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Masern-Impfpflicht ab 1. März: Was Eltern wissen müssen

von Anne Walkowiak Erstellt am 28. Februar 2020
Masern-Impfpflicht ab 1. März: Was Eltern wissen müssen© Getty Images

Noch immer sind in Deutschland nicht genug Menschen gegen Masern geimpft. Der Bundestag setzt deshalb ab 1. März auf die Masern-Impfpflicht. Was das für Eltern bedeutet, erklären wir.

Am 1. März nun tritt sie in Kraft, die Masern-Impfpflicht. Kinder ab einem Jahr, die eine öffentliche Kindertagesstätte oder Schule besuchen, aber auch Erwachsene, die in öffentlichen Einrichtungen leben oder arbeiten, müssen ausreichend gegen die Kinderkrankheit geimpft sein und das nachweisen können.

Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz will man den sogenannten 'Herdenschutz' erreichen. Sind alle gesunden Menschen geimpft, schützt das diejenigen, die aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einem geschwächten Immunsystem nicht geimpft werden können. Dazu gehören auch Säuglinge.

Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, wie es der Name vermuten lassen könnte. Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit ausgelöst durch Viren. Bei einem komplizierten Verlauf können sie sogar zum Tod führen. Vor allem eine Infektion im Jugend- und Erwachsenenalter ist oft mit Komplikationen verbunden.

Übrigens: Im Normalfall wird nicht eine einzelne Masern-Impfung verabreicht, sondern eine Kombinations-Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln.

Im Video: Masernimpfung wird Pflicht - Bundestag beschließt neues Gesetz

Für wen gilt die Masern-Impfpflicht genau?

Alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, die eine Kindertagesstätte, Tagesmutter oder Schule besuchen, müssen gegen Masern geimpft sein. Zudem müssen Kinder ab zwei Jahren, die in öffentlichen Einrichtungen betreut werden, auch eine zweite Masernschutzimpfung nachweisen.

Aber auch Erwachsene, die in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Großküchen arbeiten, dazu zählen auch ehrenamtliche Mitarbeiter und Praktikanten, müssen ab dem 1. März einen ausreichenden Masernschutz vorweisen können.

Menschen, die in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen, beispielsweise in einem Asylbewerberheim, müssen ebenfalls zwei Masernschutzimpfungen nachweisen.

Was ist, wenn ich die Masern bereits hatte?

Wer Kita oder Schule besucht oder in einer öffentlichen Einrichtung arbeitet, keine Schutzimpfung gegen Masern erhalten hat, aber die Krankheit bereits einmal überstanden hat, muss ein ärztliches Attest darüber vorlegen. Denn mit einer bereits überstandenen Masernerkrankung ist man immun dagegen.

Menschen, die vor 1970 geboren wurden, müssen keine Masernschutzimpfung vorweisen, denn es wird davon ausgegangen, dass sie die Krankheit bereits überstanden haben. Die Masern-Impfung wurde erst in den 70er Jahren eingeführt.

Bis wann muss ich die Masern-Impfung nachweisen?

Die Masern-Impfpflicht gilt zwar ab dem 1. März 2020, aber Kinder und Erwachsene, die bereits eine öffentliche Einrichtung besuchen bzw. da tätig sind, müssen ihren Impfschutz bis zum 31. Juli 2021 nachweisen.

Kinder, die neu in Kita oder Schule angemeldet werden, müssen bereits einen ausreichenden Masernschutz vorweisen. Andernfalls kann die Einrichtung das Kind ablehnen. Für Bewohner von Flüchtlingseinrichtungen und der stationären Kinderhilfe wird eine Frist von 8 Wochen nach Betreuungsbeginn gewährt, um den Masernimpfschutz nachzuweisen.

Kann mein Kind der Schule verwiesen werden, wenn es nicht geimpft ist?

Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen haben das Recht, nicht ausreichend geschützte Menschen auszuschließen bzw. zu entlassen. Das gilt sowohl für ungeimpfte Kinder als auch Mitarbeiter.

Es ist jedoch nicht möglich, ein ungeimpftes Kind einfach vom Unterricht auszuschließen, denn in Deutschland gilt die allgemeine Schulpflicht. Schulen sind deshalb angehalten, nicht ausreichend gegen Masern geimpfte Kinder der Gesundheitsbehörde zu melden. Diese setzt sich dann mit der betroffenen Familie in Kontakt.

Wie hoch ist die Strafe bei fehlendem Impf-Nachweis?

Weigern sich Eltern auch nach mehrmaliger Aufforderung ihr schulpflichtiges Kind gegen Masern impfen zu lassen, müssen sie mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 2500 Euro rechnen.

Auch Einrichtungen, die sich nicht an den Impfschutz halten, werden mit einem Bußgeld belegt.

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