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Käseplatte anrichten: Schritt für Schritt zum perfekten Käsebuffet

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 29. März 2019
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Es muss nicht immer etwas Süßes zum Nachtisch sein. Wir zeigen euch in 5 Schritten und durch passende Bilder, wie ihr eine Käseplatte anrichtet, die keine Wünsche offenlässt.

Käse ist sozusagen das salzige Pendant zu Eiscreme – geht einfach immer, selbst nach einem üppigen Essen, spät abends oder morgens früh. Unsere Step-by-Step-Anleitung hilft euch dabei, eine Käseplatte anzurichten, die lecker schmeckt und mindestens genauso lecker aussieht.

1. Wie viel Käse braucht ihr für eine Käseplatte?

Eine Käseplatte zählt genau dann als Käseplatte, wenn ihr mindestens vier verschiedene Käsesorten drauf packt. Nach oben sind euch keine Grenzen gesetzt, neun unterschiedliche Käsesorten sind jedenfalls schon recht sportlich. Allgemein gilt: Eine ungerade Käseanzahl sieht immer spannender aus.

Wie viel Käse es jeweils sein soll, richtet sich nach eurem Anlass und der Gästezahl. Für eine Käseplatte als Dessert kalkuliert ihr am besten 80 g pro Person. Als Appetizer oder nach einer wirklich deftigen Hauptspeise genügen schon 30 bis 60 g. Rund 200 g Käse pro Kopf dürfen es sein, wenn ihr die Käseplatte als eigenständiges Party- oder Brunchbuffet einplant.

Tipp: Seid großzügig und wählt lieber mehr Käse als zu wenig. Was von eurer Käseplatte übrig bleibt, könnt ihr luftdicht verpackt in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag genießen.

2. Den richtigen Käse für eure Käseplatte wählen

Kombiniert unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen, damit eure Käseplatte möglichst abwechslungsreich wird. Von würzig über säuerlich bis mild darf alles dabei sein – egal, ob Hartkäse, Weichkäse oder Frischkäse.

Da der Käse im Vordergrund steht, sollte die Qualität stimmen. Spart also nicht am falschen Ende und lasst euch auf dem Markt oder bei der Käsetheke eures Vertrauens beraten, statt abgepackten Käse aus der Wühltheke zu kaufen.

Um eure Gäste weder zu langweilen noch zu überfordern, sollte die Mischung aus klassischen und exotischeren Käsesorten stimmen. Am Anfang ist es keine Schande, erstmal bei schnödem Gouda oder Camembert einzusteigen und euch langsam an einen exklusiven Rambol vorzutasten.

Unsere Empfehlung zur Käsewahl:

  • Tilsiter: herb-pikanter Schnittkäse aus Kuhmilch
  • Emmentaler: mild-nussiger Schnittkäse mit Löchern
  • Brie: cremig-milder Weißschimmelkäse aus Frankreich
  • Chaumes: würzig-rustikaler Rotkulturkäse
  • Münster: intensiver Weichkäse mit Rotschmierrinde
  • Chavroux: zart schmelzender Ziegenweichkäse
  • Roquefort: kräftiger Blauschimmelkäse aus Schafsmilch
  • Obazda: bayerische Käsecreme mit Paprika, Kümmel und Zwiebeln

Tipp fürs Anrichten: Käse benennen

Gerade bei vielen unbekannteren Käsesorten bietet es sich an, kleine Namensschildchen um die Käseplatte zu verteilen oder mit einem Zahnstocher in den Käse zu stecken. Wenn ihr eine Schieferplatte wählt, könnt ihr die Käsenamen auch einfach mit Kreide dazu schreiben.

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3. Den Käse schön auf eurer Käseplatte anrichten

Für ein reines Geschmackserlebnis sortiert ihr die einzelnen Käsesorten im Uhrzeigersinn von mild bis würzig auf eurer Käseplatte. In genau dieser Reihenfolge solltet ihr den Käse auch essen. So geht ihr sicher, dass der sanfteste Käse nicht buchstäblich hinter einem aromatischen Blauschimmelkäse abstinkt.

Damit die Schimmelsporen nicht auf Wanderschaft gehen und den Geschmack der anderen Käsesorten verfälschen können, ist es außerdem wichtig, dass eure Käseplatte groß genug ist.

Tipp: Etageren und Dip-Schalen benutzen

Rückt den Käse auf der Platte einige Zentimeter weit auseinander. So kommt ihr viel besser dran und könnt den Käse entspannter schneiden. Im Zweifelsfall nehmt ihr einfach mehrere Käseplatten und richtet diese schön nebeneinander oder leicht erhöht wie auf einer Etagere an.

Frischkäse oder auch Mozzarella haben die Angewohnheit, viel Feuchtigkeit zu ziehen. Daher empfiehlt es sich, diese Käsesorten separat in Schälchen neben der Käseplatte anzurichten.

4. Den Käse auf der Käseplatte anschneiden

Das passende Messer erleichtert es euch, den Käse sauber zu schneiden. Fachwissen zum Angeben: Bei Blauschimmelkäse und Frischkäserollen seid ihr mit einer scharfen Käseharfe gut beraten. Für Hartkäse und Schnittkäse benutzt ihr ein dickes Käsebeil oder einen Käsehobel, wenn ihr feine Scheibchen möchtet. Weichkäse schneidet ihr mit einem Spezialmesser, das Lücken in der Klinge hat – damit beim Schneiden nichts daran kleben bleibt.

