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Liebe & Psychologie

Kupferperlenball: Alles über die neue hormonfreie Verhütung

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 16. August 2018
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Wir sind ja immer neugierig, wenn eine neue Verhütungsmethode auf den Markt kommt. Vor allem dann, wenn es sich um eine hormonfreie wie den Kupferperlenball handelt. Wir verraten euch, was es damit auf sich hat und für wen die Verhütungsmethode geeignet ist.

Zugegeben: So neu ist der Kupferperlenball auch nicht. Es gibt ihn in Deutschland seit 2016. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Langzeit-Verhütungsmethode, genauer gesagt eine Sonderform der Kupferspirale. Im Gegensatz zur Pille oder dem Verhütungsring wirkt der Kupferperlenball hormonfrei.

Wie wirkt der Kupferperlenball?

Ähnlich der Kupferkette oder der Kupferspirale sitzt der Kupferperlenball in der Gebärmutter. Dort setzt er fortlaufend Kupferionen frei, die die Spermien des Mannes in ihrer Beweglichkeit bremsen und ihre Überlebensdauer reduzieren. So kann die weibliche Eizelle nicht befruchtet werden.

Darüber hinaus befindet sich mit dem Kupferball ein Fremdkörper in der Gebärmutter, der für eine ständige sterile Entzündung sorgt. Das wiederum bewirkt eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich keine befruchtete Eizelle dort einnisten kann.

Wie sieht der Kupferperlenball aus?

Der Kupferperlenball ist ein dreidimensionales Gebilde in der Form eines kleinen Balles mit einem Durchmesser von 1,5 Zentimeter. Er besteht aus einem Draht aus Nitinol, auf dem kleine Kupferperlen aufgefädelt sind. Erst beim Einsetzen entfaltet sich der Ball in der Gebärmutter zu seiner vollen Größe, so dass er nicht so leicht herausrutschen kann. Der Kupferperlenball wird, anders als die Kupferkette, nicht in der Gebärmutter verankert.

Wie lange wirkt der Kupferperlenball?

Der Ball wird für maximal fünf Jahre eingesetzt. Direkt mit dem Einsetzen besteht der Verhütungsschutz.

Was kostet der Kupferperlenball?

Die Kosten des Kupferperlenballs liegen zwischen 330 und 500 Euro. Das klingt zunächst viel, geht man jedoch von der Höchsteinsatzdauer von fünf Jahren aus, sind das umgerechnet 100 Euro im Jahr und monatlich ca. 8 Euro.

Ist das Kupfer schädlich für meinen Körper?

Die Kupfermenge, die täglich durch den Kupferperlenball im Körper freigesetzt wird, ist sehr gering. Zum Vergleich: Wir nehmen durch die Nahrung täglich mehr Kupfer auf, als die Menge, die durch die Verhütungsmethode in unseren Körper gelangt. Denn Kupfer ist ein Spurenelement und in vielen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Bananen enthalten.

Kann ich oder mein Partner etwas beim Sex spüren?

Nein, in der Regel nicht. Zwar gibt es zwei 10,5 Zentimeter lange Rückholfäden, die in die Vagina hineinreichen und die tastbar sind, aber das sollte keine Probleme beim Sex oder mit Tampons etc. geben.

Wer setzt den Kuperball ein?

Nicht jeder Frauenarzt ist darin geübt, den Kupferperlenball einzusetzen. Hier solltest du dich am bestern im Vorfeld erkundigen, ob dein Frauenarzt dazu gehört. Grundsätzlich geht dem Einsetzen eine körperliche Untersuchung voraus, da die Gebärmutter eine bestimmte Länge ausweisen muss, damit das Verhütungsmittel in Frage kommt (siehe nächster Punkt).

Ist die Methode für jeden geeignet?

Ab einem Alter von mindestens 15 Jahren kann der Kupferperlenball eingesetzt werden. Aber: Die Gebärmutter muss eine bestimmte Länge haben, und zwar zwischen sechs bis neun Zentimetern. Ist die Gebärmutter kürzer als sechs Zentimeter erhöht sich die Gefahr der Ausstoßung, von Blutungen, Schmerzen oder einer Perforation.

Wie erfolgt das Einsetzen?

Der Frauenarzt schiebt zunächst ein Röhrchen in die Gebärmutter - darin liegt der Kupferball. Allerdings nicht in der Form eines Balls. Vielmehr hat der Faden, auf dem die Perlen aufgereiht sind, eine Art Formgedächtnis. Sobald er das Röhrchen verlässt, verändert er seine Form (sprich der Nitinol-Rahmens geht auf), und er wird zum frei in der Gebärmutter schwebenden Ball.

Was sind die Vorteile des Kupferperlenballs?

Der Kupferperlenball ist eine langfristige Verhütungsmethode. Man muss sich also für eine lange Zeit keine Sorge um die Verhütung machen, vorausgesetzt man lässt ein bis zweimal pro Jahr von seinem Frauenarzt testen, ob der Ball noch an Ort und Stelle ist. Durchfall oder Antibiotika haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit. Die hormonfreie Verhütungsmethode verursacht keine Gewichtszunahme, die Libido bleibt gleich und der natürliche Zyklus der Frau ebenfalls.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

  • Nach dem Einsetzen kann es in einzelnen Fällen passieren, dass der Körper den Kupferperlenball abstößt.
  • Die Periode kann sich verstärken, so dass man unter erhöhten Regelschmerzen leidet.
  • Es können Schmierblutungen auftreten.
  • Es besteht die Gefahr der Perforation der Gebärmutter. Um das zu vermeiden wird vor dem Einsetzen sichergestellt, dass die Gebärmutterhöhle nicht zu klein ist.
  • Der Kupferperlenball bietet keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Wie sicher ist der Kupferperlenball?

Der Kupferperlenball soll - wenn er korrekt angewendet wird - ähnlich sicher wie beispielsweise die Pille oder die Kupferspirale sein. Dennoch sollte man regelmäßig zum Frauenarzt gehen, um checken zu lassen, dass noch alles ok ist.

Kann ich nach dem Entfernen schnell schwanger werden?

Ja. Die Verwendung des Kupferballs hat langfristig keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Nach dem Entfernen des Kupferperlenballs ist eine Befruchtung direkt wieder möglich.

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