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Vom Mobbing in der Schule bis zum Cybermobbing: So hilfst du deinem Kind

von der Redaktion Veröffentlicht am 9. April 2018
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Schon zu unserer Schulzeit gab es Außenseiter, die es schwer hatten in der Schule. Dauerhaft drangsaliert oder verprügelt wurden jedoch die wenigsten Kinder. An vielen Schulen ist das heutzutage leider anders.

Direkte Gewalt oder Hänseleien, Ausgrenzung und CybermobbingMobbing in der Schule kann viele Formen annehmen. Kinder leiden oft still, denn Lehrer bemerken es nicht oder schauen machtlos zu. Auch viele Eltern wissen häufig nicht, dass ihr Kind in der Schule drangsaliert wird. Aus Angst sprechen die Kinder nicht über ihre Probleme mit den Klassenkameraden, sondern hoffen, dass sie von alleine aufhören.

Ursachen und Gründe für Mobbing in der Schule

Warum wird gerade mein Kind von den anderen geärgert? Diese Frage stellen sich viele betroffene Eltern. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Die Gründe für Mobbing in der Schule sind vielfältig. Manchmal spricht ein Kind anders, zum Beispiel mit einem Dialekt oder es hat einen Sprachfehler. In anderen Fällen sind Äußerlichkeiten wie Kleidung die Ursache oder Größe und Gewicht eines Kindes. Vielleicht war es aber nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

Der Anlass für Schikanen wird meist vollkommen willkürlich gewählt. Ein Klassenkamerad macht eine dumme Bemerkung, andere gehen darauf ein und daraus kann sich ein immer wiederkehrender Kreislauf entwickeln. Macht und Unsicherheit spielen beim Mobbing in der Schule eine große Rolle. Jedoch nicht beim betroffenen Kind, sondern bei seinem Klassenkameraden, von dem die Hänseleien ausgehen. Aus Angst, selbst Opfer des Spotts zu werden, greifen die anderen Kinder nicht ein, sondern stehen stumm daneben. Oder machen sogar mit.

Mobbing auf neuem Niveau: Cybermobbing

Längst sind gemeine Hänseleien in der Schule nicht alles, was ein Mobbingopfer ertragen muss. In unseren digitalen Zeiten mit unzähligen Social Media Plattformen und Messenger Diensten, nutzen immer mehr die Möglichkeit, anonym schlecht über andere zu reden und zu schreiben. Cybermobbing nennt sich das. Und so wird beispielsweise ein drangsalierter Schüler nicht nur in der Schule gehänselt und gemobbt, sondern auch danach belästigt, verleumdet oder genötigt. Was früher also auf dem Schulhof und in der Pause stattgefunden hat, hat heute Einzug in das gesamte Leben einer betroffenen Person.

Wie erkenne ich Mobbing in der Schule?

Für Eltern ist es oft schwer zu bemerken, dass das eigene Kind gemobbt wird. Klare Anzeichen für Mobbing in der Schule gibt es nicht, und es kann tausend Gründe haben, wenn das Kind mal etwas einsilbig ist und nichts von der Schule erzählt. Eltern sollten aufmerksam werden, wenn sich das Kind über Tage hinweg anders verhält als sonst. Beispielsweise, wenn das Kind sonst viele Verabredungen hatte, jetzt nachmittags aber eher zu Hause bleibt. Oder es ist verdächtig ruhig beim Mittagessen und druckst auf Nachfragen, wie es in der Schule war, nur herum. Übelkeit und Magenschmerzen, gerade morgens und Äußerungen wie „Muss ich wirklich in die Schule?“ bis zu „Ich hab gar keine Lust mehr in die Schule zu gehen“ sind ebenfalls Warnzeichen.

Auch Kinder, die Opfer von Cybermobbing werden, ziehen sich zurück. Ihre schulische Leistung nimmt ab, sie ziehen sich aus ihrem Freundeskreis zurück und sind oft permanent online. Die Flucht in die virtuelle Welt scheint für viele ein Ausweg. Auch, weil sie ständig wissen wollen, welche neuen Unwahrheiten über sie im Netz gepostet werden.

Wird das Kind Opfer von körperlicher Gewalt sieht man das recht schnell an Kratzern auf Körper und Kleidung. Auch wenn das Kind öfter mit zerstörten Sachen nach Hause kommt, kann das auf Mobbing in der Schule zurückzuführen sein.

