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Sicherer Schutz per Implantat: 9 Fragen zum Verhütungs­stäb­chen

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 24. Mai 2011

Keine Lust mehr, täglich an Verhütung zu denken? Dann wäre vielleicht das Verhütungsstäbchen genau das Richtige für dich.

Vielen Frauen ist der Umgang mit der Pille zu umständlich, weil sie regelmäßig daran denken müssen, sie einzunehmen und sie unter bestimmten Umständen nicht sicher ist (Durchfall, Antibiotika, ...). Darum greifen immer mehr Frauen auf alternative Verhütungsmethoden zurück, bei denen sie sich weniger Gedanken machen müssen. Eines davon ist das Verhütungsstäbchen oder Hormonimplantat.

Wir funktioniert das Verhütungsstäbchen? Wie sicher ist es, und was sind seine Vor- und Nachteile? Wir verraten euch alles, was ihr über das Hormonimplantat wissen müsst!

1. Was ist ein Verhütungsstäbchen?

Das Verhütungsstäbchen ist ein sogenanntes Depotpräparat, das heißt es bleibt über eine bestimmte Zeit im Körper und gibt kontinuierlich Hormone ab, sodass der Schutz über eine lange Zeit gesichert ist, ohne dass die Frau etwas dazu tun muss.

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2. Wie sicher ist das Verhütungstäbchen?

Das Verhütungsstäbchen hat einen Pearl-Index von 0-0,08 und ist damit eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt.

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3. Wie wird das Verhütungsstäbchen eingesetzt?

Das Hormonimplantat, ein etwa vier Zentimeter langes Stäbchen aus Kunststoff, das Gestagen enthält, wird vom Arzt an der Innenseite des Oberarms unter die Haut gesetzt. Das Verhütungsstäbchen wird unter örtlicher Narkose eingesetzt, anschließend wird für die Dauer von etwa 24 Stunden ein Druckverband am Arm angelegt. Genauso einfach kann das Stäbchen wieder entfernt werden.

4. Wann kann ich das Verhütungsstäbchen einsetzen lassen?

Das Verhütungsstäbchen wird zwischen dem ersten und fünften Tag der Regelblutung eingesetzt. Bei Frauen, die vorher die Pille genommen haben und nun zum Hormonimplantat wechseln möchten, wird das Verhütungsstäbchen direkt am Tag nach der letzten Pille eingesetzt.

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5. Wie wirkt das Verhütungsstäbchen?

Das Stäbchen sitzt unter der Haut im Oberarm und gibt dort kontinuierlich kleine Dosen des Hormons an den weiblichen Körper ab. Das Gestagen verhindert einen Eispurng und verändert den Schleim im Gebärmutterhals so, dass er ein Hindernis für Spermien darstellt.

6. Ab wann und wie lange ist Verhütung mit dem Hormonimplantat sicher?

Die Verhütung mit dem Hormonimplantat ist vom ersten Tag an sicher. Das Verhütungsstäbchen kann bis zu drei Jahre im Oberarm bleiben, während dieser ganzen Zeit besteht der Schutz.

Nach drei Jahren lässt die Sicherheit des Verhütungsstäbchens allmählich nach. Es sollte daher spätestens nach drei Jahren entfernt und ein neues Hormonimplantat eingesetzt werden.

Wichtig: Bei übergewichtigen Frauen ist diese Zeit noch verkürzt, diese sollten den Wirkungszeitraum mit ihrem Frauenarzt besprechen.

Wenn das Verhütungsstäbchen entfernt wurde, ist die Frau umgehend wieder fruchtbar und kann theoretisch schwanger werden – der Verhütungsschutz endet also mit dem Entfernen des Hormonimplantats.

7. Was sind die Vorteile des Verhütungsstäbchens?

Das Hormonimplantat hat einige Vortile aufzuweisen:

  • Praktisch: Im Gegensatz zur Pille muss beim Verhütungsstäbchen nicht täglich an die Verhütung gedacht werden
  • Spontaner Sex ist möglich
  • Fehler bei der Anwendung sind ausgeschlossen
  • Sicherheit: Im Gegensatz zur Pille wird die Wirkung des Hormonimplantats nicht durch Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigt
  • Langzeitwirkung: Das Hormonstäbchen ist 3 Jahre sicher
  • Ohne Östrogen: Da das Verhütungsstäbchen kein Östrogen enthält ist es auch für stillende Frauen bzw. für Frauen mit einer Östrogen-Unverträglichkeit geeignet

8. Hat das Verhütungsstäbchen Nebenwirkungen oder andere Nachteile?

Wie alle anderen hormonellen Verhütungsmittel hat auch das Verhütungsstäbchen Nebenwirkungen:

  • Die Periode kann ausbleiben.
  • Der Zyklus kann sich verändern und die Blutung stärker oder schwächer werden.
  • Auch Schmierblutungen können auftreten.
  • Allgemein sind hormonbedingte Nebenwirkungen möglich, wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne, verringerte Libido...
  • Seltener wurden aufgrund des Hormonimplantats Gewichtszunahmen beobachtet.

Eine erhöhte Thrombosegefahr gibt es anscheinend beim Verhütungsstäbchen nicht.

Ein wichtiger Nachteil bei der Verhütung mit Hormonimplantat darf nicht außer Acht gelassen werden: Im Gegensatz zum Kondom schützt das Hormonstäbchen nicht gegen HIV oder andere sexuell übertragbare Krankheiten, sondern lediglich vor einer Schwangerschaft.

9. Die Kosten: Wie viel kostet das Hormonimplantat?

Ein Hormonstäbchen für 3 Jahre kostet ca. 300 bis 350 Euro und ist verschreibungspflichtig. Auch die Entfernung des Verhütungsstäbchens ist mit Kosten verbunden: Rechnet mit bis zu 50 €.

Wegen der recht hohen Kosten solltet ihr euch eurer Sache sicher sein, bevor ihr euch für dieses langzeitige Verhütungsmittel entscheidet.

Gut zu wissen: In seltenen Fällen wird das Hormonstäbchen von der Krankenkasse übernommen. Erkundigt euch vorher bei eurem Frauenarzt bzw. eurer Krankenkasse

Quellen:

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von Fiona Rohde

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