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6 Verhaltensweisen im Netz, die von wenig Selbstbewusstsein zeugen

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 31. Oktober 2017
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#hater: Es gibt durchaus ein paar Verhaltensweisen in sozialen Netzwerken, an denen du erkennst, dass jemand ein sehr geringes Selbstbewusstsein hat. Wir verraten euch, welche das sind.

Dass es Menschen gibt, die den lieben langen Tag in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram darüber referieren, wie aufregend, abgefahren oder total verrückt ihr Tag war, ist bestens bekannt. Sicherlich hat jeder von uns so einen Kandidaten in seinem Freundeskreis, der das Handy zum Glühen bringt, weil alle paar Minuten eine neue Statusmeldung, eine neue Gefühlslage oder ein neues Selfie gepostet wurde. Pling: X und Y sitzen zusammen in einem Cafe. Pling: X und Y haben das Cafe gewechselt. Pling: X und Y strahlen mit ihren sojamilchgetränkten Kaffees um die Wette.

Dass dieses Verhalten durchaus nervig sein kann, muss man nicht erwähnen. Aber es gibt eben auch etliche Studien, die sich mit der Frage befassen, was in einem Menschen vorgeht, der im Sekundentakt Nachrichten über sich in die Welt schickt.

Beängstigende Studien-Ergebnisse

Die Viel-Posterei verrät mehr als einem lieb ist über die eigene Persönlichkeit, wie Wissenschaftler der Ohio State University herausfanden. Und die Ergebnisse, die im Journal "Personality and Individual Differences" veröffentlicht wurden, sind durchaus beängstigend: So sollen Menschen, die ständig Selfies von sich ins Netz stellen (und hier vor allem die Männer) mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Narzissten und sogar Psychopathen sein. Je mehr Selfies, umso eher kann es sich um jemanden handeln, der eine Persönlichkeitsstörung aufweist. Klingt auch irgendwie logisch, oder?

Der Kampf um die Likes und Kommentare

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung haben in der Regel ein mangelndes Selbstwertgefühl und sind weder kritikfähig noch selbstbewusst. Und die These des Selfie-süchtigen Narzissten stützt auch eine Studie von Wissenschaftlern der Korea University in Seoul. Demnach posten narzisstische Personen nicht nur deutlich mehr Bilder von sich als der Normalverbraucher, ihnen ist es auch extrem wichtig, dass sie dafür Likes und lobende Kommentare bekommen. Denn ohne ein "Du Schönheit!" ist das Selfie vom Strand nur halb so viel wert.

6 Dinge, die Menschen mit wenig Selbstbewusstsein tun:

Wenn man das alles so liest (und es gibt noch etliche Studien mehr zu diesem Thema), dann fallen einem plötzlich viele Verhaltensweisen von Usern im Netz auf, die genau zu dieser These passen. Dinge, die Menschen tun, die uns oft schon nerven und die eigentlich nur eins ganz klar zeigen: Hier hat jemand ein zu kleines Selbstbewusstsein und buhlt um Aufmerksamkeit, um Freunde und Likes.

Hier sind einige Dinge, die zumindest stark daraufhinweisen, dass jemand die Aufmerksamkeit seiner Umwelt braucht:

1. Ständige Standortmeldungen: Schaut her, so toll ist mein Leben!

Beim Friseur, auf der Party, im Restaurant und am allerliebsten im Urlaub: Ständig wird fotografiert und gepostet wie wild. Jeder kennt das Phänomen: Es ist gerade ein magischer Augenblick, sei es der Sonnenuntergang auf Santorini oder der Auftaktsong der Lieblingsband: Und plötzlich besteht der Himmel nur noch aus hochgereckten Smartphones. Den Augenblick genießen ist da weniger wichtig, als ihn zu konservieren und der Welt zu zeigen: Hier bin ich gerade. Mensch, hab ich grad Spaß.

Der selbstverliebte Profi verlinkt dann noch alle betreffenden Personen auf dem Bild, um möglichst noch mehr Likes und zustimmende Kommentare zu erhaschen.

