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Frauen-Alltag: Über Mansplaining, Lolitawerbung & andere sexistische Ärgernisse

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 1. Februar 2018
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​Oft ist uns Frauen gar nicht bewusst, wie viel sexistisches und diskriminierendes Verhalten uns im Alltag begegnet.

Traurig, aber wahr: Wir Frauen haben uns schon viel zu sehr an bestimmte Dinge im alltäglichen Leben gewöhnt und akzeptieren vieles, ohne uns darüber klar zu sein, wie übergriffig, unnötig und dreist es eigentlich ist. Hier sind zehn sexistische Dinge, die uns ständig widerfahren.

1. Rollendenken: Typisch Mädchen

Warum leuchten Kleidchen, Spielzeug, Fahrräder, Schulhefte und Haarspangen immer in Pink und Rosa, wenn sie für Mädchen gedacht sind? Erfreut sich hingegen ein kleiner Jungen an den glitzernd-leuchtenden Spielsachen, heißt es direkt: "Das ist doch nichts für Jungs!" Nirgendwo zeigt sich das Klischeedenken so starr wie in dem, was wir unseren Kindern von Klein auf kaufen. Und das soll nicht fürs Leben prägen? Schön wär's!

2. Altersunterschiede

Es ist mehr als frech und immer wieder ärgerlich, wie unterschiedlich mit dem Alter umgegangen wird, wenn es um Männer und Frauen geht. Männer werden mit dem Alter interessanter, heißt es da. Frauen werden gerne mal gegen eine Jüngere ausgetauscht, sobald sie nicht mehr faltenfrei durchs Leben laufen. Und das Schlimme: Die jüngere Frau macht es auch noch mit, statt dem älteren Kerl den Mittelfinger zu zeigen. Scheinbar sehen wir Frauen bei einem Mann gerne über Fältchen und äußere Makel hinweg, während die Männer immer noch nicht aus dem Stadium "alles muss jugendlich und perfekt sein" hinausgekommen sind.

Eine Tatsache, die uns Frauen ständig aufs Auge gedrückt wird. In jeder Antifaltenwerbung, in der uns eine knitterfreie 18-Jährige entgegenlächelt, in jedem TV-Magazin, von jedem Plakat. Wenn dann doch mal eine ältere Frau zu sehen ist, heißt es: "Ach wie toll, dass man auch mal ältere Frauen zeigt" - was ja letztlich auch nur beweist, dass man dem ganzen Jugendwahn schon vollkommen auf den Leim gegangen ist.

3. Sexismus in den Medien

Wobei wir mal wieder bei den Medien wären: Werbung ist immer wieder sexistisch und frauendiskriminierend. Nicht selten schauen uns blutjunge (minderjährige) Mädels halbnackt und lasziv von den Werbeplakaten an. Wer da mal aufmerksam drauf achtet, wird merken, dass hier längst eine Grenze überschritten ist, die für uns Frauen nicht ok sein sollte. Man hat sich nur schon viel zu sehr dran gewöhnt. Warum bitte verkauft sich ein Auto besser, wenn da eine Frau in Unterwäsche auf der Motorhaube rumliegt?

4. Mansplaining

​Mansplaining nennt man das Phänomen, wenn Männer Frauen ungefragt die Welt erklären. Das Witzige: Gerade Frauen in Führungspositionen passiert das immer wieder. Selbst wenn der Mann offensichtlich weniger Ahnung hat. Die Frau schweigt und darf sich zu recht ärgern, dass sie wieder mal wie ein dummes Kind behandelt wird. Wehrt sie sich gegen die Bevormundung, gilt sie als zickig und schwierig.

5. Der Rosenkavalier

Der nette Kavalier, der uns die Tür aufhält, ist sicherlich ein höflicher Mensch. Dennoch stammt diese Geste aus der Zeit, in der wir Frauen als das schwache Geschlecht galten. Und nein, das heißt nicht, dass sich emanzipierte Frauen nicht die Tür aufhalten lassen dürfen. Aber emanzipierte Frauen bestehen auch darauf, das gleiche für einen Mann tun zu dürfen. Wenn auch er sich die Tür aufhalten lässt, ist die Welt in Ordnung.

6. Die Frau nimmt das Kind

Sie geht in Elternzeit. Sie kümmert sich um das Kind. Selbst wenn der Mann abends zuhause ist, ist die Frau es meist, die ihm das Kind abnimmt, sobald es schwierig wird. "Lass mal. Ich mach das schon. Geht ja viel schneller." Natürlich können Männer weder Kinder gebären noch stillen. Aber alles andere können sie sehr wohl. Leider trauen viele Mütter ihnen nicht alles zu. Oder es geht ihnen nicht schnell genug, schließlich haben sie ja mehr Übung als die Männer, wenn sie beruflich zurückstecken, um das Kind zu versorgen. Was auch immer die Gründe sind, die Frau ist letztlich fast immer die, die rennt, wenn das Kind etwas braucht. Genauso wie sie es ist, die auf ihre Karriere verzichtet. Genauso, wie sie es ist, die sich dann fragen lassen muss, was Mütter eigentlich den ganzen Tag so tun außer auf dem Spielplatz einen Latte zu trinken.

7. Verdienstunterschiede zwischen Mann und Frau

Apropos Job und Karriere: Jeder weiß mittlerweile, dass Männer bis zu 21 Prozent mehr Gehalt bekommen als Frauen - und das für die gleiche Arbeit und Qualifikation. Das ist und bleibt eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und niemand ändert etwas.

8. Sprachliche, alte Zöpfe

Ja, es ist mehr als nervig immer "Liebe Bürgerinnen und Bürger" zu sagen. Irgendwie fühlt sich das als Frau auch nicht besser an, weil es so gestelzt wirkt. Aber leider ist es so: Unsere Sprache ist extrem auf Männer ausgerichtet. Es gibt viele Substantive, Titel und Anreden, die nur im Maskulin verwendet werden. Und sicherlich hat auch das einen Einfluss auf unsere Gesellschaft.

9. Sexuelle Belästigung

Leider ist das traurige Realität: In Deutschland hat schon rund ein Drittel der Frauen ein- oder mehrmals sexuelle Gewalt erleben müssen. Nimmt man sexuelle Belästigung dazu, kann fast jede Frau aus eigener Erfahrung berichten. Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Oft wird so etwas mit "Naja, an den Hintern gegrapscht hat man mir auch schon öfters" abgetan. Sollte es aber nicht. Denn das Nein einer Frau ist und bleibt ein Nein.

10. Das Gefühl der Sicherheit

Womit wir beim Punkt Sicherheit wären. Kaum ein Mann muss sich nachts überlegen, wann er wie und wo langgeht, welche Gegenden er meiden und was er besser anziehen sollte, um sich sicherer zu fühlen. Für Frauen Normalität.

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