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Liebe & Psychologie

Schluss mit dem Schlechtmachen! Warum wir uns öfter mal super finden sollten

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 9. August 2016

Man selbst ist immer sein größter Kritiker. Das ist zwar ganz gut so, trotzdem sollten wir uns ab und an auch mal supertoll finden. Ein Plädoyer für ein bisschen mehr Eigenliebe.

Wir selbst sind nicht immer sonderlich nett zu uns. Denn vieles, was wir tun oder denken oder sind, nervt uns selbst. Kenn ich auch. Wenn mir ein wirklich blöder oder folgenschwerer Fehler passiert, könnte ich mich selbst erwürgen. Und wenn ich mir manchmal am nächsten Morgen überlege, was ich am letzten Abend so von mir gegeben habe, möchte ich nicht selten im Boden versinken. Passiert leider. Und schon pendelt sich das Selbstwertgefühl auf einer Skala von eins bis zehn bei minus dreihundert ein.

Auf die Idee, dass man sich selbst mal als absolut super genialen Menschen feiern könnte, kommt man da überhaupt nicht. Blöder Fehler. Denn das täte uns mal wirklich gut. Dennoch gibt es einige Faktoren, die vor allem uns Frauen davon abhalten, uns mal selbst gut zu finden. Hier sind die gängigen weiblichen Unarten, die wir schleunigst ablegen sollten, um uns endlich ein bisschen mehr gern zu haben:

Wenn man schlecht von sich selbst redet

Frauen neigen in der Regel dazu, dass sie sich selbst schlecht machen. Kein Wunder also, dass wir immer noch weniger verdienen als Männer, wenn wir uns nicht wie ein Gorialla auf die Brust schlagen und sagen: "Chef, hier bin ich. Ich bin Supermann", sondern stattdessen die bescheidene, zurückhaltende, verständige Mitarbeiterin mimen.

​Und auch im Rest des Lebens tendieren wir dazu, uns selbst in die Tonne zu hauen. Und ständig zu entschuldigen und für irgendetwas zu rechtfertigen. Selbst wenn ER im Bett mal nicht kann, liegt das ganz klar in unserer Schuld. Mädels: So wird das nix!

Die Art sich selbst zu sehen, bestimmt unsere Außenwirkung

Wir sollten uns klar machen: So, wie wir uns selbst sehen und fühlen, wirken wir auch nach außen. Wenn wir also ständig über unser Nicht-Perfektsein lamentieren, haben wir die Außenwirkung eines Toastbrots. Wenn wir uns hingegen selbst mögen und gut finden, uns wohl in unserer Haut fühlen, dann wirken wir direkt ganz anders.

​Probiert es aus! Jede von euch wird den Unterschied kennen, wie einen die Leute plötzlich mit ganz anderen Augen ansehen, sobald man frisch verliebt, happy und zufrieden ist. Unsere Art zu reden, schauen, uns zu bewegen, unsere Haltung - all das spricht Bände über unser Innenleben und ist für jeden anderen klar sichtbar. Und die alte Regel: Nur wer sich selbst liebt, kann auch geliebt werden, stimmt leider sehr.

Die weibliche Unart, keine Komplimente annehmen zu können

Achtet mal bitte darauf: Kaum macht man einer Freundin ein Kompliment, versucht sie es kleinzureden. "Wow, das Kleid steht dir super" wird meist mit "Ach, das ist schon ganz alt" kommentiert. Und "Du bist echt eine Schönheit" mit "Nee, also bei mir ist auch alles nicht mehr so taufrisch wie mit 16". Krank, oder?

​Warum nicht einfach mal auf ein Kompliment mit "Ja, danke. Darüber freue ich mich auch jeden Tag" antworten? Denn euer charmanter Komplimente-Macher fände das sicherlich auch mal ganz nett, wenn ihr euch einfach mal freut. Komplimente zulasst. Und entspannt.

Schluss damit!

Ändert was! Die Harvard-Professorin Ellen Langer hat ihr Leben lang Studien durchgeführt und erkannt: Wir sind, was wir denken. Mit unseren positiven oder negativen Gedanken verändern wir unsere Welt. Wir sollten also anfangen, uns mit anderen Augen zu betrachten.

​Es gibt keine genetisch bedingten Glückskinder und keine Pechvögel. Unsere Art durchs Leben zu gehen, bestimmt auch das, was wir erleben. Und genau aus diesem Grund sollten wir spätestens heute anfangen, uns selbst positiver zu sehen und super zu finden. Zumindest ab und an. Das verändert mehr, als man denkt.

von Fiona Rohde