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Kleiner Piks mit großer Bedeutung: So wichtig ist die Impfung fürs Baby

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 8. Dezember 2018
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Ein kleiner Piks kann Leben retten. Trotzdem sind viele Eltern unschlüssig, ob eine Impfung das Richtige für ihr Baby ist.

Impfen oder nicht impfen - viele Eltern tun sich gerade bei ihrem ersten Kind schwer mit dieser Entscheidung. Das Baby ist noch so klein, der Körper noch so schwach, da scheint es vielen Eltern beinah grausam, den kleinen Organismus mit einer Impfung zu "quälen".

Vor allem Impf-Gegner argumentieren, dass so eine Impfung bei einem Säugling schlimme Nebenwirkungen haben kann. Dass es dem Kind dann schlecht geht, es schneller krank wird und Allergien entwickelt. Aber ist der Verzicht auf eine Impfung wirklich eine gute Idee? Spoiler: Nein, ist er nicht, denn Impfen rettet Leben.

Darum sind Impfungen für ein Baby so wichtig

Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut raten dringend zur Impfung. Aus zwei Gründen. Zum einen wird dadurch das Baby vor Krankheiten wie Tetanus, Hepatitis B oder Kinderlähmung geschützt. Zum anderen jedoch auch alle anderen Menschen im Umfeld. Denn erkrankt ein Kind beispielsweise an Masern, weil es nicht geimpft ist, kann es andere anstecken. Mittlerweile werden in vielen Kitas deswegen nur Kinder aufgenommen, die alle Impfungen bekommen haben, die die STIKO empfiehlt.

Bleibt die Frage: Welche Impfungen braucht ein Baby wirklich? Kinderlähmung oder Diphtherie gibt es doch bei uns gar nicht mehr. Reicht es da nicht, wenn man sich impfen lässt, bevor man in Länder fährt, in denen es die Krankheit noch gibt? Leider nein, denn diese Krankheiten können von Urlaubern mitgebracht werden. Wenn man Pech hat, steckt man sich auf diese Weise an.

Wann wird welche Impfung fürs Baby empfohlen?

Die STIKO hat einen genauen Impfplan erstellt, den sie frischgebackenen Eltern sehr ans Herz legt. Damit das Baby nicht unnötig oft gespritzt werden muss, wird verstärkt auf Mehrfach-Impfungen gesetzt. Diese enthalten nur sehr kleine Mengen an Antigenen, die die Abwehrreaktion im Körper hervorrufen und zum Immunschutz führen. Sie sind deswegen gut verträglich.

Übersicht der empfohlenen Impfungen für Babys

1. Impfung gegen Rotaviren mit 6 Wochen

Die STIKO empfiehlt, Babys mit 6 Wochen bereits gegen Rotaviren impfen zu lassen. Der Grund: Schon bei einem Erwachsenen lösen die Viren eine schwere Durchfallerkrankung aus. Der winzige Körper eines Babys kann den Viren noch weniger standhalten. Eine Erkrankung kann lebensbedrohlich für einen so kleinen Säugling sein. Zwischen der sechsten und der zwölften Woche sollten Babys deswegen die erste Schluck-Impfung bekommen. Im Abstand von vier Wochen folgen zwei bzw. drei weitere Impfdosen (je nach Wirkstoff).

Grundimmunisierung mit der 6-fach Impfung bei der U4

Zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat startet die Grundimmunisierung gegen sechs Krankheiten (6-fach-Impfung). Geimpft werden Babys in der Regel bei der U4 gegen: Diphtherie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae Typ b, eine Infektion kann als Komplikation eine Hirnhautentzündung nach sich ziehen), Keuchhusten, Kinderlähmung und Tetanus (Wundstarrkrampf). Im Abstand von rund vier Wochen folgen zwei weitere Impfungen gegen diese sechs Krankheiten. Zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat ist die Grundimmunisierung mit der vierten und letzten Spritze abgeschlossen.

Pneumokokken-Impfung bei der U4

Seit 2006 empfiehlt die STIKO auch eine Impfung gegen Pneumokokken für Säuglinge. Der Wirkstoff wird in der Regel parallel zur Sechsfach-Impfung gespritzt. Eine Infektion mit Pneumokokken kann zu Hirnhautentzündung, Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung führen. Auch hier gibt es insgesamt vier Impf-Termine in den ersten zwei Jahren.

Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln bei der U6

Zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat, also gegen Ende des ersten Lebensjahres, wird die Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Die STIKO empfiehlt zudem, die Dreifach-Impfung um den Windpocken-Impfstoff zu erweitern - allerdings getrennt voneinander. Eine zweite Impfung sollte dann zwischen dem 15. und 23. Monat stattfinden. Hier kann auch ein Vierfach-Impfstoff gespritzt werden.

Hinweis: Soll das Baby schon im Laufe des ersten Lebensjahres in eine Kita, kann schon nach neun Monaten gegen Masern und Co. geimpft werden.

Impfung gegen Meningokokken mit Beginn des 2. Lebensjahres

Da eine Hirnhautentzündung nicht nur durch Hib oder Pneumokokken ausgelöst werden kann, sollte im Laufe des zweiten Lebensjahres eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C gespritzt werden. Gegen Meningokokken B gibt es seit 2013 einen Impfstoff, der ab dem zweiten Monat gespritzt werden kann. Dieser muss zweimal im Abstand von vier Wochen gespritzt werden und dann noch einmal zwischen 12 und 15 Monaten.

Muss man sich an diesen Impfplan halten?

Die STIKO hat sich bei der Erstellung des Impfplans durchaus etwas gedacht. Er startet so früh, weil die Babys in diesem Alter noch oft im schützenden Zuhause sind und nicht ständig krank werden. Impfungen können nämlich nur durchgeführt werden, wenn die Kleinen gesund sind. Startet der Plan später, müssen Termine wegen Erkältung und Co. oft verschoben werden.

Kommt das Baby aber erst spät in die Kita, hat es keine älteren Geschwister und der Impfschutz der Eltern ist optimal, kann nach Rücksprache mit dem Arzt auch erst später mit den Impfungen begonnen werden. Die Eltern sollten sich aber immer des Risikos bewusst sein, dem sie ihr Kind aussetzen.

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