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Kinderwunsch: Fruchtbare Tage mit Zervixschleim bestimmen - so geht's!

von Anne Walkowiak Erstellt am 14. Juni 2020
© Getty Images

Im Laufe des Zyklus verändert sich der Ausfluss einer Frau, auch Zervixschleim genannt. Wie man anhand des Zervixschleims erkennen kann, in welcher Phase des Zyklus man sich befindet und so die Chance auf eine Schwangerschaft steigern kann, verraten wir.

Jede Frau hat im Laufe ihres Zyklus mal mehr und mal weniger Ausfluss, auch Zervixschleim genannt. Der hat die Funktion, Gebärmutter und Scheide von überschüssigem Schleim und abgestorbenen Zellen zu befreien. Außerdem sorgt er dank der enthaltenen Milchsäurebakterien für ein leicht saures Scheidenmilieu und schützt so vor Pilzen, Bakterien und Viren. Der Scheidenausfluss ist also auch ein Indikator für deine (Scheiden-)Gesundheit.

Und noch etwas vermag der Zervixschleim. Denn anhand seiner Konsistenz lassen sich Rückschlüsse auf die Zyklusphase und den Eisprung ziehen. Wie man anhand der Zervixscheim-Konsistenz die fruchtbaren Tage erkennen kann und worauf ihr sonst achten solltet, das verraten wir.

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Was genau ist Zervixschleim?

Das Wort Zervixschleim setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort Zervix, für Gebärmutter, und dem Produkt, das diese produziert, dem Schleim. Zervixschleim, auch Zervikal- oder Muttermundschleim genannt, ist genau genommen nicht dasselbe wie Ausfluss. Denn Ausfluss deutet im Zusammenhang mit Jucken und/oder Schmerzen auf eine Krankheit oder Infektion hin. Dennoch verwendet man Zervixschleim und Ausfluss umgangssprachlich oft synonym.

Wie verändert sich Zervixschleim im Laufe des Zyklus?

Im Laufe des Zyklus verändert sich die Konsistenz des Zervixschleims. Sie reicht von trocken über zähflüssig bis hin zu flüssig. Vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron haben Einfluss auf die Konsistenz des Zervikalschleims. Da diese zu verschiedenen Zeiten des Zyklus vermehrt ausgeschüttet werden, lässt sich anhand des Schleims ein Rückschluss auf die aktuelle Zyklusphase ziehen.

Östrogen wird vermehrt vor dem Eisprung gebildet, von den heranreifenden Eibläschen. Je mehr Östrogen ausgeschüttet wird, desto flüssiger wird der Zervixschleim. Außerdem wird er durchsichtig und spinnbar, das heißt, er lässt sich zu Fäden "ziehen". Dadurch, dass der Zervixschleim flüssiger ist, sorgt er dafür, dass das Scheidenmilieu nicht mehr so sauer ist. Das erleichtert Spermien das Eindringen.

Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt, wird nach dem Eisprung von den Gelbkörpern gebildet. Mit steigendem Progesteronspiegel wird der Zervixschleim trockener und zähflüssiger. Er hat dann oft eine milchig weiße Farbe. Damit "verschließt" er den Muttermund förmlich und verhindert so das Eindringen von Krankheitserregern, aber auch Spermien.

Zervixschleim überprüfen: die Billings-Methode!

Es ist nicht leicht anhand der Konsistenz des Zervixschleims Rückschlüsse auf die Zyklusphase zu ziehen. Oft bedarf es viel Übung und vor allem Ausdauer bei der Zervixschleim-Methode, auch Billings-Methode genannt. Wichtig ist bei dieser Art der natürlichen Familienplanung, dass man den Muttermundschleim mehrmals täglich anschaut und das jeden Tag zur gleichen Zeit.

Dazu wischt man einfach mit den Fingern oder einem Tuch (vor dem Toilettengang) über den Scheideneingang. Nun kommt es darauf an, was man fühlt und sieht. Fühlt es sich an der Scheide trocken an oder feucht? Wie sieht der Zervixschleim aus? Ist das Sekret weiß bzw. milchig oder eher durchsitig? Welche Konsistenz hat es? Ist er fest oder krümelig oder weich und glitschig?