Natürlich sind Eltern besorgt um das Wohlergehen des eigenen Kindes, aber sie sollten auch nicht übervorsichtig werden. Nicht jede kleine Rangelei auf dem Schulhof ist etwas Ernsteres und nicht jedes Kind, das permanent an seinem Telefon hängt, wird online gemobbt. Haben Eltern einen ersten Verdacht, dass das Kind Probleme mit Mobbing haben könnte, sollten sie es über eine kurze Zeit beobachten und dann versuchen, mit ihm darüber zu sprechen.

So hilft man seinem Kind, wenn es gemobbt wird

Meist wollen Kinder nicht so recht mit der Sprache herausrücken, und Eltern müssen lange nachhaken, bis sie die ganze Geschichte erzählen. Dranbleiben und zuhören ohne zu unterbrechen ist dabei ganz wichtig! Wichtig ist auch, dass Eltern ihrem Kind zeigen, dass sie es ernst nehmen und ihm glauben. Kinder, die Opfer von Mobbing in der Schule oder Cybermobbing geworden sind, haben nur wenig Selbstbewusstsein und sind entsprechend unsicher. Sie benötigen Bestätigung.

Doch wie genau kann man dem Kind helfen? Einfach in die Schule gehen und den Anführer zur Rede stellen geht nicht. Das würde vermutlich mehr Schaden als Nutzen bringen, denn Kinder die 'petzen' und ihre 'Mami schicken', sind in der Schule schnell neuem Hohn und Spott ausgeliefert.

Das genaue Vorgehen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Meist ist es eine gute Idee, wenn Eltern mit dem Klassenlehrer oder, sofern vorhanden, dem Sozialarbeiter sprechen. Gemeinsam kann man dann zum Beispiel mit der ganzen Klasse über das Problem reden.

Wenn das Kind im Internet gemobbt wird, sollten die Cyber-Attacken dokumentiert werden. Eltern sollte festhalten, was genau geschickt wurde (Screenshots, Mails, Nachrichten), über welche Plattform und gegebenenfalls Daten zum Täter. In gravierenden Fällen kann man mit Hilfe dieser Daten Strafanzeige stellen.

Vorher können Eltern versuchen, sich an den Betreiber der Plattform zu wenden, über welche das Cybermobbing erfolgt ist. Der Betreiber ist gesetzlich dazu verpflichtet, Diffamierungen zu löschen. Ist der Täter bekannt, kann man zudem die Löschung seines Profils fordern.

Kleine Strategien, die schnelle Hilfe bei Mobbing in der Schule bieten können

Wenn sich das Kind seinen Eltern anvertraut hat, kann man gemeinsam mit ihm erste kleine Strategien entwickeln, wie es sich gegen das Mobbing in der Schule wehren kann. Oft lassen die betroffenen Schüler fiese Sprüche und gemeine Kommentare über sich ergehen, weil sie nicht die Kraft oder den Mut haben, ihnen zu entgegnen. Und genau da kann man ansetzen. Eltern und Kind können überlegen, was man bei gehässigen Kommentaren entgegnen kann. Dem Mobber die Luft aus den Segeln nehmen, kann ihn völlig aus dem Konzept bringen.

Meist ist es auch nicht nur ein Kind, das in der Schule von ein und dem selben Schüler gemobbt wird. Es kann helfen, wenn man sich mit anderen Opfern austauscht und sich zusammenschließt. Gemeinsam kann man sich einfacher wehren. (Der Mobber macht es meist nicht anders.)

Wichtig ist, dass die Eltern das Selbstvertrauen des gemobbten Kindes stärken. Das Kind macht nichts falsch und es ist schon gar nicht seine Schuld, dass es in der Schule gemobbt wird. Es kann ihm schon ein bisschen helfen, das einfach mal zu hören.

Hilfe für Mobbingopfer und Eltern

Wenn Kind und Eltern mit ihrer Kraft am Ende sind und sich nicht mehr zu helfen wissen, sollten sie immer Hilfe in Anspruch nehmen. Die Dinge einfach ruhen lassen und darauf warten, dass sich etwas von alleine ändert, bringt nichts. In vielen Städten gibt es Psychologen und Beratungsstellen, die sich mit dem Thema Mobbing und Cybermobbing auskennen. Es gibt Hilfe im Internet speziell für betroffenen Jugendliche, beispielsweise bei Juuuport oder aber Hilfe über das Telefon, wie beispielsweise über die Nummer gegen Kummer.

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