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Hilfe, mein Kind ist zu dick! Ist eine spezielle Diät für Kinder der letzte Ausweg?!

von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 24. Februar 2016

Die Hose kneift, dann essen wir einfach ein paar Tage weniger und schon geht's wieder. Das gilt aber nicht für unseren Nachwuchs. Eine Diät ist für Kinder nicht der richtige Weg, um ein paar Kilos loszuwerden.

Diese Zahl ist erschreckend: Rund 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen sind in Deutschland zu dick. Schuld sind wie bei uns Erwachsenen mangelnde Bewegung sowie zu fettes und zu süßes Essen. Doch wie verhält man sich richtig, wenn der Nachwuchs zu viel wiegt? Ist eine klassische Diät das Richtige für Kinder? Verschwinden die überflüssigen Kilos nicht sowieso mit dem nächsten Wachstumsschub?

Wann ist mein Kind zu dick?

Ein paar Kilos zu viel auf den Rippen sind bei den meisten Kindern nicht weiter bedenklich. "Der Körper von Kindern verändert sich während des Wachstums sehr schnell", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Ein kleiner Wonneproppen kann sich in der nächsten Wachstumsphase zum Spargeltarzan strecken."

Seid ihr verunsichert, fragt am besten euren Kinderarzt. Das Problem: Der BMI (Body-Mass-Index), mit dem bei uns Erwachsenen Übergewicht bestimmt wird, gilt bei Kindern nicht. Stattdessen kontrolliert der Arzt in einer speziellen Tabelle, in welchem Gewichtsperzentil das Kind liegt. Ab einem Wert von 90 und mehr liegt Übergewicht vor. "Deutliche Fettpolster und Speckröllchen an Bauch, Hüfte, Brust und Nacken weisen auf Übergewicht hin", so Silke Restemeyer.

Doch selbst wenn der Arzt feststellt, dass euer Nachwuchs zu dick ist, von einer speziellen Diät für Kinder wird er vermutlich abraten. Besonders, wenn es sich nur um wenige Kilos zu viel handelt.

Welche Diät ist für Kinder geeignet?

FdH, die Kohlsuppendiät oder Low carb: Das ist schon für uns Erwachsene nur bedingt empfehlenswert. Von einer solchen Diät wird für Kinder dringend abgeraten - aus zwei Gründen. Kinder stecken mitten im Wachstumsprozess und bekommen schneller einen Nährstoffmangel, wenn sie nicht ausreichend oder sehr einseitig essen.

Was fast noch schlimmer ist: Werden Kinder frühzeitig auf Diät gesetzt, bekommen ständig Verbote und Maßregelungen, leidet ihr Selbstwertgefühl. Außerdem kann es der erste Schritt in eine Essstörung sein. Eine schnelle Diät ist für Kinder deswegen nicht der richtige Weg im Kampf gegen die Extrapfunde.

Spezielle Abnehmprogramme statt einer Diät für Kinder

Ist euer Kind zu dick, solltet ihr zusammen mit eurem Kinderarzt einen Schlachtplan besprechen. Bei leichtem Übergewicht reicht es, wenn das Kind sich mehr bewegt und ihr ein bisschen aufs Essen achtet. Bei starkem Übergewicht ist ein Abnehmprogramm der richtige Weg.

Statt einer klassischen Diät werden für Kinder verstärkt Programme angeboten, die mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung kombinieren. Dort lernen sie spielerisch, welche Lebensmittel viele Kalorien enthalten und dick machen und was sie mit gutem Gewissen essen können. Außerdem wird in vielen Programmen gemeinsam gekocht und die Kinder lernen, wie sie sich im Alltag anders verhalten müssen, um abzunehmen.

Ganz wichtig: Die Kinder besuchen zwar das Programm - damit es erfolgreich ist, muss sich aber auch zu Hause etwas verändern. Die Eltern müssen lernen gesünder und abwechslungsreicher zu kochen und natürlich mit gutem Vorbild vorangehen. Kein Kind wird verstehen, warum es selbst Wasser trinken und Obst essen soll, wenn Eltern und Geschwister Saft trinken und den ganzen Tag Süßes essen.

Empfehlenswerte Abnehmprogramme für Kinder sind z.B. Moby Dick oder PowerKids. Angebote in eurer Nähe bekommt ihr vom Arzt oder der Krankenkasse.

Tipps zum Abnehmen

Auch wenn eine Diät für Kinder nicht infrage kommt, gibt es ein paar Tipps, die ihr im Alltag beherzigen könnt.

"Grundsätzlich gelten die Ernährungsempfehlungen für eine vollwertige und ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung auch für Kinder und Jugendliche", so Silke Restemeyer von der DGE.

  • Achtet auf regelmäßige, gesunde Mahlzeiten. Das Kind sollte sich dabei satt essen dürfen.
  • Startet beim Essen mit kleinen Portionen. Ist das Kind noch hungrig, kann es sich nachnehmen.
  • Achtet darauf, dass langsam und bewusst gegessen wird.
  • Lasst beim Essen keine Ablenkungen zu. Handys, etc. haben am Tisch nichts verloren.
  • Kocht gesund, lecker und kalorienbewusst. Lasst fettreiche Lebensmittel wie Sahne, Speck oder viel Fett weg.
  • Findet heraus, warum euer Kind gern snackt. Meist steckt hinter dem Appetit am Nachmittag Frust oder Langeweile.
  • Stellt keine Verbote auf. Süßigkeiten sollten erlaubt sein, allerdings nur kleine Portionen.
  • Sorgt für ausreichend Bewegung. Führt Zeitbegrenzungen fürs TV schauen und die PC-Nutzung ein.
  • Entdeckt gemeinsam neue Hobbys.

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