Zervixschleim deuten: Diese Phasen gibt es

Kaum Zervixschleim (Tag 1-5 nach der Periode): Vor allem unmittelbar nach der Peridode ist kaum Zervixschleim da. Auch wenn sich die Scheide feucht anfühlt, ist an Finger oder Tuch kaum Zervixschleim zu sehen.

Klebrig, weißer Zervixschleim (Tag 6-7 nach der Periode): Je näher der Eisprung rückt, desto mehr Zervixschleim wird produziert. Sieht er milchig weiß aus und fühlt sich eher fest und ein bisschen klebrig an, bist du möglicherweise schon fruchtbar.

Cremig, weißer Zervixschleim (Tag 8-9 nach der Periode): Fühlt sich der Zervixschleim feucht und cremig an und hat zudem eine leicht weiße Farbe, setzt die fruchtbare Phase ein.

Durchsichtiger Zervixschleim: Ändert sich der Muttermundschleim in eine klare, durchsichtige und eher zähe Flüssigkeit (ein bisschen erinnert er an rohes Eiweiß), dann bist du hochfruchtbar. Ist der Schleim dehnbar (man sagt auch spinnbar dazu), kannst du damit also zwischen deinen Fingern einen Faden "ziehen"? Dann bietet der Schleim Spermien die optimale Voraussetzung, eine Eizelle zu befruchten.

Keiner oder trockener Zervixschleim: Nach dem Eisprung versiegt der Zervixschleim vollständig oder wird wieder trocken und klumbig und verschließt den Muttermund erneut.

Konsistenz des Zervixschleims dokumentieren

Alles Beobachten bringt selbstverständlich nichts, wenn ihr nicht nachhaltet, wie sich euer Zervixschleim verändert. Um überhaupt eine valide Aussage über deinen Zyklus und deine Fruchtbarkeit treffen zu können, solltest du deinen Zervixschleim über mehrere Zyklen hinweg beobachten.

Du kannst deine Beobachtungen in einem stinknormalen Kalender festhalten oder du nutzt einfach eine Zyklus-App und dokumentierst es dort. Bei den meisten Zyklus-Apps lassen sich die Kategorien, die man den Zyklus über beobachten oder tracken will, selbst einstellen.

Was nimmt noch Einfluss auf den Zervixschleim?

Die Fruchtbarkeit allein über die Konsistenz des Zervixschleims zu bestimmen, ist nicht einfach. Denn dieser kann auch durch andere Faktoren beeinflusst werden. Zum Beispiel kann auch Stress dazu führen, dass mehr Ausfluss produziert wird. Auch einige Medikamente, wie beispielsweise Hustenlöser, können dafür sorgen, dass sich der Schleim verflüssigt.

Wer gerne mit Hilfe des Zervixschleims seine Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen möchte, sollte zusätzlich dazu auch die Basalttemperatur-Methode anwenden.

Kann ich die Qualität meines Zervixschleims beeinflussen?

Man selbst kann ein bisschen Einfluss auf die Qualität des Zervixschleims nehmen. Frauen, die einen großen Kinderwunsch hegen, sollten beispielsweise viel trinken. Denn auch Zervixschleim besteht zu großen Teilen aus Wasser. Ausreichend Flüssigkeit hilft dem Körper, auch den Ausfluss zu "verflüssigen".

Getränke, die den Körper entwässern, haben übrigens einen umgekehrten Einfluss auf den Zervixschleim. Denn sie können dazu führen, dass der Gebärmutterschleim zäher wird. Generell ist eine gesunde Lebensweise, die für ein gutes Immunsystem und gutes Allgemeinbefinden sorgt, einer guten Zervixschleim-Qualität zuträglich.

Die Menge an Zervixschleim, die eine Frau produziert, kann unterschiedlich ausfallen. Es gibt Frauen, bei denen ist es mehr, und Frauen, bei denen ist es weniger. Machst du dir Gedanken um die Menge deines Ausflusses, sprich mit deinem Frauenarzt darüber.

Quellen:
Frauenärzte im Netz
Onmeda.de

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.