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Freundschaft beenden: Wann es Sinn macht & wie es fair ist

von Fiona Rohde Erstellt am 11. April 2021

Freunde sind mit das Beste auf der Welt. Umso schlimmer, wenn man eine Freundschaft beenden muss, weil sie sich nicht mehr richtig anfühlt. Manchmal macht es leider Sinn, sich zu trennen. Wann das der Fall ist und wie man es fair über die Bühne bringt.

Einen guten Freund zu verlieren tut weh. Es fühlt sich fast so schlimm an, wie die Trennung von einem Partner oder einer Partnerin. Es ist wie Liebeskummer, nur ein wenig anders. Dennoch gibt es Momente im Leben, in denen wir erkennen müssen, dass die Freundschaft mit jemandem keinen Sinn mehr macht, dass sie uns nicht gut tut, sondern uns eher belastet. Das sind Momente, in denen wir dann überlegen sollten, ob nicht ein Kontaktabbruch mehr Sinn machen würde, als weiterhin an dieser schlechten, womöglich für beide Seiten toxischen Beziehung festhalten.

Es gibt verschiedene Gründe, warum man eine Freundschaft beenden kann. Und es sollte ein paar faire Regeln geben, wie man das tut. Denn auch wenn diese Freunde von nun an nicht mehr Teil unseres Lebens sein sollen, so schulden wir ihnen doch einen fairen Abgang. Allein schon, um der guten Zeit willen, die man zusammen irgendwann mal gehabt hat.

Was macht gute Freundschaften aus?

Wenn man überlegt, eine Freundschaft zu beenden, dann sollte man sich vorher klarmachen, was eine Freundschaft ausmacht. So erkennen wir klarer, wann es keine mehr ist. Was also macht gute Freunde aus? Zum einen, dass beide einander mit Respekt und Toleranz begegnen. Sonst droht das Gleichgewicht zu kippen und einer von beiden wird zum Fußabtreter des anderen.

Auch Gegenseitigkeit ist ein wichtiger Punkt bei Freundschaften. Denn es sollte ein Geben und Nehmen sein, und zwar so, dass beide von der Freundschaft profitieren. Ist einer ständig nur der Kummerkasten für den anderen, der hat aber nie ein offenes Ohr für ihn, dann ist diese Konstellation arg einseitig und auf Dauer eher ein Ausnutzen von Gutmütigkeit.

Nächster Punkt: Freundschaften wollen gepflegt werden. Es gibt zwar diese alten Sandkastenlieben, die sich auch nach fünf Jahren Sendepause immer noch vertraut und gut anfühlen, aber hier geht es auch oft um gemeinsame, gute, alte Zeiten und die Verklärung eben dieser. Bei jüngeren Bekanntschaften, die noch nicht so eine lange Dauer und gemeinsame Geschichte ausweisen können, ist es jedoch wichtig, dass man sich gegenseitig um einander bemüht. Dass man schaut: Wie kann ich dem anderen gut tun, wie ihm eine starke, verlässliche Schulter sein?

Womit wir beim letzten Punkt sind: Verlässlichkeit. Und zwar vor allem auch in miesen Zeiten. Denn gemeinsam lustig durch die Nächte hüpfen und sich amüsieren kann jeder. Wer jedoch ist da, wenn es einem schlecht geht? Meist ist das der Moment, an dem man gute von schlechten Freunden recht klar unterscheiden kann.

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Freundschaft beenden oder Freundschaft erhalten: Wann macht was Sinn?

Wenn ich also spüre, dass mir das Zusammensein mit einer Freundin oder einem Freund nicht gut tut, ich mich ständig schlecht behandelt fühle, mich rechtfertigen muss, klein gehalten und links liegen gelassen werde, dann sollte ich mir diese Punkte einmal genau ansehen. Welcher davon trifft auf diese Person noch zu? Respekt, Toleranz, Gegenseitigkeit... was genau erfüllt er davon noch und was nicht?

Sind die Bemühungen um ein gutes Miteinander absolut einseitig und der andere ein menschliches A***, dann darf ich mir durchaus überlegen, ob ich nicht meine Schlüsse daraus ziehe und die Freundschaft beende.

Aber es gibt noch mehr Gründe, jemandem die Freundschaft zu kündigen. Verrat, Hintergehen, Betrügen und Belügen – das alles ist harter Tobak unter Freunden. Aber letztlich sollten wir bis zu einem gewissen Punkt auch verzeihen können. Wenn Aussicht auf Besserung besteht. Tut es das jedoch nicht und ist das unsoziale Verhalten wird zum Dauerzustand, dann sieht das anders aus und wir sollten ernsthaft überlegen, die Freundschaft zu beenden.

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Und noch einen weniger dramatischen Fall gibt es, in dem man über getrennte Wege nachdenken kann: Es gibt Freundschaften mit Verfallsdatum. Das sind Menschen, die uns in bestimmten Phasen unseres Lebens zur Seite stehen, mit denen uns aber eher eine Art Zweckgemeinschaft verbindet. Ein gemeinsamer Job, ein gemeinsamer Sport, die Ausbildung oder was auch immer.