Ganz wichtig: Egal, welches Werkzeug ihr wählt, jeder Käse auf eurer Käseplatte sollte sein eigenes Messer danebenliegen haben. Sonst könnt ihr auch gleich den Parmesan in den Frischkäse tunken.

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Käseplatte anrichten: Ecken, Würfel oder Scheiben?

Und jetzt wild drauflos hacken, oder was? Natürlich nicht. Professionell wird Hart- und Schnittkäse gewürfelt oder in breite Riegel geschnitten. Runde oder viereckige Käsetorten teilt ihr wie einen Kuchen in gleichmäßige Dreiecke.

Beim Weichkäse schneidet ihr an der Längsseite entlang. Es sei denn, die Käseecke ist extrem schmal. Bevor ihr euch die Finger abschneidet, dürft ihr den Käse ausnahmsweise von der kurzen Seite her angehen.

Tipp: Eine halbe Stunde warten

Aber Geduld: Schneidet für den Anfang erstmal nur ein paar Stücke vom Käse ab. Dann sehen eure Gäste, wie es richtig geht und der Käse trocknet nicht so schnell aus.

Erst bei Zimmertemperatur entfalten die meisten Käsesorten ihr volles Aroma. Nimm den Käse also mindestens 30 Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank. Außer Frischkäse – der schmeckt gekühlt natürlich besonders frisch.

5. Die richtigen Beilagen für eure Käseplatte

Käse ist kein Solist. Oft blüht er gerade erst in Gesellschaft von knusprigem Baguette, knackigen Nüssen, süßen Früchten oder scharfen Soßen auf. Hier kommt eine kleine Auswahl, wie ihr eure Käseplatte mit buntem Obst und anderen Beilagen pimpen könnt.

Übertreibts aber nicht damit, eure Käseplatte zu dekorieren und folgt lieber dem Motto: Weniger ist mehr. Sonst finden sich eure Gäste gar nicht mehr auf dem Käsebuffet zurecht.

Obst: spritzige Trauben oder süße Rosinen gehen immer, orientalische Feigen und Datteln (frisch, getrocknet oder als Chutney) passen perfekt zu nussigem Käse. Nicht ganz so geschmacksintensives Obst wie Birnen oder Honigmelone lenkt auch nicht von mildem Käse wie Géramont ab.

Fruchtige Dream-Teams: herbes Quittengelee zu würzigem Kuhmilchkäse oder zu Blauschimmelkäse, Ziegenkäse zu Preisel- oder Heidelbeeren, Mango und Mozzarella.

Nüsse: ganze oder gehackte Hasel- und Walnüsse, süßliche Pecannüsse, Mandeln und Pistazien, feine Pinienkerne und nussige Cashewkerne als Extra-Knusperspaß zu rahmigem Käse. Tipp: Röstet die Nüsse leicht in einer Pfanne an und karamellisiert sie mit Honig und Salz. Göttlich!

Brot: süßes Dattel- oder Feigenbrot, nussiges Walnussbrot, Kürbiskernbrot oder Pumpernickel, kräftiges Bauernbrot oder Laugenbrezel, exotische Sesamstangen, knusprige Grissini oder salzige Cracker. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, bleibt bei neutralem Baguette.

Schokolade: dunkle Schokolade ist eine tolle Ergänzung zum Käse und macht auch die Naschkatzen unter euren Gästen froh – genial zusammen mit Nüssen und beerigen Früchten oder im Kontrast zu saurer Physalis.

Senf: klassischer Feigensenf oder milder Dijon-Senf. Den könnt ihr individuell mit einer süßen Marmelade aus eurem Kühlschrank veredeln. Tipp: Je reifer der Käse ist, desto besser dazu passen würzige Pasten. Junge oder milde Käsesorten mögen es gerne süß und fruchtig.

Honig: duftender Lavendelhonig verfeinert säuerliche Käsesorten wie Ziegenkäse. Kräftige Käsesorten vertragen auch aromatische Honigarten wie dunklen Wald- oder Thymianhonig.

Gewürze: allgemein haben lose Gewürze auf einer Käseplatte ebenso wenig verloren wie drüber gesprenkelter Balsamico-Essig. Anders sieht das bei Kräuterzweigen aus: Rosmarin und Thymian geben deinem Käsebuffet einen rustikalen Look und drängen sich geschmacklich nicht in den Vordergrund.

Wurst: Wenn euch Käse nicht würzig genug ist, könnt ihr eure Käseplatte mit Wurst anrichten. Dafür kommt zum Beispiel luftiger Serrano-Schinken oder pikante Chorizo infrage.

Super lecker: Käseplatte als Mini-Fondue anrichten

Statt festem Käse könnt ihr auch mal eine Käseplatte mit geschmolzenem Ofenkäse ausprobieren. Hier könnt ihr eure Beilagen wie bei einem Käsefondue eintauchen und warm genießen. Als Schmelzkäse lassen sich auch Reste von der Käseplatte lecker wiederverwerten.

Im Video: Mehr leckere Ideen für geschmolzenen Käse

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