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Mobbing-sicher: So stärkst du dein Kind für den Ernstfall

von Anne Walkowiak Erstellt am 18. Januar 2020
© Getty Images

Damit dein Kind weiß, wie es sich verhalten sollte, wenn Gemeinheiten und fiese Kommentare in Mobbing umschlagen, haben wir ein paar Tipps für dich.

Auf dem Schulhof geht es oft heiß her, treffen hier doch viele verschiedene Charaktere aufeinander. Da ist es verständlich, dass sich nicht alle mögen. Leider schlägt das schnell in Hänseleien um und kann sogar im Mobbing enden. Oft geht es Kindern dabei um Machtdemonstrationen und darum, ein anderes Kind 'dumm dastehen' zu lassen.

Opfer von Mobbing kann jeder werden. Kein Kind ist sicher davor. Gerne suchen sich Peiniger Kinder aus, die sie für schwächer halten. Die vielleicht nicht so viele Freunde haben wie andere oder sich lieber zurückziehen und mit sich selbst beschäftigen, als wild über den Schulhof zu laufen. Vor allem, wer aus der Masse heraussticht, läuft leider eher Gefahr, ausgegrenzt zu werden.

Genau deshalb sollten alle Eltern ihre Kinder für das Thema Mobbing sensibilisieren – vom Klassenbesten über den Spaßvogel bis hin zur Sportskanone. Kinder müssen wissen, dass Mobbing nie okay ist. Egal in welcher Form.

Außerdem müssen Kinder wissen, wie sie sich am besten verhalten, wenn sie selbst gemobbt werden oder Zeuge sind, wie ein anderes Kind zum Opfer wird. Da kommen unsere Tipps ins Spiel.

1. Höre deinem Kind aufmerksam zu

Kinder, die Opfer von Mobbing werden, zeigen das auf die eine oder andere Weise. Einige Kinder wenden sich offen und direkt an die Eltern oder Lehrer. Viele aber verschweigen, dass sie regelmäßig von anderen geärgert und gehänselt werden. Aber auch sie zeigen ein verändertes Verhalten, sagen beispielsweise, dass sie nicht zur Schule wollen oder haben vermehrt Beschwerden wie Bauch- und Kopfweh, was ihnen den Gang zur Schule ersparen soll.

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Egal zu welcher Sorte dein Kind gehört, beobachte es genau und hör ihm aufmerksam zu, wenn es etwas erzählt. Öffnet es sich, lass es unbedingt ausreden und fälle kein vorschnelles Urteil. Lass es wissen, dass du genau zuhörst, es verstehst und da bist, um ihm zu helfen.

Versuche auch dem Drang zu widerstehen, Sätze zu sagen wie: "Also, als ich in der Schule war, haben wir das so und so gemacht und das hat auch geholfen." Das könnte deinem Kind das Gefühl geben, dass du es nicht ernst nimmst mit seiner Angst und seinen Gefühlen.

2. Bringe deinem Kind bei, sich Hilfe zu holen

Kinder lernen früh, das Petzen verpönt ist. Aber in Sachen Mobbing gibt es kein Petzen. Wer selbst Opfer ist oder beobachtet, wie ein anderes Kind gemobbt wird, der sollte wissen, dass es immer okay ist, jemandem Bescheid zu sagen und Hilfe zu holen.

Und wenn diese Person nicht einschreitet, dann sollte das Kind wissen, dass es okay ist, es einer anderen Person zu sagen. Es muss wissen, dass es so oft jemandem Bescheid sagen soll, bis etwas passiert. Bis so viele Leute Bescheid wissen, dass nicht mehr nichts getan wird. Denn das ist leider viel zu oft der einfachere Weg.

Mobbing ist keine Kleinigkeit und Mobbingopfer leiden in ihrer Rolle. Beim ersten Anschein müssen Eltern, Lehrer und Schulen reagieren, aufklären und konsequent sein.

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3. Baue ein Support-System auf

Oft sind es Kinder, die nur wenige (Schul-) Freunde haben und die sich in der Schule zurückziehen und ihr eigenes Ding machen wollen, die vermehrt zu Mobbingopfern werden. Aus Sicht von Mobbern sind sie leichte Opfer, denn man trifft sie oft alleine und somit hilfloser an.

Genau da sollte man ansetzen und seinem Kind beibringen, sich seine eigenen Gefährten zu suchen. Auf dem Weg in die Schule, in der Hofpause oder beim Mittagessen – am besten schützen sich Kinder vor Mobbing, wenn sie zu mehreren unterwegs sind. Denn so wird die Hemmschwelle für den Peiniger größer.

4. Sprecht übers Mobbing

Beim Thema Mobbing sollte man nicht warten, bis es zu spät ist, sondern proaktiv mit seinem Kind darüber sprechen. Frag nach, wie es in der Schule läuft, mit wem es befreundet ist oder ob oder auch weshalb es Streit in der Klasse oder auf dem Schulhof gab.

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Frag nach, ob dein Kind selbst schon gehänselt, geärgert oder ausgegrenzt wurde oder ob es beobachtet hat, wie ein anderes Kind gehänselt wurde. Sprecht darüber, wie sich jemand fühlt, der oft von anderen geärgert wird, auch dann, wenn dein Kind selbst noch keine Erfahrungen mit Mobbing gesammelt hat.

Versetzt euch auch gemeinsam in die Rolle des Mobbers. Sprecht darüber, warum er oder sie so gemein zu anderen ist. Oft hat der Peiniger selbst Probleme oder Ängste, die er oder sie durch dieses Verhalten überdecken will. Überlegt gemeinsam, ob man auch dem Mobber in irgendeiner Art helfen kann.

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5. Lass dein Kind wissen, dass es so wie es ist, perfekt ist

Gemobbt werden nagt am Selbstwertgefühl. Wenn man oft von anderen gesagt bekommt, dass etwas vermeintlich nicht mit einem stimmt, fängt man an das zu glauben. Kinder sind sehr beeinflussbar. Haben sie das Gefühl, andere sind unzufrieden mit ihnen und grenzen sie deshalb aus, geben sie sich selbst die Schuld dafür. Sie glauben dann manchmal sogar, dass sie es verdient haben, so behandelt zu werden. Und das kann fatale Folgen haben.

Lass dein Kind deshalb immer wissen, dass es genau richtig ist, so wie es ist. Zeig ihm, dass du es liebst, akzeptierst und respektierst. Das gibt ihm das Selbstbewusstsein, auch einem Mobber gegenüberzutreten. Wenn man weiß, was man kann, wenn man sich selbst akzeptiert, dann treffen einen Mobbingversuche deutlich weniger.

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