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Urlaubsrecht: Diese 5 Fakten solltest du kennen!

von Tanja Koch ,
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Wenn es an die Urlaubsplanung geht, gibt es ganz bestimmte Rechte und Pflichten. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Doch keine Sorge! Wir verraten dir 5 Fakten, die du unbedingt kennen solltest.

Inhalt
  1. · Darf ich in der Probezeit Urlaub nehmen?
  2. · Darf mein Chef oder meine Chefin mir vorschreiben, wann ich Urlaub nehmen darf?
  3. · Darf ich Resturlaub mit ins neue Jahr nehmen?
  4. · Kann ich mir meinen Resturlaub auszahlen lassen?
  5. · Muss ich an Heiligabend und Silvester je einen ganzen Urlaubstag eintragen?

Egal, wie sehr einem der eigene Job auch Spaß macht, auf den wohlverdienten Urlaub freuen wir uns doch alle. In vielen Unternehmen muss man seinen Urlaub für das neue Jahr bereits Ende des Jahres abgeben. Doch bei der Urlaubsplanung kommen häufig Fragen auf, wie "Kann ich meine übrig gebliebenen Urlaubstage aus diesem Jahr ins nächste Jahr mitnehmen?", oder auch "Bekomme ich an Heiligabend automatisch frei oder muss ich für diesen Tag Urlaub einreichen?".

Bei den vielen Rechten und Pflichten kann man schon mal ganz schön durcheinander geraten. Wir haben dir deshalb die fünf wichtigsten Fakten zusammengestellt, die du in Sachen Urlaubsrecht unbedingt wissen solltest!

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1. Darf ich in der Probezeit Urlaub nehmen?

Jein. Für den vollen Urlaubsanspruch musst du schon mindestens sechs Monate lang auf der Stelle beschäftigt sein. Eine dreiwöchige Reise oder ähnliches solltest du für das erste halbe Jahr deiner neuen Stelle also nicht planen.

Kürzere Urlaube sind allerdings möglich: Mit jedem Monat im Unternehmen hast du Anspruch auf 1/12 deines Jahresurlaubs – sofern keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

Vorab im Video: Laut Arbeitsrecht: Muss ich im Urlaub erreichbar sein?

Video von Esther Pistorius

2. Darf mein Chef oder meine Chefin mir vorschreiben, wann ich Urlaub nehmen darf?

Nein. Im Gesetz steht, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern den Urlaub nach deren Wünschen genehmigen muss. Gibt es allerdings Betriebsferien, in denen die Produktion ohnehin pausiert, so kann der Chef bestimmen, dass ein Teil des Urlaubs in dieser Zeit stattfindet. Ähnliches gilt, wenn es zu unvorhergesehenen Engpässen kommt.

Umstritten ist, inwiefern der Arbeitgeber aktiv werden und den Urlaub einfach festlegen darf, wenn der Mitarbeiter ihn nicht von sich aus beantragt.

3. Darf ich Resturlaub mit ins neue Jahr nehmen?

Nein. Rechtlich gesehen müssen Urlaubstage genau in dem Jahr aufgebraucht werden, für das sie gedacht sind. Bei unvorhergesehenen Gründen wie einem Personalengpass oder einem plötzlichen Anstieg des Arbeitsvolumens ist es möglich, den Resturlaub erst im neuen Jahr zu nehmen – allerdings vor dem 31. März.

Auch, wenn Arbeitnehmer krank werden und ihren Urlaub am Jahresende nicht antreten können, dürfen sie die freien Tage noch bis zum 31. März des Folgejahres nehmen. Bei Arbeitsausfällen über längere Zeit kann der Urlaubsanspruch sogar noch bis zu 15 Monate erhalten bleiben, also bis zum 31. März des übernächsten Jahres. Für diese Regelung ist eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit nötig.

Je nach Unternehmen oder Tarifvertrag gelten aber andere Regeln. Dann dürfen Mitarbeiter auch ohne Gründe einige wenige Tage ins neue Jahr übertragen.

Der Europäische Gerichtshof hat kürzlich entschieden, dass der Urlaubsanspruch aber nicht einfach verfällt, wenn ein Mitarbeiter keine freien Tage beantragt. Der Arbeitnehmer sei gegenüber dem Unternehmen die schwächere Partei und könnte aus Angst vor negativen Konsequenzen abgeschreckt sein, den Urlaub zu beanspruchen. Damit der Urlaubsanspruch verfällt, muss der Arbeitgeber nachweisen, den Mitarbeiter über den Resturlaub und den drohenden Verfall aufgeklärt zu haben.

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4. Kann ich mir meinen Resturlaub auszahlen lassen?

Nein. Da Urlaub laut Gesetz der Erholung dient, können sich Mitarbeiter übrige Urlaubstage nicht einfach bezahlen lassen.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde und der Mitarbeiter keine Möglichkeit mehr hat, den Urlaub vorher noch zu nehmen. In diesem Fall darf er sich die Urlaubstage auszahlen lassen. Aufgrund der anfallenden Steuern lohnt sich das jedoch in der Regel nicht!

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gilt auch für diese Situation: Setzt ein Unternehmen den Mitarbeiter über Resturlaub und den möglichen Verfall nicht in Kenntnis, muss er ausgezahlt werden.

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5. Muss ich an Heiligabend und Silvester je einen ganzen Urlaubstag eintragen?

Ja. Da Heiligabend und Silvester keine gesetzlichen Feiertage sind, müssen Arbeitnehmer per Gesetz jeweils einen ganzen Urlaubstag beantragen.

Allerdings kommen viele Unternehmen ihren Mitarbeitern entgegen und geben ihnen nachmittags oder sogar den jeweils ganzen Tag frei. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Es gilt, was in deinem Arbeitsvertrag zwischen dir und deinem Arbeitgeber vereinbart wurde.

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