Das können enge und tiefe Freundschaften werden, aber nicht selten merkt man, dass die Zeit vorbei ist und es unlogisch wäre, weiterhin zwanghaft einen Kontakt aufrecht zu erhalten. Manchmal ist es dann ehrlicher sich zu trennen. Ohne Streit und viel Diskussion, in beiderseitigem Einverständnis, denn alles andere wäre unecht. Auch das sind Momente, wo wir Freundschaften ganz soft und fair lösen können.

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Wie kann man Freundschaft fair beenden?

1. Freundschaft beenden: Es gibt einen triftigen Grund

So unterschiedlich die Gründe für eine Trennung von Freunden, so unterschiedlich natürlich auch die Wege, wie man sich trennt. War ein bestimmter, übler Vorfall Grund für den Entschluss, so wäre ein Aussprache wichtig. So weiß der andere Beschied, warum man von nun an lieber auf seine Anwesenheit verzichtet. Hier sollte man ruhig und klar seine Gründe nennen und dann auf Abstand gehen. Das muss nicht mit Beleidigungen und Hass einhergehen, sondern eher nach dem Prinzip: Der Klügere gibt nach, bzw. in dem Fall: Der Klügere zieht seine Konsequenzen und geht.

Klar sollte sein: Solche klaren Ansagen macht man nicht per WhatsApp-Nachricht oder Email, schon gar nicht auf Social Media, also Instagram oder Facebook, wo es alle mitbekommen können und man seinen Kleinkrieg öffentlich austrägt. Hier sollte man immer bedenken, dass man sich mal wichtig und nah war und sich dementsprechend korrekt verhalten (– wenn es Wut und Verletzung zulassen, sonst vielleicht besser warten, bis der erste Zorn verraucht ist).

Überhaupt sollte man (wenn möglich) nicht im Affekt handeln, sondern sich nach einem bestimmten Vorfall erstmal eine kurze Auszeit nehmen, um dann seinen Entschluss zu fassen und umzusetzen. Eine Freundschaft beendet man besser mit klarem Kopf, nicht mit Schaum vorm Mund vor lauter Aggression.

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2. Freundschaft beenden: Es gibt keinen bestimmten Grund

Geht es um Freunde, bei denen man nur spürt, dass man sich entfernt und in unterschiedliche Richtungen bewegt hat, bedarf es keiner Grundsatzdiskussion oder eines großen, klaren Wortes. Besser: Sich einfach über die Freundschaft unterhalten, die zwar noch besteht, die sich aber arg gewandelt hat. Oftmals merken beide ja, dass sie einander nicht mehr so viel zu sagen haben. Das kann man in einem vorerst letzten Treffen ansprechen und sich dann auf unbestimmte Zeit verabschieden.

Niemand von beiden braucht in dem Fall ein "Auf Nimmerwiedersehen", denn letztlich kann keiner von beiden etwas dafür und das letzte Treffen muss deshalb auch nichts Negatives beinhalten. Meist sind beide empathisch genug, um zu erkennen, wann der gemeinsame Weg zu Ende ist und wenn nicht, kann man den anderen darauf stoßen, indem man es thematisiert.

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Warum wir uns nicht vorschnell trennen sollten

Wir haben viele enge Beziehungen im Leben und eben auch viele Menschen, die uns nur kurz auf unserem Weg begleiten. Und das ist absolut in Ordnung so. Nicht jeder muss mein bester Freund oder meine beste Freundin sein. Wenn wir mal überlegen, gibt es so viele Arten von Freundschaften, eben nicht nur den Sandkastenkumpel aus Kindertagen, sondern auch viele lockere Verbindungen zu anderen Menschen. Manche laufen aus, ohne dass es vieler Worte braucht, andere enden in einem großen Knall, wenn es nötig ist.

Aber das Wichtige ist: Um Menschen, die uns wichtig sind, sollten wir kämpfen. Wir sollten uns ebenso wie in einer Partnerschaft um sie bemühen und versuchen, eine Lösung zu finden. Freunde sind so ein Geschenk im Leben. Das sollte man nicht vorschnell wegwerfen.

Auch wenn eine Freundschaft scheinbar in einer Sackgasse ist, sollte man sich die Zeit nehmen, darüber zu sprechen. Ein offenes Gespräch kann viel bewirken. Oft trauen sich beide gar nicht, bestimmte Dinge, Befindlichkeiten oder Fragen anzusprechen, bis es mal zu einem klärenden Gespräch kommt. Manchmal hilft eine gewisse Zeit, die man auf Abstand geht, um sich neu zu sortieren und klarer zu sehen und um für sich Antworten zu finden – um dann zu erkennen, dass es sich eben doch lohnt, noch mal auf einander zuzugehen.

Wege im Leben trennen sich und kreuzen sich oftmals wieder. Man begegnet sich immer zweimal, heißt es ja so schön, und das sollten sich auch Freunde überlegen. Fairness und bedachtes Handeln sind hier sicher die besten Ratgeber.