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Henna-Haarfarbe: Natürlich färben mit Pflanzenhaarfarbe

von Nicola Pohl Erstellt am 13. September 2020
Henna-Haarfarbe: Natürlich färben mit Pflanzenhaarfarbe© Getty Images

Ihr möchtet eine neue Haarfarbe, aber auf Chemie verzichten? Mit Henna-Haarfarbe ist es möglich, eure Haare natürlich zu färben. Wir verraten, was es zu beachten gibt.

Nicht jeder von uns ist mit seiner Naturhaarfarbe zufrieden. Doch Haarefärben ist nicht nur strapaziös fürs Haar, sondern mehrmals chemisch behandelte Haare werden irgendwann auch zu trocken und brüchig, um sie weiterhin zu färben.

Für viele Menschen spielt außerdem der gesundheitliche Aspekt eine Rolle, denn chemische Haarfarben können Allergien auslösen und sind auch nicht gerade gut für unseren Körper.

Ihr möchtet eure Haarfarbe verändern, aber dabei keine bedenklichen Inhaltsstoffe verwenden? Henna-Haarfarbe soll es möglich machen, denn mit ihr könnt ihr eure Mähne natürlich färben. Wir verraten euch die Vor- und Nachteile von Henna-Haarfarbe, wie sie angewendet wird und was ihr dabei beachten solltet.

Henna-Haarfarbe kaufen: Welche ist die beste?

Insgesamt ist das Endergebnis beim Färben mit Henna immer abhängig von der Naturhaarfarbe und der Haarstruktur. Sind die Haare bereits sehr porös vom chemischen Färben oder Blondieren kann das Farbergebnis anders ausfallen als erwartet.

Generell ist das Ergebnis nicht so vorhersehbar wie bei chemischen Farben. Es empfiehlt sich daher, zunächst eine Probesträhne zu färben, um zu schauen, ob euch die Farbe gefällt.

Henna-Farben
Lange hatte das Färben mit purer Henna-Haarfarbe den Nachteil, dass nur Nuancen in Rot möglich waren. Doch für alle, die lieber Schwarz, Braun oder Blond mögen, gibt es gute Nachrichten: Das Färben mit dem natürlichen Haarfärbemittel ist mittlerweile auch ohne Rot möglich. Was mit Henna allerdings nicht funktioniert: Die Haare aufzuhellen und zu blondieren.

Statt reines Henna-Pulver zu verwenden, setzen viele Pflanzenhaarfarben mittlerweile auf eine Mischung aus Henna und natürlichen Farbstoffen wie Indigo, Neem, Bhringaraj oder Amla.

Manche Hersteller mischen allerdings auch synthetische Inhaltsstoffe unter die Henna-Haarfarbe, um die Farbauswahl zu vergrößern. Werft deshalb vor dem Kauf immer einen Blick auf die Bestandteile und vermeidet Produkte, die zum Beispiel Phenylendiamine (PPD) enthalten. Bei diesen handelt es sich nicht um Naturkosmetik.

Welche ist die beste Henna-Haarfarbe?
Pflanzenhaarfarbe mit Henna gibt es mittlerweile von vielen unterschiedlichen Firmen zu kaufen. Wir zeigen euch die beliebtesten Henna-Farben, die am besten bewertet sind.

Pflanzenhaarfarbe von Khadi
Die Farben von Khadi Naturkosmetik zählen zu den beliebtesten im Netz, da sie wunderschöne, natürliche Farben zaubern und dabei sogar die Haare pflegen. Zudem soll die Henna-Haarfarbe von Khadi besonders gut auch graue Haare abdecken. Sie ist in vielen Nuancen von Blond, Braun und Schwarz über Kupferrot bis hin zu knalligem Orangerot erhältlich.

Dabei sind die Inhaltsstoffe von Khadi komplett natürlich und bestehen aus Pflanzenextrakten wie Henna, Indigo, Amla und Bhringaraj. Die Pflanzenhaarfarbe kommt damit ganz ohne Ammoniak, Peroxide und Parabene aus.

Hier könnt ihr die Pflanzenhaarfarbe von Khadi bei Amazon kaufen.*

Pflanzenhaarfarbe von Sante
Auch die Haarfarben von Sante Naturkosmetik sind super beliebt, da sie mit natürlichen Wirkstoffen wie Henna, Indigo, Cassia, Weizenprotein, Alginat, Walnussschalen, Kaffee oder rote Beete die Haare färben. Dabei sind sie vegan und zu 100 % natürlich - ganz ohne Ammoniak, Perioxide oder synthetische Farbstoffe.

