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Stillzeit: Wann darf man sich nach der Schwangerschaft die Haare färben?

von Anne Walkowiak Erstellt am 29.04.22 um 14:00
Stillzeit: Wann darf man sich nach der Schwangerschaft die Haare färben?© Getty Images

Vielen Frauen fällt es in den 40 Schwangerschaftswochen nicht schwer, aufs Haarefärben zu verzichten. Schließlich weiß man, dass die Zeit endlich ist. Aber darf man sich die Haare nach der Geburt färben, wenn man stillt oder besteht da eine Gefahr für das Baby? Wir haben die Antwort.

Inhalt
  1. · Haare färben in der Stillzeit: Das wird von offizieller Stelle empfohlen
  2. · Haare färben in der Stillzet: Die Menge macht das Gift
  3. · Wann kann man sich nach der Schwangerschaft die Haare färben?
  4. · Haare färben in der Stillzeit: Strähnchen statt kompletter Kopf
  5. · Haare färben in der Stillzeit mit Naturprodukten
  6. · Für kurz Angebundene: Fazit zum Haarefärben in der Stillzeit

Eine Schwangerschaft kann nicht nur wunderschön, sondern auch ziemlich anstrengend sein. Schließlich lebt und versorgt man viele Schwangerschaftswochen lang nicht nur sich selbst, sondern auch das Baby, das in einem heranwächst. Nach der Geburt gehört einem der eigene Körper dann aber endlich wieder selbst. Also fast, denn wenn man sein Baby stillt, bleibt man doch noch irgendwie körperlich verbunden.

Im Video: Haare färben in der Schwangerschaft - Do oder Don't?

Video von Aischa Butt

Denn alles, was Mama isst und trinkt, gelangt zum Teil über die Muttermilch auch ins Kind. Doch nicht nur Lebensmittel und Getränke, sondern auch Wirkstoffe aus Medikamenten können sich beim Stillen aufs Kind übertragen. Und auch Inhaltsstoffe aus Kosmetika können über die Haut in Mamas Blutkreislauf, die Muttermilch und schließlich das Kind gelangen.

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Deshalb hält sich der feste Glaube, dass man weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit die Haare färben darf. Denn die in vielen Haarfarben enthaltenen Chemikalien könnten die gesunde Entwicklung des Kindes hindern. Aber ist da wirklich etwas dran?

Haare färben in der Stillzeit: Das wird von offizieller Stelle empfohlen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist dafür verantwortlich, Fragen rund um die Lebensmittelsicherheit und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu erarbeiten. Grundlage für Empfehlungen oder Verbote sind international anerkannte Kriterien. Mithilfe derer werden Gutachten und Stellungnahmen erstellt. Beim Thema Haarfärbemittel äußert sich das BfR folgendermaßen: "Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor."

Was bedeutet das genau?
Die Europäische Kommission hat einen wissenschaftlichen Kosmetikausschuss geschaffen, welcher unter anderem eine Liste mit zulässigen Inhaltsstoffen für Haarfärbemittel erstellt hat. Substanzen, die nachweislich schädlich sind, bspw. krebserregende Stoffe, wurden verboten.

Dennoch enthalten Haarfarben eine Vielzahl chemischer Mittel. Diese werden in ihrer Konzentration beschränkt, um nicht gesundheitsschädlich zu sein, können aber dennoch z. B. Hautreizungen und Allergien auslösen. Was Hersteller deshalb immer auf der Verpackung kenntlich machen müssen. Zudem finden sich noch immer umstrittene Wirkstoffe, wie beispielsweise P-Phenylendiamin (PPD), das in Haarfarben enthalten sein kann und dafür sorgen soll, dass eine Haarfarbe deckt, in Färbemitteln.

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Haare färben in der Stillzet: Die Menge macht das Gift

Es spricht nach aktuellem Kenntnisstand nichts dagegen, dass eine stillende Mama sich mal die Haare färbt. Vor allem dann nicht, wenn die neue oder aufgefrischte Farbe dazu beiträgt, dass sie sich gut fühlt. Zudem gibt es keinen bekannten Fall, in dem das Haarefärben der Mutter ihr Kind vergiftet oder ihm anderweitig geschadet hat.

Mit 'mal die Haare färben in der Stillzeit' ist auch das regelmäßige Färben alle zwei bis drei Monate gemeint. Wer häufiger Lust auf eine neue Farbe verspürt, sollte davon Abstand nehmen. Naturhaarfarben und andere Methoden wie Färbeshampoos oder eine nicht dauerhafte Tönung können auch neue Farbakzente im Haar setzen.

