sorgt oftmals dafür, dass nach dem Fasten bewusster gegessen wird. Zudem sagen viele Anhänger der Kur, dass Lebensmittel anschließend viel intensiver schmecken und man seine Haltung zum maßlosen Essen komplett verändert. So kann das Fasten der Einstieg in eine gesundes, bewusstes Leben sein.

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Darum ist Fasten ganz normal

Evolutionär gesehen ist Fasten übrigens durchaus sinnvoll und normal. Denn unsere Vorfahren waren es nicht gewohnt, dreimal am Tag zu essen. Vielmehr gab es immer wieder Phasen, in denen kein Essen zur Verfügung stand. So ist unser Körper letztlich darauf trainiert, diese Zeiten des Verzichts problemlos zu überstehen, indem er sich Energiereserven anlegt. Diese werden dann während des Fastens verwendet.

Mit Schlacken, die ausgeschieden werden, hat das jedoch wenig zu tun, wie Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erklärt: "Es gibt keine Schlacken, die sich im Körper festsetzen. Alles, was der Körper nicht verwerten kann, wird über die Nieren oder den Darm ausgeschieden."

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Trotz aller positiven Effekte auf Körper und Geist sollte man idealerweise nicht ohne ärztliche Beratung fasten. Denn nicht für jeden ist der freiwillige Nahrungsverzicht gesund. So sollten Kinder, Schwangere, Untergewichtige, Menschen mit Esstörung und an Gicht und Gallensteinen vorerkrankte Menschen nicht fasten. Auch wer an Diabetes Typ 1 leidet, sollte von einer Kur absehen.

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