2. Ständige Selfies vom Sportprogramm

Ich selbst habe einen Kumpel, der mir jeden Abend Bauchschmerzen bereitet, weil er einfach immer, also wirklich IMMER abends aus dem Fitnessstudio ein "XY ist gerade hier" postet. Wer seinen Standort vertaggt, weil er gerade auf einer Tropeninsel am Strand sitzt und sein Glück kaum fassen kann: Bitte.

Aber wer jedes Mal mitteilen muss, dass er im Straßencafé einen Kaffee trinkt oder gerade im Fitnessstutio XY war, der muss sich nicht wundern, wenn seine Beiträge irgendwann von allen Freunden blockiert werden. Und auch wer geduldigere Freunde haben mag als mich: Dass man selbst ein gewisses Geltungsbedürfnis auslebt auf Kosten seiner Umwelt, sollte auch klar sein.

3. Ständige Selfies von gesundem Essen - oder eben Fast Food

Auch die kennt jeder: Menschen, die jedes Essen, das ihnen auf den Tisch kommt, erst einmal ausgiebig fotografieren und posten müssen. Jeder Smoothie wird da geshootet, als gäbe es kein Morgen. Auch sehr beliebt: Menschen, die sich wahlweise nur mit extrem gesundem oder mit extrem kalorienhaltigen Essen ablichten lassen.

Die einen, um zu zeigen: Schaut her, wie gesund und diszipliniert ich bin. Die anderen, um zu zeigen: Ich hab ne mega Figur, achte aber so absolut GARNICHT auf Kalorien. Letzteres eine sehr beliebte Verhaltensweise unter Models und extrem dünnen Menschen. In beiden Fällen scheint der Essens-Posting-Freund seiner Umwelt etwas beweisen zu müssen. Auch das klingt nicht gerade nach einem entspannten Mitmenschen.

4. Ständige öffentliche Liebesbekundungen

Paare, die ihre Liebe ständig mit irgendwelchen Bilder oder Liebesbekundungen in den sozialen Netzwerken präsentieren müssen, haben ganz offensichtlich nicht verstanden, was Intimssphäre und Privatleben und was ein soziales Netzwerk ist. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Nach einem gesunden Selbstbewusstsein klingt es jedenfalls nicht.

5. Hochintellektuelle Posts zu aktuellen Themen

Wir alle inszenieren uns in den sozialen Netzwerken. Einige mehr, andere weniger. Jeder schafft ein Bild von sich, das er gezielt kreieren kann. Da ist die Verlockung für alle Narzissten natürlich groß. Lästige Details lässt man weg, Traumbilder und coole Statements fügt man hinzu. Das gilt auch für eben jene, die sich bewusst aus ihrem Umfeld herausheben wollen, indem sie komplett überzogene, hochintellektuelle Postings veröffentlichen.

So können sie ihrer Umwelt zeigen, wie unfassbar klug und informiert sie doch sind. Und jeder, der auf sich hält und ebenso klug und belesen erscheinen will, liked ganz schnell die hochgestochene Aussage des scheinbar so klugen Mitmenschen. So können sich alle diejenigen mit wenig Selbstwertgefühl im Glanz dieser intellektuellen Meisterleistung sonnen.

6. Mehr als 700 Freunde auf Facebook

Es mag sie ja geben, die wundersamen Publikumslieblinge, die einfach jeder mag. Und es mag auch Menschen geben, die sehr viele Leute kennen. Aber mal ganz ehrlich: Ab einer Anzahl von 700 und mehr Freunden kann man doch meist nur wissend lächeln. Hier scheint doch jemand irgendein Geltungsbedürfnis zu haben. Mag ja sein, dass man so viele Menschen kennt, aber niemand MAG mehr als 700 Menschen und würde sie als echte Freunde bezeichnen, oder?

Meist sind das auch genau die Personen, mit denen man sich kurz zuvor kaum mehr als fünf Minuten auf einer Party unterhalten hat und die einem postwendend eine Freundschaftsanfrage schicken. Und zwar OHNE dass man sich jetzt irre wie toll verstanden hätte.

Deshalb: Tief durchatmen

Wer sich also demnächst mal wieder in sozialen Netzwerken über all das hier ärgert, der sollte sich einfach nur klar machen: Die meisten dieser Verhaltensweisen zeigen letztlich eins deutlich: Dass hier jemand einen Hang zum Narzissmus hat und sein herzlich kleines Ego aufpolieren muss.

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