Die Pflanzenhaarfarbe von Sante gibt es sowohl in Nuancen wie Blond, Hell- und Dunkelbraun und Rot als auch Schwarz.

Hier könnt ihr die Pflanzenhaarfarbe von Sante bei Amazon kaufen.*

Pflanzenhaarfarbe von Radico
Die Henna-Haarfarbe Radico "Colour Me" ist ebenfalls zu 100% natürlich und wird aus Kräutern hergestellt. Inhaltsstoffe wie Henna, Indigo, Amla, Brahmi oder Bhringraj sollen für intensive Farben sorgen. Die Pflanzenhaarfarbe ist frei von Wasserstoffperioxid, Ammoniak, Resorcin oder Parabenen.

Erhältlich ist sie sowohl in Schwarz, Braun und Blond als auch Rot. Die Anwenderinnen im Netz loben vor allem die gute Abdeckung von grauen Haaren.

Hier könnt ihr die Pflanzenhaarfarbe von Radico bei Douglas kaufen.*

Henna-Haarfarbe: Grauabdeckung

Mit Henna- und Pflanzenhaarfarbe lassen sich auch graue Haare wunderbar abdecken. Die Grauabdeckung kann je nach Produkt ein wenig unterschiedlich ausfallen, in der Regel ist es aber kein Problem, graue Haare mit Henna-Haarfarbe zu färben. Der Farbton fällt auf den grauen Haaren meistens einfach etwas heller aus als auf der normalen Naturhaarfarbe.

Lesetipp: Welche Haarfarbe passt zu mir? Dieser Test verrät den perfekten Ton für dich!

Woraus besteht Henna?

Henna wird aus dem Hennastrauch gewonnen und ist normalerweise in Form von Pulver erhältlich. Um eine cremige Paste zum Haarefärben zu erhalten, wird es vorher mit Wasser angerührt.

In Ländern wie Indien wird Henna nicht nur als Haarfärbemittel, sondern auch zum Bemalen von Händen und Füßen verwendet.

Ist Henna gut für die Haare?

Werden die Haare gefärbt oder sogar blondiert, sind sie danach häufig trocken, spröde oder sogar brüchig. Henna-Haarfarbe ist deutlich schonender, denn anders als chemische Haarfarben dringt es nicht direkt ins Haar ein, sondern legt sich wie eine schützende Schicht ums Haar herum. Dadurch pflegt es die Haare nicht nur, sondern schützt sie sogar vor Haarbruch.

Im Video: Die häufigsten Fehler beim Haare kämmen

Video von Justin Amaral

Kann man Haare mit Henna tönen?

Nein, denn auch wenn Henna und Pflanzenhaarfarbe nicht ins Haar eindringen, sind sie permanent und waschen sich in der Regel nicht aus, sondern wachsen mit der Zeit raus. Allerdings verblasst die Farbe mit der Zeit etwas.

Tatsächlich gibt es keine richtige Tönung, die rein natürlich oder pflanzlich ist. Die Tönungen von Henné Color (hier bei Amazon*) basieren zum Beispiel auf Henna, aber enthalten auch synthetische Stoffe und sind damit nicht unbedenklich.

Lesetipp: Haare natürlich tönen und färben: Die besten Rezepte ohne Chemie

Wie lange hält Henna in den Haaren?

Je nach Haarbeschaffenheit, Naturhaarfarbe, Einwirkzeit und verwendeter Haarfarbe hält sich Henna unterschiedlich lange in den Haaren. Die Farbintensität lässt in der Regel nach etwa vier bis acht Wochen nach. Generell wäscht sich Henna aber nicht aus, sondern ist eine permanente Färbung.

Henna-Haarfarbe entfernen

Auch beim Färben mit natürlicher Pflanzenhaarfarbe kann es passieren, dass ihr unzufrieden mit dem Ergebnis seid. Leider hilft es in diesem Fall aber nicht, mit chemischer Farbe drüber zu färben oder die Haare zu blondieren, da das Ergebnis unvorhersehbar ist. Denn das Henna kann mit den chemischen Inhaltsstoffen reagieren und zu merkwürdigen Farben führen.

