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Zu früh kommen? Muss nicht sein! Was tun, wenn er ständig auf der Überholspur ist

von Redaktion Veröffentlicht am 12. Juni 2015
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Alles ist perfekt, du und dein Liebster seid gerade so richtig in Fahrt und plötzlich ist es, als ob man mitten in der besten Kinofilmszene einen Stromausfall hat. Stecker raus, Luft raus, wie eine Luftmatratze ohne Stöpsel.

Leider passiert es in den besten Beziehungen, dass Männer zu früh kommen. Das heißt aber nicht, dass man sich mit dem "zu früh kommen" arrangieren muss. Hier ein paar Infos, woran die frühzeitige Ejakulation, wie es fachmännisch heißt, liegen könnte und vor allem, was man dagegen tun kann.

Ab wann spricht man überhaupt von "zu früh kommen"?

Natürlich ist es schwer zu sagen, was genau noch "normal" und was "zu früh" ist. Meist spricht man von einem vorzeitigen Samenerguss, wenn der Mann den Zeitpunkt der Ejakulation nicht mehr willentlich kontrollieren kann und manchmal schon kommt, während er gerade erst eindringt. Es gibt zudem ein sogenanntes Diagnoseklassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation. Danach sind 15 Sekunden und weniger "zu früh". Andere Mediziner sprechen aber auch von 30 Sekunden oder sogar einer Minute.

Die Ursachen, warum Männer zu früh kommen

Das Problem mit dem vorzeitigen Samenerguss kann durch eine körperliche Störung bedingt sein oder psychische Ursachen haben. Im ersten Fall können körperliche Erkrankungen wie z.B. Diabetis Mellitus oder eine Harnwegsentzündung Schuld sein. Manchmal sind es auch die Nebenwirkungen von Medikamenten oder Drogen oder das Ganze hängt mit einer erektilen Dysfunktion zusammen. Klar, dass hier ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte.

Neben organischen Ursachen können auch psychische Ursachen, wie Stress, Beziehungsprobleme oder einfach eine zu hohe Erwartungshaltung in Frage kommen. Auch in diesem Fall kann der Mann, wenn ihn das Problem sehr belastet, einen Arzt zu Rate ziehen. Denn nicht selten verschlimmert sich das Problem, wenn man sich ständig mit Versagensängsten beschäftigt - irgendwann geht dann gar nichts mehr. Deshalb: Ruhe bewahren, das passiert vielen Männern, und vor allem: Man kann etwas dagegen tun!

Was kann der Arzt tun?

Ist der Leidensdruck hoch, kann der Arzt Medikamente oder auch eine Sexualtherapie verschreiben. Seit Mitte 2009 ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Dapoxetin auf dem Markt, das speziell für die Therapie des vorzeitigen Samenergusses zugelassen wurde und die vorzeitige Ejakulation hinauszögern soll.

Es gibt zudem verschiedene Cremes und Gele, die eine leicht betäubende Wirkung auf die Eichel haben, sodass die Reizung und damit die Erregung abgemildert wird. Auch Kondome sorgen dafür, dass die Reibung weniger intensiv für ihn ist.

Dennoch sollte man sich klarmachen, dass Medikamente, Cremes und Gele nicht das Problem an sich beheben, sondern lediglich die Beschwerden lindern. Denn manchmal ist das "zu früh kommen" eben eine Kopfsache. Und die kann man trainieren:

Was kann man als Paar tun?

Klar belastet es das Sexleben und die Beziehung, wenn er ständig zu früh kommt. Schließlich kommt die Frau beim Sex nicht auf ihre Kosten und er plagt sich mit dem Gefühl im Bett zu versagen. Doch mit Frust schieben kommt man hier nicht weiter. Darüber reden ist wichtig - aber bitte ohne Vorwürfe und ohne das Thema kaputt zu reden. Wenn beide sein "zu früh Kommen" ständig thematisieren - womöglich noch "währenddessen" - wird das Problem irgendwann zum Selbstläufer.

Besser: Ein offenes Ohr haben, Verständnis zeigen - und trainieren! Es gibt verschiedene Techniken, mit denen man gemeinsam beim Sex üben kann, seinen Orgasmus hinauszuzögern.

1. Die Squeeze-Technik

Bei der Squeeze-Technik drückt die Frau, kurz bevor er zu kommen droht, mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf einen Punkt direkt unter dem Rand der Eichel. Das ganze möglichst fest und für ca. 15 Sekunden. Durch den Druck nimmt seine Erregung wieder ab, der Penis erschlafft leicht und die Gefahr eines frühzeitigen Samenergusses ist erstmal gebannt.

Diese Technik kann mehrfach wiederholt werden - immer dann, wenn es nötig sein sollte. Wie stark die Frau drücken sollte, werden beide mit der Zeit für sich herausfinden. Und natürlich kann der Mann diese Technik auch alleine beim Masturbieren anwenden, um zu üben.

2. Die Stop-and-go-Technik

Bei der Stop-and-go-Technik stimuliert sie ihn oral oder mit der Hand genau so lange, wie er meint sich noch beherrschen zu können. Sobald er meint, dass es nicht mehr geht, stoppt sie ihr Verwöhnprogramm, bis er sich wieder ganz im Griff hat. Richtwert: Im Idealfall sollte das Anheizen um die fünf Minuten dauern, die Pause dann jeweils eine Minute.

Das Ganze wird mehrere Male wiederholt und dient als Training für ihn. Beim letzten Mal darf es natürlich auch weiter gehen - als Belohnung für beide. Ziel dieser Übung ist es, dass der Mann sich besser steuern kann und erkennt, wann es brenzlig wird und er sich zurücknehmen muss. So sollte es dann auch beim "richtigen" Sex klappen, also bei der Penetration. Natürlich kann der Mann auch diese Technik alleine üben - aber zu zweit macht es sicherlich mehr Spaß.

Egal, was passiert: Versucht den Spaß am Sex nicht zu verlieren. Es ist kein Hochleistungssport und kein Wettkampf. Und es ist auch kein Verbrechen, wenn man eben mal NICHT funktioniert.

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