Denn eines sollte man wissen: Gelangt die Haarfarbe oder Blondierung auf die Kopfhaut, werden Substanzen zum Teil über die Haut aufgenommen und gelangen in Mamas Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Kind. Allerdings sind die nachweisbaren Dosen so gering, dass sie (nach aktuellem Kenntnisstand) niemandem Schaden zufügen.

Wann kann man sich nach der Schwangerschaft die Haare färben?

Theoretisch muss man beim Haarefärben in der Schwangerschaft oder Stillzeit also nicht aussetzen, wenn man es nicht übertreibt, also beispielsweise alle zwei Wochen eine neue Haarfarbe haben möchte. Hat man während der 40 Schwangerschaftswochen dennoch darauf verzichtet, muss man danach nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt warten.

Sobald man sich fit und bereit fühlt, kann man einen Friseurtermin vereinbaren. Dabei kann man dem Personal bereits sagen, dass man aktuell noch stillt. So lässt sich von vornherein abstimmen, welche Haarfarben infrage kommen, weil sie zum Beispiel komplett auf Ammoniak verzichten. Das Baby übrigens sollte nicht mit in den Friseursalon, wenn da mit Haarfarben hantiert wird.

Wer lieber zu Hause färben will oder aufs Budget achten muss, sollte auch darauf achten, dass das Kind unbedingt in einem anderen Zimmer ist und keinen direkten Kontakt zur Haarfarbe hat. Zudem sind Handschuhe beim Färben für Mama unerlässlich, genauso wie eine gute Durchlüftung des Raumes und anschließendes gründliches Auswaschen der Farbe.

Haare färben in der Stillzeit: Strähnchen statt kompletter Kopf

Die Inhaltsstoffe einer Haarfarbe gelangen dann in geringen Mengen in die Muttermilch, wenn es zum Kontakt zwischen Haut und Färbemittel kommt. Beim Färben von Strähnchen ist das so gut wie ausgeschlossen, denn zum einen werden bei dieser Technik nur Teile des Deckhaars gefärbt, zum anderen wird immer ein bisschen Haaransatz übrig gelassen und damit der Hautkontakt vermieden.

Haare färben in der Stillzeit mit Naturprodukten

Noch sicherer wird Haarefärben in der Stillzeit, wenn man Naturprodukte wie zum Beispiel Henna benutzt. Dabei sollte man jedoch darauf achten, was genau in der Farbe steckt. Denn auch bei Hennafarben können Chemikalien drin stecken, wenngleich in geringerem Maße. Sie sollen für ein schnelleres Färben sorgen. Was auf jeden Fall gemieden werden sollte, ist der Inhaltsstoff PPD. Er steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Immer beachten sollte man, dass auch bei Naturhaarfarben allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auftreten können. Deshalb sollte man Haarfarben, wie auf den meisten Packungen empfohlen, immer erst an einer kleinen Hautstelle testen, bevor man sie ganzheitlich auf dem Kopf verteilt.

Wer seine Haare nur leicht verändern möchte, kann sich auch am 'Färben' mit roter Beete, Kaffee, Kurkuma oder Walnussschalen versuchen. Beim Aufhellen sollen Zitrone, Honig oder Kamille helfen. Da steckt garantiert keine Chemie drin.

Für kurz Angebundene: Fazit zum Haarefärben in der Stillzeit

Schwangere und stillende Frauen müssen nicht aufs Haarefärben verzichten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt zur Verwendung von Haarfarben: "Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor."

Das bedeutet: Es gelangen zwar Substanzen aus Haarfärbemitteln über die Kopfhaut der Mutter in ihren Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Baby. Ihre Konzentration ist aber so gering, dass sie niemandem schaden. Ausnahme ist der Inhaltsstoff P-Phenylendiamin (PPD). Er wird zum Teil noch in Haarfarben verwendet, steht aber im Verdacht, krebserregend zu sein. Färbemittel mit PPD sollten immer gemieden werden.

Mit Naturprodukten wie Henna kann man die Haarfarbe in Schwangerschaft und Stillzeit gefahrloser ändern. Aber auch Nahrungsmittel wie Rote Beete oder Kaffee können Farbe ins Haar bringen. Zitrone, Honig und Kamille können das Haar aufhellen.

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