Auch wenn Henna als Haarfärbemittel permanent ist, gibt es eine Möglichkeit, das Henna wieder zu entfernen. Was ihr dafür braucht, ist ein reichhaltiges Öl wie Olivenöl. Das Öl hilft dabei, die Henna-Farbe wieder vom Haar zu trennen.

Henna-Haarfarbe mit Öl entfernen

  • Mischt ein Öl zum Beispiel aus Olivenöl und Kokosöl zusammen.
  • Verteilt das Öl von der Kopfhaut bis in die Spitzen in euren Haaren und deckt es anschließend am besten mit einer Haube und einem Handtuch ab.
  • Lasst das Öl über Nacht einwirken.
  • Wascht eure Haare am nächsten Morgen gründlich mit Shampoo aus. Es kann eventuell zwei oder drei Haarwäschen brauchen, um das Öl restlos zu entfernen.

Lesetipp: Haare entfärben: Mit diesen Tipps & Hausmitteln gelingt's

Wie wird Henna-Haarfarbe angewendet?

In der Regel ist die Vorgehensweise beim Färben mit Henna-Haarfarbe immer gleich, dennoch solltet ihr euch vor allem bei vorgemischten Farben immer an die Packungsbeilage halten.

Ebenfalls wichtig: Wollt ihr eure Haare mit Henna färben, solltet ihr am besten bereits im Vorfeld auf Naturkosmetik ohne Silikone umsteigen. Denn Shampoos und Conditioner mit Silikonen legen sich wie eine Schicht um die Haare und verhindern dadurch, dass das Henna die Haare einfärben kann.

Das braucht ihr:

  • Henna-Pulver oder fertige Farbmischung
  • Wasser
  • Schale und Rührlöffel (nicht aus Metall)
  • Handschuhe
  • Plastikhaube
  • Pinsel zum Auftragen
  • dunkles Handtuch oder Umhang
  • reichhaltige Creme zum Schützen der Haut

Haare mit Henna färben:

1. Henna anmischen
Mischt das Henna-Pulver mit heißem Wasser und lasst es einige Zeit lang ziehen, bis es nicht mehr zu heiß ist und eine cremige Masse entstanden ist.

2. Henna-Haarfarbe auftragen
Handschuhe anziehen und Ohren und die Stirn am Haaransatz mit einer reichhaltigen Creme einschmieren, um sie vor Farbe zu schützen. Die Henna-Haarfarbe mit einem Pinsel auftragen. Am besten immer einzelne Haarpartien und Strähnen abteilen und sich so nach und nach vorarbeiten, bis alle Haare bedeckt sind.

3. Henna-Haarfarbe einwirken lassen
Nach dem Auftragen der Farbe alles mit einer Haube abdecken und mit einem Handtuch umwickeln, um die Haare warm zu halten. Die Farbe muss etwa zwei Stunden im Haar bleiben. Je länger die Einwirkzeit desto intensiver das Farbergebnis.

4. Henna auswaschen
Zum Schluss die Farbe unter warmem Wasser (ohne Shampoo!) auswaschen bis das Wasser klar ist. Anschließend kann ein Conditioner oder eine Haarkur verwendet werden. Die Haare sollten frühstens nach 24 Stunden mit Shampoo gewaschen werden.

Henna-Haarfarbe: Vorteile und Nachteile

Ihr seid noch unsicher, ob Henna-Haarfarbe das Richtige für euch ist? Wir haben euch die Vor- und Nachteile im Überblick zusammengestellt.

Vorteile von Henna-Haarfarbe

  • natürliche Inhaltsstoffe
  • schonend fürs Haar
  • schützt die Haare
  • deckt graue Haare zuverlässig ab
  • hält permanent im Haar
  • Farben sehen natürlich aus

Nachteile von Henna-Haarfarbe

  • teilweise aufwändig in der Anwendung (Anmischen, Wirkungsdauer)
  • eingeschränkte Farbwahl (Blond, Braun, Rot, Schwarz)
  • Farbergebnis ist nicht 100% vorhersehbar (abhängig von der Naturhaarfarbe)
  • einige Henna-Haarfarben enthalten zusätzlich synthetische Inhaltsstoffe
  • manche Menschen können allergisch auf Henna reagieren

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