Home / Liebe & Psychologie / Lust & Leidenschaft / Petting: Warum es mehr als nur Vorspiel ist

© unsplash.com/malvestida-magazine
Liebe & Psychologie

Petting: Warum es mehr als nur Vorspiel ist

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 13. Oktober 2019

Wer denkt, Petting sei nur was für Teenies, der irrt. Petting kann auch für sexuell erfahrene Menschen eine schöne Alternative zum "normalen" Sex sein. Warum das Fingerspiel auch hot sein kann und was ihr darüber wissen solltet.

Was genau ist Petting?

Petting ist eine schöne und intime Sache und klar, es ist sicher auch ein guter Einstieg für sexuell noch unerfahrene Paare, die das erste Mal noch vor sich haben. Denn beim Sex ohne Penetration kann man sich langsam herantasten an den anderen.

Die Bezeichnung Petting für diese Spielart, sagt bereits worum es geht, denn Petting kommt vom Englischen Ausdruck "to pet" und bedeutet übersetzt "liebkosen, streicheln".

Es geht also in erster Linie um Berührungen mit den Händen. Aber nicht nur, denn Petting kann alle möglichen Spielarten beim Sex umschreiben - alle, nur eben nicht den "richtigen" Sex mit Penetration. Und damit ist nicht nur die klitorale Penetration gemeint, sondern auch die anale und orale.

Was genau macht man beim Petting?

Beim Petting streicheln sich beide Partner gegenseitig, egal ob abwechselnd oder gleichzeitig. Aber es geht auch um Berührungen mit den Lippen, der Zunge usw. Liebkost wird der gesamte Körper des Partners, letztlich aber natürlich auch bzw. vor allem der Intimbereich. Denn klar: Auch Petting zielt darauf ab, den anderen zu erregen und - wenn man mag - zum Orgasmus zu bringen.

Weil es beim Petting um das Spiel mit der Erregung geht, um fummeln, fingern, knutschen und anfassen, wird es auch gerne als Vorspiel für den eigentlichen Sex angesehen. Es kann aber auch gut sein, dass es "nur" beim Petting bleibt. Und das ist gar nicht mal so wenig. Denn, dass der Streichelsex nur was für schüchterne Teenies ist, ist ein Klischee, das längst alt und überholt ist.

Necking, Petting, Heavy Petting: Was ist der Unterschied?

Necking:
Beide liebkosen sich, die Zärtlichkeiten beziehen jedoch nicht den Intimbereich des Partners mit ein, sondern bleiben etwas "braver", so können Gesicht, Arme, Öberkörper, Brüste liebkost werden –Vagina, Klitoris, Hoden und Penis sind außen vor.

Soft Petting:
Beide Partner fassen sich gegenseitig an und erregen sich, indem sie die erogenen Zonen des anderen stimulieren, also fassen sie sich auch im Genitalbereich an. Beide bleiben dabei auch hier jedoch meist angezogen, denn es geht eher um ein bisschen fummeln, nicht darum, den anderen heftig zu erregen oder gar zum Orgasmus zu bringen.

Heavy bzw. Hard Petting:
Beide Partner stimulieren sich gegenseitig bis zum Orgasmus, letztlich ist alles erlaubt, also auch der Handjob für ihn, das Fingern von ihr etc., nur eben keine klassiche Penetration.

Warum Petting Paaren helfen kann

Petting für jüngere Paare:
Petting macht aus mehreren Gründen Sinn. Zum einen für jüngere Paare, die noch keinen wirklichen Sex haben möchten, sich aber durch das miteinander Schmusen und Fummeln einander annähern können und so herausbekommen, was den anderen erregt, welche erogenen Zonen er hat und wie weit man gehen kann oder darf.

Zudem ist es eine Möglichkeit für Paare, die keinen Sex vor der Ehe haben möchten oder dürfen bzw. die auf ihre Jungfräulichkeit achten möchten.

Petting für erfahrene Paare:
Aber auch für jedes andere Paar ist Petting eine super Sache. Denn es bringt einander näher. Viele Paare, die vielleicht eingefahrene Routine-Sex miteinander haben, wissen gar nicht, wie vielfältig die Lust des Partners sein kann. Also was ihn alles erregt und welche neuen Entdeckungsmöglichkeiten es gibt.

Wer vielleicht am Anfang der Beziehung noch für etwas nicht bereit war, ist nach einiger Zeit miteinander vielleicht durchaus offen für Neues, hat nur nie die Gelegenheit gehabt, es für sich zu entdecken. Beispielsweise eine Prostatamassage oder ähnliches. Oder ein Paar ist Ewigkeiten zusammen und er weiß gar nicht, wie sehr es sie anmacht, wenn er ihren Nacken liebkost oder ihre Ohrläppchen anknabbert.

Hört sich alles komisch an, aber nur weil man in der ersten Kennenlernphase vielleicht nicht alles ausgetestet hat, was einander anmacht, muss das ja nicht heißen, dass man den Körper des anderen nicht noch weiterhin neu entdecken kann. Und da kann Petting durchaus ein guter Weg sein, zu experimentieren.

Petting als Vorspiel

Zudem ist Petting ein super Vorspiel, das man beispielsweise beim Knutschen auf der Couch anfangen kann und dann bis zu Ende spielt. Will heißen: Mit Sex und Orgasmus und allem drum und dran. Petting ist auch Verführung. Dass aus einem zarten Kuss plötzlich mehr werden kann. Dass der anderen einen anfasst und verführt. Und zwar so langsam, wie es eben beim Petting vor sich geht. Das kann man durchaus zelebrieren, und muss es nicht als Teenie-Sex abtun.

Petting für ältere oder Menschen mit körperlichen Problemen:
Für wen Petting noch super ist? Nun, für all jene, die Probleme mit dem penetrierenden Sex haben. Sei es, weil sie grundsätzlich Schmerzen haben, weil eine erektile Dysfunktion vorliegt, weil sie Schmerzen während der Penetration haben oder es andere Gründe gibt, weshalb Sex mit Penetration unangenehm oder gerade nicht möglich ist.

Deshalb: Verteufelt Petting nicht vorschnell als Kinderkram. Petting kann extrem hot sein – entscheidend ist, was beide daraus machen.

Kann man sich beim Petting mit Krankheiten anstecken?

Da man sich schon recht nah kommt, kann es durchaus passieren, dass man sich mit einer Geschlechtskrankheit wie Tripper, Syphilis oder Chlamydien ansteckt. Eine HIV Infektion ist extrem selten, je nachdem, wie man mit den Körperflüssigkeiten des anderen in Kontakt kommt, kann es jedoch auch passieren. Deshalb gilt hier wie bei jedem anderen Sex auch: Checkt, ob ihr beide gesund seid, bevor ihr auf Tuchfühlung geht. Mehr dazu: Schütze dich! DAS musst du über sexuell übertragbare Krankheiten wissen

Kann man beim Petting schwanger werden?

Diese Frage beantworten wir euch im Video:

Diese Themen könnten dich auch interessieren:

Heiße Fantasien: 7 Sex-Träume und was sie WIRKLICH bedeuten

Pfefferminz & Schleudergang: 10 Sextipps, die dein Liebesleben MEHR als bereichern werden

Liebesleben aufpeppen: Schluss mit der Sex-Flaute in der Langzeit-Beziehung

von Fiona Rohde

Das könnte dir auch gefallen